https://www.faz.net/-gqz-nm0t

Buchskandale : Die Erfindung Afrikas

  • Aktualisiert am

Mitten zwischen Wahrheit und Dichtung Bild:

Der Hoffmann und Campe Verlag zieht das Buch „Mitten in Afrika. Zu Hause zwischen Paradies und Hölle“ von Ulla Ackermann zurück. Die Reiseschriftstellerin Ackermann gab zu, in ihrem Buch weite Teile ihrer Biografie erfunden zu haben.

          Der Hoffmann und Campe Verlag zieht das Buch „Mitten in Afrika. Zu Hause zwischen Paradies und Hölle“ von Ulla Ackermann zurück. Im Gespräch mit ihrem Agenten und dem Verlag habe Ackermann zugegeben, in ihrem Buch weite Teile ihrer Biografie frei erfunden zu haben, teilte Hoffman und Campe am Mittwoch in Hamburg mit.

          In dem Buch schildert die Autorin, wie sie Ende der siebziger bis Mitte der neunziger Jahre als Fernsehreporterin für ausländische Sender aus afrikanischen Kriegs- und Krisengebieten berichtete.

          Der Verlag und die Literarische Agentur Thomas Schlück distanzierten sich von dem Werk. Ackermann habe nicht nur die Agentur und den Verlag, sondern offensichtlich auch seit vielen Jahren ihr privates Umfeld über ihre Lebensgeschichte getäuscht, betonte der Verlag, der sich zugleich bei seinen Lesern entschuldigt. Hoffmann und Campe behalte sich außerdem juristische Schritte vor.

          Ungeschönte Erfindungen

          Leser loben das Buch für ihre ungeschönten Berichte als Kriegsberichterstatterin, die einen Lynchmord an Journalisten in Somalia beschreiben, das Sterben ihrer Tochter an Malaria, tiefgefrorene Kinderleichen in Kühltruhen des Despoten Idi Amin. Vor Ackermanns Augen wird ein Kollege von einer Handgranate zerrissen, ein anderer versucht Selbstmord zu begehen, und Usama bin Ladin, damals noch weniger berühmt, lädt zum Interview. Eine gutaussehende Reporterin, die überall dort ist, wo Menschen niedergemäht, Frauen vergewaltigt, Kinder zerstückelt werden - all das macht das Buch zwar hollywoodtauglich, doch fehlt auf dem Buchdeckel leider der Gattungsname „Roman“.

          Weitere Themen

          Kultur willkommen

          Meineckes Amerika-Bild : Kultur willkommen

          Zur Dreihundertjahrfeier der Harvard Universität reiste der Historiker Friedrich Meinecke 1936 nach Amerika. Ein Reisebericht aus dem Privatarchiv hält das ungewöhnliche Aufeinandertreffen zweier Kulturen fest.

          „Herbstsonate“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „Herbstsonate“

          „Herbstsonate“, 1978. Regie: Ingmar Bergman. Darsteller: Ingrid Bergman, Liv Ullmann, Lena Nyman.

          Der Rest ist Schweigen

          „Polizeiruf 110“ aus München : Der Rest ist Schweigen

          Matthias Brandt tritt zum letzten Mal als Kommissar Hanns von Meuffels auf. Er sprach schon vor zwei Jahren davon, die Rolle zu beenden. Sein Abgang ist einer mit Würde und Melancholie.

          Topmeldungen

          Reisewarnung wegen Brexit : Warnt May die Briten vor Europareisen?

          Der Brexit steht vor der Tür und ob es einen Deal gibt, ist immer noch unklar. Angeblich plant die britische Regierung darum eine Reisewarnung für Europa. Die Regierung dementiert. Doch die Unruhe wächst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.