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Verleihung Badawi Award : Man muss etwas tun

Der jemenitische Menschenrechtsanwalt und Journalist Abdul-Rahman Al-Zbib. Bild: obs

Der Journalist Abdul-Rahman Al-Zbib setzt sich seit Jahren gegen Menschenrechtsverletzungen im Jemen ein. Dafür hat er nun den Raif Badawi Award erhalten.

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          Eine Preisverleihung über Zoom hat etwas Konspiratives: Natürlich ist es nicht ganz so feierlich, wenn einige der Teilnehmer zu Hause vor ihren Wohnzimmerlampen und Bücherregalen sitzen und immer wieder fragen: „Hallo, hallo? Hört ihr mich?“ Es ist aber etwas persönlicher, als es in einer großen Festhalle mit lautem Applaus wäre. Anlass zur virtuellen Zusammenkunft war die Vergabe des Raif Badawi Awards für mutige Journalisten, der am Mittwochabend von der Friedrich-Naumann-Stiftung und dem Börsenverein des deutschen Buchhandels vergeben wurde.

          Der diesjährige Preisträger, Abdul-Rahman Al-Zbib, war aus seinem Wohnzimmer im Jemen zugeschaltet. Der 39 Jahre alte Jurist und Journalist setzt sich seit Jahren gegen Menschenrechtsverletzungen in seinem Heimatland ein. Mit seinen Kolumnen, heißt es in der Begründung der Jury, zu der auch Ensaf Haidar, die Ehefrau des inhaftierten saudischen Journalisten Raif Badawi gehört, greife er gesellschaftliche Themen auf und stoße als Jurist gesetzliche Änderungen an. In der Sendung „Window of Justice“ des Radiosenders Yemen Times etwa bietet Al-Zbib Bürgern die Möglichkeit, bei ihren Problemen Rechtshilfe zu bekommen. In verschiedenen Zeitungen berichtet er über Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung oder schreibt über Menschenrechtsverletzungen in jemenitischen Gefängnissen.

          In einem Land wie dem Jemen, das auf der Liste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ Platz 167 von 180 belegt, ist das keine einfache Aufgabe: „Auch im Jemen ist es so, wie in der gesamten arabischen Welt, dass Journalisten und Journalistinnen Repressionen ausgesetzt sind“, sagt der Preisträger an diesem Abend. Doch sei es wichtig, dass die Welt über die Situation in seinem Land informiert werde. Es gebe durchaus Aktivisten, die versuchten, sich zu wehren: „Auch wenn wir hier gerade unter dem Krieg leiden, ist es uns nicht gleich, wenn Menschen verfolgt werden.“ Es reiche nicht, sich zu beschweren, man müsse etwas tun.

          Keiner kann sagen, man habe nichts gewusst

          Die Laudatio auf Al-Zbib hielt an diesem Abend Agnes Callamard, die UN-Sonderberichterstatterin für außergerichtliche, standrechtliche und willkürliche Erschießungen, die auch den Mord am saudischen Journalisten Jamal Kashoggi im arabischen Generalkonsulat in Istanbul untersucht hat. Von Kashoggi spricht Callamard viel, habe dieser Fall doch deutliche Lücken und Defizite im internationalen System aufgezeigt: „Wir sind auf gezielte Tötungen sehr schlecht vorbereitet.“ Die internationale Gemeinschaft müsse dringend effizientere Mittel finden, um der Bedrohung der Meinungsfreiheit durch die Inhaftierung und Tötung von kritischen Journalisten weltweit entgegenzutreten. Es sei nicht genug, nur das zu bewahren, was man schon erreicht habe. Die UN und ihre Mitgliedstaaten müssten offensiver gegen Menschenrechtsverletzungen vorgehen.

          Auch zur Situation im Jemen, wo 80 Prozent der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, fanden sowohl Callamard als auch Al-Zbib klare Worte. Regierungen, die Waffenexporte unterstützten, machten sich am Elend der Menschen mitschuldig, sagte Callamard. Kein Staat könne sagen, er habe von der Lage im Jemen nichts gewusst. Al-Zbib wiederum betonte, wie wichtig es sei, „die Stimme gegen Unterdrückung“ zu erheben. Auch wenn er selbst Gefahr laufe, eines Tages verhaftet zu werden, gehe er weiter an die Öffentlichkeit. „Ich halte durch“, sagte er. „Ich fürchte nicht um mich selbst.“

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