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Friedenspreis für Salgado : Zu teilen mit allen, deren Leid er sah

Sebastião Salgado in der Paulskirche Bild: AFP

Als erster Fotograf ist der Brasilianer Sebastião Salgado in der Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Fast in gleichem Maße wie für sein fotografisches Œuvre wurde er für sein „Instituto Terra“ geehrt.

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          An diesem Sonntag wurde Sebastião Salgado in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er ist der erste Fotograf, der diese Auszeichnung erhält. Aber in der Begründung der Jury wird er fast in gleichem Maße wie für sein fotografisches Œuvre für die Einrichtung seines „Instituto Terra“ geehrt, ein Unternehmen, das schon jetzt mehr als zweieinhalb Millionen Bäume in einer ehemals zerstörten Gegend Brasiliens gepflanzt hat und sich weiterhin um den Schutz Amazoniens kümmern will.

          Freddy Langer

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das „Reiseblatt“.

          Heinrich Riethmüller, der Vorsteher des Börsenvereins, verglich Salgados subjektive Sichtweise mit der eines Literaten eher als der eines Berichterstatters und nannte dessen Aufnahmen einen Auftrag, „uns für den Erhalt der Schöpfung einzusetzen, aufzuwachen und unseren Lebensstil radikal zu ändern“. Filmregisseur Wim Wenders nannte in seiner Laudatio den Begriff Frieden „zur Worthülse verkommen“, während in den aktuellen Debatten die Klimakatastrophe, die Völkerwanderungen sowie Fluchtbewegungen in den Vordergrund rückten. Salgados Arbeit aber sei eine dem Frieden vorgelagerte Grundlagenforschung, wenn sich der Fotograf mit tief empfundener Empathie Themen wie Armut, Hunger und sozialer Ungerechtigkeit annehme.

          Sebastião Salgado ließ in seiner Dankesrede sein Leben als Fotograf und Naturschützer Revue passieren, Station für Station schilderte er ebenso menschliche wie grausame Situationen, mit denen er konfrontiert gewesen sei, wischte sich manche Träne aus dem Gesicht und bestand mit rhetorischem Impetus am Ende jeder Passage darauf, den Preis mit jenen  Menschen zu teilen, die er in ihrem Leid über Jahrzehnte hinweg begleitet und fotografiert hat. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 vergeben. Er ist mit 25.000 Euro dotiert.

          Aus dem Buch „Gold“: Die Mine von Serra Pelada, Brasilien, 1986.

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