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Terézia Mora : Lichterloh

  • Aktualisiert am

Terézia Mora Bild: Jens Gyarmaty

Ihr Lieblingswort, ihre größte Leistung, ihre Lieblingsheldin in der Dichtung? Und wann hat man es geschafft? Terézia Mora, am Montag mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, beantwortet den Fragebogen der Buchmessezeitung.

          2 Min.

          Terézia Mora hat den Deutschen Buchpreis für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhalten, ein Buch, das schon deshalb die Sympathie einer Feuilletonredaktion finden muss, weil darin das Verhältnis von über und unter dem Strich eine zentrale Rolle spielt. Über dem Strich wird die Reise von Darius erzählt, einem Anlageberater, dessen ungarischstämmige Frau Flora sich vor kurzem umgebracht hat. Unter dem Strich lesen wir Dateien, die Flora angelegt hat: tagebuchartige Notate, aber auch Exzerpte aus Büchern und andere Textformen. Sie alle lassen das Bild einer verzweifelten Frau entstehen, von dem Darius bis zur Lektüre der Dateien nicht wusste.

          Terézia Mora ist selbst in Ungarn geboren, aber um sie müssen wir uns nach der Auszeichnung mit dem Buchpreis keine Sorge machen. Die zweiundvierzigjährige Schriftstellerin, die zweisprachig (Ungarisch und Deutsch) aufgewachsen ist, lebt seit 1990 in Berlin. 1999, dem Jahr ihres Debüts mit „Seltsame Materie“, gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nun ist es noch etwas Größeres geworden.

          Wie geht’s?

          Als würde ich von einem Schwan verfolgt.

          Was ist für Sie das größte Unglück?

          Nicht das machen zu können, was ich am besten kann.

          Wo möchten Sie leben?

          Wo mich meine Tochter finden kann.

          Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

          Mehr als in Frieden sein damit, was ist, kann man nicht.

          Welche Fehler können Sie nicht verzeihen?

          Undankbarkeit, verweigertes Mitgefühl.

          Ihre liebste Comic-Figur?

          Charlie Brown.

          Ihre meist gehasste Sendung im Fernsehen?

          Dafür kenne ich zu wenige.

          Und Ihre Lieblingsserie?

          The Big Bang Theory, selbstverständlich.

          Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?

          Jayne Eyre, Esther Greenwood (Die Glasglocke), die Arbeiterin in Dacia Marainis Ehetagebuch usw. usf.

          Wann haben Sie sich zuletzt selbst gegoogelt?

          Nachdem ein Buch von mir erschienen ist, enthalte ich mich, und davor gibt es nichts zu finden. Insofern: weiß ich nicht mehr.

          Welche Kunstausstellung haben Sie zuletzt besucht?

          Die Vernissage einer befreundeten Videokünstlerin in Berlin. Was „Großes“: lange nicht mehr.

          Auf die Musik welches Komponisten können Sie am ehesten verzichten?

          Da fällt mir keiner ein.

          Welche Eigenschaft schätzen Sie an sich selbst am meisten?

          Aufrichtigkeit, wenigstens meiner selbst gegenüber.

          Welche der sieben Todsünden wird überschätzt?

          Gar keine.

          Ihre Lieblingsbeschäftigung?

          Schreiben.

          Mit welcher literarischen Figur können Sie sich identifizieren?

          Jayne Eyre, Esther Greenwood usw. usf.

          Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

          Solidarität.

          Ihre größte Leistung?

          Bücher; dass meine Tochter ein netter Mensch zu werden verspricht; Freundschaft.

          Welchen Lebenstraum haben Sie aufgegeben?

          Gar keinen.

          Wofür haben Sie sich zuletzt entschuldigt?

          Bei meiner Agentin Karin Graf, weil ich bei der Preisverleihung zunächst vergessen hatte, ihr öffentlich zu danken, dabei war ich ihr aufrichtig dankbar.

          Ihr Lieblingswort?

          Lichterloh.

          Was macht Sie nervös?

          Kurzfristige Änderungen in Plänen und Hunger.

          Worauf können Sie verzichten?

          Auf alles, was laut ist.

          Welchen Roman der Weltliteratur haben Sie nicht zu Ende gelesen?

          Nur die, die ich noch gar nicht angefangen habe.

          Welchen hätten Sie gern selbst geschrieben?

          Ulysses.

          Und was lesen Sie im Moment?

          Krisztián Grecsó: Mellettem elférsz.

          Als E-Book oder in gedruckter Form?

          Gedruckt.

          Wann hat man es als Autor geschafft? Vervollständigen Sie bitte folgende Liste: Aufmacher der F.A.Z.-Buchmessebeilage, Auftritt bei den „Simpsons“, Cover von „Time“, Nobelpreis.

          Dann, wenn man es auch als Mensch geschafft hat: wenn man weiß, wer man ist, und in Frieden damit ist. „Der Rest ist Schmetterlingsfett“, wie Zsófia Bán sagen würde.

          Wen würden Sie gern einmal wiedersehen?

          Oh, so viele! Wenn jemand weiß, wo Imre Kocsor heute lebt, möge er mir Bescheid geben.

          Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

          Zeichnen zu können.

          Wie möchten Sie sterben?

          Gewaltfrei.

          Und dann?

          Dann ist Frieden.

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