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Bester Roman des Jahres : Saša Stanišić erhält Deutschen Buchpreis

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Schon 2014 hatte der aus Bosnien stammende Autor mit „Vor dem Fest“ den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen. Bild: dpa

Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an Saša Stanišić – bei seiner Dankesrede holt der Schriftsteller mit bosnischen Wurzeln zum Schlag gegen Nobelpreisträger Peter Handke aus.

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          Saša Stanišić erhält den Deutschen Buchpreis 2019. Das gab die Jury am Montag in Frankfurt am Main bekannt. Der Roman „Herkunft“ gilt damit als das beste Buch des Jahres. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

          Der 41-Jährige erzählt in seinem Roman über seine Großmutter, die langsam das Gedächtnis verliert, über die Flucht der Familie während des Bosnien-Kriegs nach Deutschland und behandelt dabei die Frage, welche Rolle Herkunft überhaupt spielt.

          „Unter jedem Satz dieses Romans wartet die unverfügbare Herkunft, die gleichzeitig der Antrieb des Erzählens ist“, lautet die Begründung der Jury. „Verfügbar wird sie nur als Fragment, als Fiktion und als Spiel mit den Möglichkeiten der Geschichte.“ Der Autor beweise große Fantasie und verweigere sich „der Chronologie, des Realismus und der formalen Eindeutigkeit“.

          Am Ende lädt Stanišić den Leser sogar zu einem Spiel ein: Er darf selbst entscheiden, wie die Geschichte weitergeht. „Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen“, teilte die Jury mit.

          „Unter jedem Satz dieses Romans wartet die unverfügbare Herkunft, die gleichzeitig der Antrieb des Erzählens ist“, lautet die Begründung der Jury.

          In seiner Dankesrede griff Stanišić den Literaturnobelpreisträger Peter Handke heftig an. Die Entscheidung aus Stockholm in der vergangenen Woche habe ihm die Freude über den Deutschen Buchpreis „vermiest“, sagte der 41-Jährige am Montag im Kaisersaal des Frankfurter Römer.

          Stanišić stammt aus Bosnien, Handke hatte in den 1990er Jahren für Serbien Partei ergriffen. „Ich hatte das Glück, dem zu entkommen, was Peter Handke in seinen Texten nicht beschreibt“, sagt der Autor, der 1992 nach Deutschland floh.

          „Dass ich hier heute vor Ihnen stehen darf, habe ich einer Wirklichkeit zu verdanken, die sich dieser Mensch nicht angeeignet hat.“ Er könne nicht nachvollziehen, „dass man sich die Wirklichkeit, mit der man behauptet, Gerechtigkeit für jemanden zu suchen, so zurechtlegt, dass dort nur Lüge besteht.

          Garant für Verkaufserfolg

          Um den Deutschen Buchpreis konkurrierten neben Stanišićs „Herkunft“ die Titel „Das flüssige Land“ von Raphaela Edelbauer, „Kintsugi“ von Miku Sophie Kühmel, „Nicht wie ihr“ von Tonio Schachinger, „Winterbienen“ von Norbert Scheuer und „Brüder“ von Jackie Thomae.

          Der Deutsche Buchpreis ist die vielleicht wirkmächtigste Auszeichnung für deutschsprachige Autoren. Der Titel, der stets am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, ist ein Garant für Verkaufserfolg.

          Das Besondere: Der Preis wird in einem mehrstufigen Verfahren vergeben. Erst wird eine Liste mit 20 Titeln veröffentlicht, die dann auf sechs verkürzt wird (Shortlist). Das hat den Zweck, die Aufmerksamkeit auf eine Reihe herausragender Titel zu lenken und nicht nur auf einen.

          Daran gab es aber auch immer mal wieder Kritik. Literatur sei kein Wettkampf, bei dem mehrere Autoren ins Rennen gingen, in die nächste Runde kämen und einer am Ende siege, hatte zum Beispiel der Autor Daniel Kehlmann bemängelt.

          Den Deutschen Buchpreis gibt es seit 2005. Ausgerichtet wird der Wettbewerb vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt. Gesucht wird jeweils der beste deutschsprachige Roman des Jahres.

          Die Verlage können bis zu zwei Titel einreichen. Sie müssen jeweils zwischen Oktober des Vorjahres und September erschienen sein. Sieben Juroren, die jährlich wechseln, sichten die Einsendungen und stimmen ab. Der Preis ist mit 37.500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25.000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro.

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