https://www.faz.net/-gr0-10ln2

Maigret-Marathon 27 : Maigret in New York

Bild: Diogenes

75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit.

          75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit. (Siehe auch: Warum ich jede Woche einen Maigret-Roman lesen werde und Maigret-Marathon: Alle Folgen).

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          Mit Fremdsprachen hat es Maigret nicht so - auch wenn die frühere Behauptung, er könne nun gar kein Englisch, hier insofern relativiert wird, als er die Sprache immerhin einige Jahre auf dem Gymnasium gelernt hat und sich wohl in New York ganz leidlich verständigen kann. Vor allem aber kommt er nach „Maigret verliert eine Verehrerin“ (wo er den rothaarigen Kriminalisten Spencer Oats durch Paris führt, siehe: Maigret-Marathon 22: Maigret verliert eine Verehrerin) hier wieder in Kontakt mit der amerikanischen Polizei: Mit einem offenbar von früher her mit ihm befreundeten FBI-Mann namens O'Brien. Der ist exakt zehn Jahre jünger als Maigret und so rothaarig wie jener Spencer Oats.

          Die Handlung in einem Satz: Mit einem jungen Mann, der sich Sorgen um seinen Vater macht, kommt Maigret nach New York, und bald verliert er sich in der Suche nach dem plötzlich verschwundenen Klienten ebenso wie in der Großstadt.

          Spielt in: New York (wo sonst?).

          Neues über Maigret: Er hat 30 Jahre bei der Polizei gearbeitet, jetzt ist er 56 Jahre alt und seit einem Jahr in Pension. Dies ist seine erste Seereise.

          Und Frau Maigret? Schenkt ihrem Mann zu jedem Geburts- oder Namenstag eine Pfeife.

          Konsum geistiger Getränke: Cognac. Marc. Beaujolais. Bier. Armagnac. Whisky. Manhattan. Wein. Schnaps. Burgunder.

          Vertuschte Eskapaden

          Unbehaglich ist das alles: Die Straßen, die buchstäblich mörderischen Autos, die fremde Sprache und vor allem diese merkwürdigen Menschen! Doch das Drama, das sich nach und nach vor Maigrets Augen enthüllt, könnte sich genauso gut in Paris abgespielt haben, vielleicht etwas weniger brutal, aber eben so schmerzlich. Zwei Freunde kommen in ein fremdes Land, sie suchen den großen Durchbruch als Musiker, der eine wird später Dirigent, der andere macht ein Vermögen mit einer Art Jukebox. Und am Ende bleibt von der Freundschaft nichts mehr übrig, auch nichts von der Liebe zu jenem Mädchen, das mit den beiden nicht nur den selben Anfangsbuchstaben des Vornamens teilt. Und eigentümlich, aber bei Simenon sehr vertraut: Es sind die Kinder dieser schuldig gewordenen Träumer, die nun auf den Plan treten und die Sache ins Rollen bringen.

          Lieblingssatz: „Wie? Wozu ich einen Privatdetektiv brauche? ... Lachen Sie nur, ich gebe zu, es ist recht komisch, aber in ihrem verflixten Land, in dem ich alles fünfmal sagen und mit Gesten erklären muss, damit mich die Leute verstehen, bin ich für einige Recherchen, die ich zu unternehmen gedenke, auf einen verlässlichen Mann angewiesen ... Hauptsache, er spricht französisch.“

          Weitere Themen

          Neues Edel-Entree für Berliner Museumsinsel Video-Seite öffnen

          Architektonische Kunstwerk : Neues Edel-Entree für Berliner Museumsinsel

          Die James-Simon-Galerie ist fertiggestellt und soll im Sommer 2019 eröffnet werden. Das Haus soll zentrales Empfangsgebäude sein und mehrere Museen miteinander verbinden. Die Pläne stammen aus dem Berliner Büro des renommierten britischen Architekten David Chipperfield.

          Topmeldungen

          Jahr beendet, Saison noch nicht: Arjen Robben bei Bayern München.

          Bayern München : Fußball-Jahr für Robben beendet

          Seine Bayern-Karriere endet am Saisonende. Nun geht Robben auch verfrüht in die Winterpause. Trainer Kovac bezeichnet derweil Sportdirektor Salihamidzic und sich als „bad boy und good boy“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.