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Maigret-Marathon 36 : Die Tänzerin und die Gräfin

  • -Aktualisiert am

Bild: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit.

          75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit. (Siehe auch: Warum ich jede Woche einen Maigret-Roman lesen werde)

          Wie jeder „Maigret“ trägt auch dieser am Ende einen Vermerk zu Entstehungszeit und -ort: „Shadow Rock Farm, Lakeville (Connecticut), 30. November bis 8. Dezember 1950“. Ist diese örtliche Distanz hinderlich oder förderlich, wenn man ein derart dichtes Buch schreibt, das in einem kleinen Ausschnitt von Paris spielt? Und hilft sie, um einen 208-seitigen Roman in 10 Tagen herunterzurasseln?

          Die Handlung in einem Satz: Als eine Nachtklubtänzerin betrunken bei der Polizei erscheint und von einem Mordplan berichtet, den sie zufällig mitgehört hätte, glaubt man ihr nicht, und weil kurz darauf nicht nur sie selber, sondern auch das von ihr genannte künftige Mordopfer tatsächlich umgebracht werden, muss Maigret sich der Sache annehmen.

          Spielt in: Paris.

          Neues über Maigret: Er mag, heißt es, „jedes Wetter“.

          Und Frau Maigret? Diesmal bleibt sie unauffällig.

          Konsum geistiger Getränke: Cognac, Schnaps, Champagner, Bier.

          War da was? Was eigentlich?

          Ach ja, die Liebe, die Hörigkeit, das Taktieren der Skrupellosen, die Ohnmacht ... Wenn man sich, nach diesem furiosen Wirbel einmal in Ruhe hinsetzt und sich die Frage stellt, wer hier eigentlich wie motiviert in welcher Weise schuldig geworden ist, zweifelt man doch, ob hier ein ausreichend wahrscheinlicher Unterbau eingezogen wurde. Mit anderen Worten: Wir glauben Simenon beim Lesen auch hier jede Figur. Auch die, die man vermutlich niemals irgendwo antreffen wird. Übrigens würde ich gern die Szene unmittelbar vor der Bestrafung des Mörders aus meinem Gedächtnis löschen.

          Lieblingssatz: „Von dem Wetter war nichts mehr zu erhoffen, es würde den ganzen Tag regnen, ein kalter, eintöniger Regen, mit tiefhängenden Wolken, elektrischem Licht in allen Büros und nassen Spuren auf den Dielenbrettern.“

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