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Festakt : 73. Frankfurter Buchmesse eröffnet

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Die kanadische Generalgouverneurin Mary May Simon während ihrer Rede bei der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse 2021 Bild: Frank Röth

Mit einem Festakt wurde die 73. Frankfurter Buchmesse eröffnet. Besucher können nach dem Pandemiejahr 2020 bis Sonntag wieder eine analoge Hallenausstellung besuchen.

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          Mit einem Appell für einen kreativen „Aufbruch“ hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die 73. Frankfurter Buchmesse eröffnet. Grütters sagte am Dienstagabend in der Frankfurter Festhalle: „Wir feiern heute die Rückkehr der literarischen und publizistischen Welt nach Frankfurt.“ Nach anderthalb Jahren der Corona-Pandemie, in denen Lesestoff noch mehr als sonst „Seelennahrung“ gewesen sei, setze die Frankfurter Buchmesse „die Segel für einen neuen Aufbruch“. Die bis Sonntag dauernde Messe mit 2000 Ausstellern aus 80 Ländern steht mit 1400 Veranstaltungen unter dem Leitwort „Wie wollen wir leben?“.

          Nachdem die Buchmesse 2020 pandemiebedingt nur digital stattfand, gibt es 2021 wieder eine Hallenausstellung und zusätzlich digitale Angebote. Um dies möglich zu machen, werde die diesjährige Buchmesse mit bis zu sieben Millionen Euro aus dem Bundeskulturetat gefördert, so die CDU-Politikerin. Das ermögliche etwa eine Rabattierung der Standgebühren für die Aussteller. Die Messe sei die weltweit größte Plattform für die Buch- und Verlagsbranche. Grütters dankte allen, die „die Buchbranche am Leben gehalten und im Großen und Ganzen wohlbehalten durch die Krise gebracht haben“.

          Anlässlich des Auftritts des Gastlandes Kanada lobte die Kulturstaatsministerin die Rolle der Übersetzer. „Vielfalt braucht Übersetzerinnen und Übersetzer, und die fähigste Übersetzerin ist die Literatur selbst.“ Denn sie erkunde vielschichtig, was Menschsein ausmache. „Sie offenbart, warum Menschen denken, fühlen, lieben, glauben und handeln, wie sie es tun. Sie ist damit eine Quelle für Verständnis und Mitgefühl und als solche bitter notwendig in einer Welt, in der Unterschiede und Ambivalenzen zunehmend auf Abwehr stoßen“, so Grütters.

          „Mittel zur Zeitreise und Maschinen für Mitgefühl“

          Die für ihre dystopischen Romane bekannte kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (81) – live zugeschaltet aus ihrem Heimatland – sagte mit Blick auf die Pandemie: „Wir Mitglieder der Menschheit haben sehr schwere Zeiten durchgemacht hier auf dem Planeten Erde – und es ist noch nicht vorbei.“ Corona habe gezeigt, „wie fragil wir sind als Menschen“, aber auch, wie widerstandsfähig und kreativ.

          Dies zeige sich besonders in der Literatur, die auch schon kommende Krisen wie den Klimawandel im Blick habe. „Jedesmal, wenn Sie ein Buch lesen, hören Sie eine Stimme, die zu Ihnen spricht – und egal, wie isoliert Sie sich fühlen, Sie wissen, dass Sie nicht allein sind“, sagte Atwood. Bücher seien „Mittel zur Zeitreise und Maschinen für Mitgefühl“. Sie seien systemrelevant, so wie Apotheken. Zudem plädierte Atwood für kulturelle Vielfalt in der Gesellschaft: „Die Natur hat nichts übrig für Monokulturen.“

          Die Generalgouverneurin von Kanada, Mary May Simon, betonte in Frankfurt die Bedeutung von Büchern, aber auch von mündlicher Überlieferung indigener Völker: „Unsere Geschichten verbinden uns, geben uns Kraft. Wir müssen uns unsere guten Geschichten erzählen, aber auch unsere schlechten.“

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