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Abschluss der Buchmesse : Ein Schleier über dem Mief der Welt

  • -Aktualisiert am

Schrumpft das Leseland zum kleinen gallischen Dorf? Ratschläge, wie das zu verhindern sei, gab es in Frankfurt genug. Bild: Helmut Fricke

Mehr Räucherstäbchen wagen: Wenn alle nur jammern, wissen engagierte Verlage und Autoren Rat. Die Frankfurter Buchmesse ringt um Optimierung.

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          Er zerlegt das Überraschungsei in seine Bestandteile und schaut so konzentriert, als operiere er am offenen Herzen. Die Folie knistert. Sie sei wie unser Körper, erklärt er, nur eine bescheidene Hülle. Die Schokolade, er nimmt ein Stück und wendet es hin und her, ähnele dem menschlichen Atem – Kraftquelle, Powerreservoir, Energiedepot. Die Plastikkapsel? Vergleichbar mit unseren Gefühlen und Gedanken. Am wichtigsten jedoch sei das Figürchen. Ein solcher Schatz existiere auch hinter unserem Brustbein. „Jeder Mensch“, sagt Yoga-Coach Florian Heinzmann, „hat diesen kleinen Glücksfunken in sich drin.“ Wer meditiert, könne daraus einen endorphingeschwängerten Flächenbrand machen. Tägliches Training brauche es schon, aber der Lohn klingt verlockend: „Du wirst ein Held des Glücks werden!“ Zwei Zuhörer lauschen gebannt.

          Auf den vergangenen beiden Frankfurter Buchmessen bildeten Krisen aller Art den Refrain eines Klagelieds, das beständig durch die Gänge hallte. Demokratie und Europa, Buchhandel und Leserschaft – alles erodiert. Auf dieser Messe folgen nun Analysen und Verbesserungsvorschläge für ein behaglicheres Miteinander. Unerwähnt bleibt freilich, dass jeder, der emsig an Optimierungsschrauben dreht, Gefahr läuft, in Stress zu geraten, welcher wiederum mit einer Extraportion Achtsamkeit und Optimierung bekämpft werden müsste.

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