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Buchmessenpläne : Indien wird Gastland - die Türkei will es werden

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Nach Indien 2006 und Katalonien 2007 rechnet sich die Türkei Chancen aus: „2008 oder 2009 werden wir Gastland der Frankfurter Buchmesse sein“, sagte der türkische Kulturminister Atilla Koc am Donnerstag.

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          Auf der Frankfurter Buchmesse lag am Donnerstag ein Hauch von Curryduft in der Luft: Das Gastland 2006, Indien, stellte erste Pläne für seinen Auftritt vor und servierte anschließend indische Häppchen.

          Indien, das als bisher einziges Land bereits zum zweiten Mal nach 1986 eingeladen wurde, will sich dieses Mal als moderne Industrienation vorstellen. Auf der weltgrößten Bücherschau zeigen noch bis Sonntag mehr als 7200 Aussteller aus 101 Ländern ihre Neuerscheinungen.

          Am ersten Fachbesuchertag, dem Mittwoch, zählte die Messe gut 44.000 Besucher, etwa ein Prozent mehr als im Vorjahr. Gastjahr in diesem Jahr ist Korea. Nach Indien 2006 und Katalonien 2007 rechnet sich die Türkei Chancen aus: „2008 oder 2009 werden wir Gastland der Frankfurter Buchmesse sein“, sagte der türkische Kulturminister Atilla Koc am Donnerstag bei einem Messerundgang, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Darüber werde er an diesem Freitag mit der Frankfurter Messeleitung sprechen.

          Ein „EarBook“ von Chris Rea

          Unter den rund 1000 Autoren, die in Frankfurt ihre neuen Bücher präsentieren, waren am Donnerstag unter anderen Roman-Autor Uwe Timm, sein britischer Kollege Nick Hornby, Hans-Ulrich Treichel, der Kabarettist Bruno Jonas und Pater Anselm Grün. Der an Krebs erkrankte Musiker Chris Rea (54, „On the Beach“) stellte mit „Blue Guitars“ sein erstes so genanntes EarBook vor, das elf CDs mit 137 neuen Blues-Stücken, eine DVD, 50 von Rea selbstgemalte Bilder und einen Begleittext enthält.

          Buchmessendirektor Juergen Boos wollte am Nachmittag das Forum Fußball eröffnen. Den Verbindungen von König Fußball zur Literatur ist wegen der Fußball-WM 2006 eine ganze Etage gewidmet. Vom großen Fußballfieber, das die Veranstalter auf der Bücherschau inszenieren wollten, war allerdings zunächst kaum etwas zu spüren. In Halle 1.2 - größer als ein Fußballfeld - waren lediglich 200 Fußball-Bücher auf Tischen ausgelegt. Neben vielen Fotos und Ständen von Fifa- und DFB-Sponsoren sorgen einige Tisch-Kicker und ein zum Spielen gedachter „Fußball-Käfig“ für etwas Leben.

          Indien wolle das Land neben seiner „modernen Kultur“ vor allem seine „hochentwickelte Verlags- und Druckindustrie präsentieren, die Weltachtung verdient“, teilte der Vorsitzende des National Book Trust, Prof. Bipan Chandra, mit. „Auf biedere Folkloreveranstaltungen werden wir verzichten.“ Weil englischsprachige Autoren des Subkontinents schon einem breiten Publikum bekannt seien, sollen vor allem Autoren vorgestellt werden, die in einer der anderen 23 Hauptsprachen des Landes schreiben.

          Das weltweite Interesse an der Buchmesse hat unterdessen schon mehrmals deren Internetauftritt lahm gelegt: Rund eine Million Zugriffe täglich gebe es auf www.buchmesse.de - mehr als der Server zunächst verkraften konnte. Inzwischen sei dessen Leistungsfähigkeit erhöht worden.

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