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Amazons Erpressung : Ein Rowling-Krimi als prominente Geisel

Gibt es bei Amazon nur für den Kindle: Joanne K. Rowlings zweiter unter dem Pseudonym Robert Galbraith verfasster Krimi Bild: Hachette

In seinem Streit mit dem Buchkonzern Hachette wählt Amazon nun in Amerika härtere Bandagen. Unter anderem kann das bald erscheinende neue Buch der „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling, ein sicherer Bestseller, nicht vorbestellt werden.

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          Vor einer Woche wurde bekannt, dass Amazon nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland massiven Druck auf einen großen Verlagskonzern ausübt, um bessere Konditionen beim Handel mit dessen E-Books zu erhalten. In den Vereinigten Staaten trifft es die französische Verlagsgruppe Hachette, die mehrere englischsprachige Töchter besitzt, in Deutschland den schwedischen Bonnier-Verlag mit Töchtern wie Piper, Ullstein, Carlsen oder Berlin Verlag. Beide Gruppen werden von Amazon massiv benachteiligt, indem von ihnen verlegte Titel nur verzögert ausgeliefert werden.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Gegenüber Hachette hat Amazon in Amerka seine erpresserischen Maßnahmen nun noch verstärkt. Wie die „New York Times“ berichtet, werden diverse Bücher seit vergangenem Donnerstag entweder gar nicht mehr gelistet (also auch nicht mehr mit längeren Lieferzeiten angeboten) oder gelten als nicht bestellbar. Prominentestes Beispiel ist das kommende Buch der „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling, ein Krimi namens „The Silkworm“, der am 19. Juni in Großbritannien erscheint. Bestellungen für die normale Buchausgabe nimmt Amazon in Amerika entgegen seiner sonst üblichen Praxis nicht entgegen, während die Auslieferung der E-Book-Ausgabe für das eigene Lesegerät Kindle weiterhin angeboten wird. Das ist angesichts des Streitgegenstands eine besondere Dreistigkeit: Weiterhin wird der Konflikt um die E-Book-Preise von Amazon auf dem Rücken der Käufer gedruckter Bücher ausgetragen. Eine Stellungnahme für diese Maßnahmen haben bislang weder Amazon noch Hachette angegeben.

          Klar ist aber, dass der Internethandelskonzern nicht einzulenken gedenkt, obwohl der Protest in den jeweiligen Buchbranchen gegen die Sanktionen groß ist. Ob noch in anderen Ländern ähnliche mit solchen Druckmitteln geführte Konditionsverhandlungen von Amazon mit Buchkonzernen laufen, ist derzeit unbekannt. Um nicht gegen die Kartellgesetzgebungen zu verstoßen, müssen die betroffenen Verlagsgruppen auf ein Zusammengehen mit anderen Häusern gegen Amazon verzichten.

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