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Götz Kubitschek auf der Messe : Keinen Bock auf Katzentisch

Götz Kubitschek am 1. September in Chemnitz Bild: AP

Götz Kubitschek ist auf der Buchmesse – allerdings nicht in der Ecke, in der in diesem Jahr die rechten Verlage ihre Stände haben. Er hat den Veranstaltern ein Schnippchen geschlagen.

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          Eine kleine Lücke klafft neben dem Stand des Verlags Deutsche Geschichte für junge Leser. „Da wäre Antaios hingekommen, wenn er die Genehmigung für einen Stand beantragt hätte“, vermutet Bastian Behrens. Der junge Mann ist der Sprecher der Zeitung „Junge Freiheit“, die, wie ein paar andere Verlage, in einer abgelegenen Ecke von Halle 4.1 steht. Lila Teppich führt in den Gang, der als Sackgasse endet. Den Stand an sich findet Behrens gut. Aber: „Die Plazierung ist politisch motiviert“, sagt er. Offiziell waren die rechten Verlage abseits der Besucherströme plaziert worden, weil es nach den Ausschreitungen im vergangenen Jahr Sicherheitsbedenken gegeben hatte. Doch Behrens meint, die Ausschreitungen hätte es nicht am Stand der „Jungen Freiheit“ gegeben, sondern vor allem am Stand von Antaios, dem rechten Verlag von Götz Kubitschek. Doch Antaios ist nicht auf der Messe. Götz Kubitschek aber schon.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gegenüber der „taz“, mitten im Trubel von Halle 4.1, hat der Loci Verlag seinen Stand bezogen. In Weiß und Graublau wirbt er für Bücher wie „Deutscher als ich geht eigentlich nicht“ von Kemal Yilmaz und „Aufgeblättert. Zugeschlagen“, einem Buch über die Literaturvorstellungen auf Youtube von Kubitscheks Frau Ellen Kositza. Götz Kubitschek sitzt auch dort, neben seinem neuen Verleger Wolfgang Veigel, einem Zahnarzt aus Rheinau in Baden. An ihn und den Loci Verlag hat er Antaios am 9. Oktober verkauft. Er plant, auch Bücher von Antaios am Stand zu präsentieren – er gehöre jetzt ja schließlich zu Loci.

          „Entweder, man lässt viel mit sich machen, oder man macht viel mit den anderen“, sagt Kubitschek. Er meint: Zur Leipziger Buchmesse habe man ihm einen schlechten Platz gegeben, und das wolle er nicht noch mal mit sich machen lassen. „Ich hatte keinen Bock auf einen Katzentisch“, sagt er. Er beantragte keinen Stand für Antaios und schwamm bei Loci mit. Der Verlag hatte schon zuvor einen Stand beantragt, der sich zentral in der Halle befindet. Kubitschek ließ seinen Verlag von Veigel übernehmen, ob dauerhaft, ist unklar. Es wäre denkbar, dass er weiter das Heft in der Hand hält; seine Frau Ellen Kositza ist jedenfalls weiterhin Programmchefin bei Antaios.

          Am Stand der „Jungen Freiheit“ sagt Behrens indes, dass man im Nachhinein wohl juristisch gegen die Buchmesse vorgehen wolle; der Vertriebserfolg sei geringer, es seien viel weniger Besucher am Stand als sonst. Anders am Stand von Loci, wo sich auch nach 18 Uhr ein Mann angeregt mit Kositza unterhält. Hat Kubitschek mit seinem Verkauf die Buchmesse aufs Kreuz gelegt? „Fair und nett sind keine politischen Kategorien“, sagt er dazu vor seinem Stand. Er ist gespannt, wie viel Resonanz er bis Sonntag bekommt.

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