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Frankfurter Buchmesse : Meinungsfreiheit, Absagen und mäßig gefüllte Hallen

Mäßig gefüllt – Blick in eine Halle der Buchmesse. Bild: dpa

Auch in reduzierter Form mangelt es der Buchmesse nicht an Gesprächsstoff: Wer ist überhaupt da? Warum ist ein rechter Verlag direkt beim Blauen Sofa plaziert? Und welche Farbe hatte die Maske von Christian Kracht?

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          Mittwoch war noch leer, Donnerstag kam dann der Sturm. Hielt ein paar Züge auf dem Weg nach Frankfurt auf. Und blies die Dauergesprächsthemen einmal quer über das Gelände, das inzwischen mit jeder Stunde etwas voller zu werden schien. Und blies sie auch wieder dorthin zurück, woher sie gekommen waren: Denn ein paar der Fragen, die seit Beginn der Frankfurter Buchmesse kursierten, waren einfach nicht zu beantworten. Oder jedenfalls nicht auf der Messe selbst. Oder die Antworten veränderten sich. Oder die Fragen waren nur der obligatorische Einstieg für die Businessgespräche, die – nach der ausgefallenen beziehungsweise digitalen Messe im Vorjahr – jetzt wieder von Angesicht zu Angesicht geführt werden durften: ob die Messe in dieser reduzierten Form funktioniert. Vielleicht am Ende sogar angenehmer als vorher? Wie unheimlich die leeren Hallen und ihre spärlichen Stände nun ganz genau waren. Und wie viele Literaturagenten doch noch gekommen waren (die niederländischen angeblich, als sie merkten, dass was geht. Und die Briten.) Und warum schon wieder über rechtsextreme Aussteller diskutiert werden musste. Wo also die Frankfurter Buchmesse nicht nur 2020, sondern seit 2017 gewesen sei, als der Konflikt um rechte Verlage und linke Proteste erstmals ausgebrochen war.

          Tobias Rüther
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Und es ging auch darum, wo abends doch noch irgendwo eine Party war, so wie früher, fürs kollektive Rumstehen, Rauchen und Erkälten. Die großen Partys der Verlage waren zwar schon vor der Pandemie nach und nach aus der Messewoche verschwunden, eine Kostenfrage. Jetzt aber feierten die Verlage sich und ihre Bücher bei Abendessen im kleineren Kreis, verteilt auf mehrere Abende. Das ähnelte dann tatsächlich der Leipziger Messe, die sich traditionell stärker an das große Publikum richtet und bei der Verlagspartys klein ausfallen.

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