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Bücher-Ausleihe in New York : Lieblingsbücher

Mit 485.583 Ausleihen ist das Kinderbuch „The Snowy Day“ von Ezra Jack Keats das am häufigsten ausgeliehene Buch der New York Public Library seit Gründung 1895. Bild: dpa

Die New York Public Library veröffentlicht eine Liste mit den am häufigsten ausgeliehenen Büchern seit ihrer Gründung 1895. Sechs der ersten zehn Bücher richten sich an Kinder und Jugendliche.

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          Ein Kind spielt im Schnee. Es ist zu klein für eine Schneeballschlacht, aber es baut einen Schneemann, formt mit seinem Körper die Silhouette eines Engels in das Weiß und nimmt sich einen Schneeball mit nach Hause. Der ist am Abend geschmolzen, zum Kummer des Jungen. Aber am nächsten Morgen wird er wieder hinaus in den Schnee gehen. Das ist im Wesentlichen die Handlung des Bilderbuchs „The Snowy Day“ von Ezra Jack Keats, erschienen 1962.

          Es ist eines der ersten Kinderbücher überhaupt, in denen ein farbiger Junge die Hauptrolle spielt. Und es führt eine Liste an, die nun von der 1895 gegründeten New York Public Library veröffentlicht wurde. In der 125 Jahre währenden Geschichte dieser Einrichtung kam das Buch auf 485.583 Ausleihen – keines wurde häufiger nachgefragt. Auf den folgenden Plätzen sind „The Cat in the Hat“ von Dr. Seuss, „1984“ von George Orwell und „Where the Wild Things Are“ von Maurice Sendak. Insgesamt sind unter den ersten zehn beliebtesten Büchern sechs, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Und sie haben – mit Ausnahme des unvermeidlichen „Harry Potter“ – meist schon ein halbes Jahrhundert oder mehr auf dem Buckel. Dass Eltern und Großeltern für ihre eigenen Kinder gern Bücher auswählen, die sie selbst schon gelesen haben, prägt offenbar nicht nur das Angebot in den Buchhandlungen, sondern auch die Vorlieben der Nutzer in den Bibliotheken.

          Auffällig ist neben der schieren Dominanz von Kinderbuchklassikern in dieser Liste aber auch, dass das Ausleihen dem Kauf offenbar nicht entgegensteht, anders als von Verlagen gern geargwöhnt: Denn die bei den New Yorker Bibliotheksbesuchern beliebtesten Bücher sind auch die Bestseller auf dem Markt – das könnte die von Bibliotheken gern vorgebrachte These untermauern, ihr öffentliches Angebot gebe Impulse für den privaten Kauf. Auf dem deutschsprachigen Markt erreichen Bücher für junge Leser derzeit einen Anteil von 18,5 Prozent, gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz in dieser Warengruppe um fast fünf Prozent gestiegen.

          Tilman Spreckelsen
          (spre), Feuilleton

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