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Israelischer Autor : Tuvia Rübner gestorben

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Tuvia Rübner bei der Verleihung des Literaturpreises der Adenauer-Stiftung 2012 Bild: ddp Images

Er war Dichter und Literaturwissenschaftler, vor allem aber Vermittler zwischen Israel und Deutschland, als dies noch ein Tabu war. Nun ist Tuvia Rübner im Alter von 95 Jahren gestorben.

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          Der israelische Autor Tuvia Rübner ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Dies bestätigte sein Herausgeber und Vertrauter Giddon Ticotsky am Montag. Der Schriftsteller und Übersetzer Rübner sei in der Nacht in seinem Kibbuz Merchavia im Norden Israels gestorben.

          Rübner wurde 1924 in Bratislava (Pressburg) als Kind jüdischer Eltern geboren und wuchs deutschsprachig auf. Als einzigem seiner Familie gelang ihm 1941 die Flucht nach Palästina. Seine Gedichte schrieb Rübner bis 1954 in deutscher, anschließend auch in hebräischer Sprache. Ticotsky sagte, Rübner sei letztlich ein „Migrant aus der Peripherie der deutschen Kultur“ gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe er versucht, „etwas von seinem intellektuellen Zentrum in der entfernten Provinz Israel wiederaufzubauen“. Mit seinem literarischen Werk habe Rübner „Brücken zwischen beiden Kulturen gebaut, zu einer Zeit, als Kontakte zwischen beiden Seiten noch als Tabu galten“.

          Tuvia Rübner war korrespondierendes Mitglied der Akademien in Darmstadt und Mainz. Als Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Haifa übersetzte er Goethe, Tieck, Friedrich Schlegel und Kafka ins Hebräische.

          Für sein Werk erhielt er viele Auszeichnungen. Eine davon war der Paul-Celan-Preis (1999) für seine Übersetzung des Romans „Schira“ des Literatur-Nobelpreisträgers Samuel Agnon aus dem Hebräischen ins Deutsche. 2008 bekam er den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes, und 2012 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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