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Bei Bassenge : Schreiben unter dem Lauf der Gestirne

Wem die Stunde schlägt: Astronomische Tischuhr von Christof Pleig, Taxe 35.000 Euro. Bild: Bassenge

Neben wertvollen Büchern und Autographen versteigert Bassenge in Berlin siebzig Objekte zur Zeitmessung, darunter ein astronomisches Wunderwerk aus dem 17. Jahrhundert.

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          Das Wunderwerk einer um 1625 entstandenen astronomischen Tischuhr aus der Werkstatt des Ulmer Feinmechanikers Christof Pleig wird zur Taxe von 25.000 Euro am 14. April im Rahmen der Versteigerung von Büchern und Autographen bei Bassenge in Berlin angeboten. Drei Zifferblätter mit Pfeilzeigern demonstrieren Mondphasen, Sonnenaufgänge, Untergänge und weitere kosmische Geschehnisse. Den Klangraum der Glocken umgrenzt ein dreigeschossiges Gestühl, das von zwei frei stehenden Figuren aus vergoldeter Bronze mit schweren Hammerklöppeln attackiert wird.

          Camilla Blechen
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Als weiteres Highlight der von einem Sonderkatalog begleiteten, „Per aspera ad astra“ überschriebenen Auktion mit siebzig Objekten zur Zeitmessung gelangen ein Himmels- und ein Erdglobus der Amsterdamer Kartographen Gerard und Leonard Valck zum Ausruf, zusammen geschätzt auf 98.000 Euro. Für bescheidenere 350 Euro zur Disposition steht eine um die Mitte des 19. Jahrhunderts in deutschen Landen gefertigte Taschen-Sonnenuhr zum Aufklappen.

          Dem Nachlass eines anonymen Künstlers entstammt eine Sammlung von fünfzig großformatigen Aquarellen mit Ansichten antiker Baudenkmäler des Vorderen Orients, die Rätsel über die Identität ihres Urhebers aufgibt – und 28.000 Euro einspielen soll. Im Jahr 1754 in Amsterdam ediert wurden 32 kolorierte Kupferstiche nach Gemälden des holländischen Genremalers Cornelis Troost (Taxe 19.000 Euro).

          Den Einsatz von 8000 Euro fordert ein 1760 verfasster, eigenhändiger Brief Friedrichs des Großen an seine Schwester Amalia, in dem der Preußenkönig Glaubensfragen erörtert. Rainer Maria Rilkes aufmunternde Worte für einen jüngeren Kollegen, den dann später 1916 in Frankreich gefallenen expressionistischen Dramatiker Reinhard Johannes Sorge, sind bei 2400 Euro abrufbar. Musikwissenschaftler auf den Plan rufen dürften Dokumente über die Zusammenarbeit des Komponisten Karlheinz Stockhausen mit dem niederländischen Vielkönner Johannes Conen, der die Ausstattung der Oper „Licht“ übernommen hatte: Die Schätzung für die insgesamt 51 Archivalien beträgt 6000 Euro.

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