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Bestsellerautor Paolo Cognetti : Auf dem Berg könnte es ruhig etwas wärmer sein

Ein Bergsee in den Alpen Bild: Paolo Cognetti

Wie lebt es sich auf zweitausend Meter Höhe? Der Bestsellerautor Paolo Cognetti ist aus Mailand in die Alpen gezogen. Ein Gespräch über Einsamkeit, Wetter-Apps und Wölfe vor der Haustür.

          7 Min.

          Der italienische Schriftsteller Paolo Cognetti, bekannt geworden durch seinen Bestseller „Acht Berge“, hat die Alpen nicht nur literarisch zu seiner Heimat gemacht. Seit dreizehn Jahren lebt er in einer einsamen Hütte im Aostatal. Zum Treffen in Mailand erscheint er in Begleitung seiner Hündin Laki, die ihm in den Bergen Gesellschaft leistet.

          Karen Krüger
          Redakteurin im Feuilleton.

          Wie kam es, dass Sie vor dreizehn Jahren in die Berge gezogen sind?

          Als ich dreißig Jahre alt war, hatte ich eine existenzielle Krise. Vieles ging zu Ende: ein Job, eine Beziehung, wichtige Freundschaften. Die Berge, in denen ich immer die Sommer meiner Kindheit verbracht hatte, wurden für mich zu einem Ort, um mich wiederzufinden und nochmals neu anzufangen. Es hatte sich dort nicht viel verändert. Dreißig Jahre sind wirklich nichts in den Bergen. Es gab noch dieselben Felsen, Bachläufe und Bäume. Es ist, als verginge die Zeit dort oben viel langsamer. Das ist einerseits befreiend, weil alles andere im Leben sich so schnell wandelt. Andererseits ist es bedrückend, weil man fühlt, wie kurz man selbst nur auf Erden ist.

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