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Maigret-Marathon 8 : Das Verbrechen in Holland

Bild: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit.

          75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit. (Siehe auch: Warum ich jede Woche einen Maigret-Roman lesen werde)

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.


          Viel später erinnerte sich Simenon daran, wie er Maigret erfand: Es war in Holland, der Autor war einigermaßen bezecht und verdämmerte den Mittag in einem Café, als ihm die Figur des Kommissars erschien. Das war in Delfzijl, die dankbare Stadt stiftete der Romanfigur sogar ein Denkmal. Simenon aber schickte Maigret im achten Buch der Serie zurück nach Delfzijl, und richtig behaglich wird es ihm dabei nicht.

          Die Handlung in einem Satz: Ein französischer Vortragsreisender gerät in Holland unter Mordverdacht, und der angereiste Maigret soll den Fall klären.


          Spielt in: Delfzijl im äußersten Nordosten Hollands, dicht bei der Emsmündung.


          Neues über Maigret: Der Kommissar trinkt niemals Tee? So verkündete es Simenon gerade erst im vorigen Band („Maigrets Nacht an der Kreuzung“), hier sehen wir Maigret nun im allerersten Kapitel, wie er mit einer drallen Holländerin beim Tee sitzt.

          Konsum geistiger Getränke: Dem Ort angemessen bestellt Maigret „einen Bols! In einem großen Glas.“

          Sind die Langweiler nicht höchst verdächtig?

          Ordentlich bis hin zur totalen Langeweile erscheint das Städtchen, natürlich brodelt es untergründig, und wie Simenon auf 165 Seiten ein facettenreiches Panorama von Stadt und Einwohnern entwirft, das hat schon was. Irgendwann ist jeder mal verdächtig, am verdächtigsten aber sind in der großen Schlussszene naturgemäß jene, die im Verlauf des Romans noch nicht verdächtigt wurden: Die kreuzbrave Familie Wienands, die zufällig mitfeiert, als einer der Anwesenden ermordet wird. Simenon aber lässt die Wienands dann aber sang- und klanglos nach Hause gehen. Selbst dem Autor sind diese Figuren einfach zu langweilig, als dass er ihnen einen Mord zutraute.

          Lieblingssatz: „So fing Maigret diese Untersuchung damit an, dass er zusammen mit einem jungen Mädchen, dessen sichere Bewegungen sportliches Training verrieten, einem reinrassigen friesischen Kalb auf die Welt half.“

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