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Bestseller-Autorin Gilbert : Aus einem frivolen, aber sauberen Leben

Das eigene Leben auf der Leinwand: Elizabeth Gilbert 2010 bei der Europapremiere von „Eat, Pray, Love“ in London Bild: AP

Mal wieder weibliche Selbstfindung: Seit „Eat Pray Love“ ist Elizabeth Gilbert Bestseller-Autorin und Wohlfühl-Guru. Schreibt sie mit der Entdeckung der gleichgeschlechtlichen Liebe ihre Erfolgsgeschichte fort?

          5 Min.

          Auf halber Strecke in ihren neuen, knapp fünfhundert Seiten durchmessenden Roman „City of Girls“ hinein lädt Elizabeth Gilbert alle Follower, die ihr online auf sämtlichen biographischen Pfaden folgen, zum Realitätsabgleich ein. Da nämlich lässt sich die Ich-Erzählerin der konfettibunten Saga um ein Mädchen aus der amerikanischen Provinz, das unter Show-Girls im New York der vierziger Jahre die lästige Unschuld verliert und an Lebenslust gewinnt, mit einem Mann und einer Frau zugleich ein. Die Affäre gerät zum Skandal, der Skandal zum Wendepunkt der fiktiven Erinnerungen. Und Leser, die im Bilde darüber sind, was Elizabeth Gilbert auf Facebook, Instagram, Twitter und anderswo über sich ausbreitet, können sagen: Aha! Da hat sie doch wieder über sich selbst geschrieben, wie wir es von ihr erwarten! Dieses Mal über die Entdeckung der gleichgeschlechtlichen Liebe!

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Kein Wunder. Erst seit „Liz“ Gilbert über ihr eigenes Leben schreibt, ist sie ein Star. Mit Kurzgeschichten, einer Biographie und einem Roman hatte die 1969 geborene Schriftstellerin Achtungserfolge, aber keine größere Aufmerksamkeit erzielt. Dann schrieb sie das autobiographische Buch „Eat Pray Love“ – und landete einen Megahit. Das war vor dreizehn Jahren. Die Story der Erinnerungen ist schnell erzählt: Eine Frau in den Dreißigern – Gilbert selbst – merkt, dass sie mit dem Falschen verheiratet und das Leben fade geworden ist. Ein Jahr lang zieht sie auf Selbstfindung durch Länder, die mit „I“ beginnen wie das englische Wort für „ich“: In Italien isst sie sich glücklich, in Indien meditiert sie sich glücklich, in Indonesien, auf Bali, verliebt sie sich glücklich. Der Brasilianer, den sie von dort mit nach Hause nimmt, heißt im Buch Felipe und im echten Leben José: Happyend – vorläufig.

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