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Piratin Marina Weisband : Diese Frau will Ihnen Ihre Urheberrechte wegbimseln!

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Die Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, bei ihrem Messeauftritt im Mousonturm Bild: F.A.Z.

Jetzt ist sie schon wieder weg: Was wollte Marina Weisband, Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, auf der Buchmesse? Und wie war es? Ein Telefonat.

          Wo sind Sie gerade?

          Ich bin in Münster.

          Nicht mehr auf der Buchmesse?

          Ich muss noch auf die „Open Minds“ nach Kassel, wo wir uns Gedanken über die Zukunft der Gesellschaft machen.

          Ah! Hatten Sie für die Reise etwas zum Lesen dabei? Ein E-Book?

          Ich habe mir den „Spiegel“ gekauft und tatsächlich ein Buch in der Tasche, Tolstoi. „Wo Liebe ist“.

          Nichts heruntergeladen in letzter Zeit?

          Ich lebe mit einem Buchhändler zusammen. Deswegen kaufe ich relativ häufig Bücher. Ich lese keine E-Books, allerdings alle Zeitungen und Zeitschriften online.

          Wie hat Ihnen denn Ihre erste Buchmesse gefallen?

          Mir gefällt, dass es wieder eine politische Aktivität unter Autoren gibt. Wie zum Beispiel bei Richard David Precht. Was mir weniger gefällt, ist, dass die Buchbranche den neuen Chancen des Internets wenig Platz einräumt.

          Was wollen Piraten überhaupt auf der Buchmesse?

          Es gab eine Demonstration der Piraten gegen
          das Leistungsschutzrecht. Wir finden es bedenklich, dass Branchen, die auf dem freien Markt kein Bestehen hätten, künstlich finanziert werden. Wir haben die Möglichkeit, Autoren anders zu vergüten und die Werke jedem frei zugänglich zu machen. Es ist überhaupt nicht notwendig, dass ein E-Book so viel kostet wie ein Buch, das ja Papier verbraucht.

          Sechzig Prozent aller E-Books werden aber illegal heruntergeladen.

          Das ist ein Phänomen, das nicht begrüßenswert, aber natürlich ist. Es ist gut, dass wir kopierbare Güter haben, denn so habe ich etwas Neues, und der andere hat keinen Verlust. Es muss ein neues Finanzierungsmodell für Autoren geben.

          Wer soll dabei Ihrer Meinung nach weniger Geld bekommen? Autoren? Verleger?

          Der Vertrieb. Was ich sehr begrüßenswert finde, ist die Tauschbörse von Amazon, wo man sich E-Books leihen kann.

          Der Kopierschutz muss weg?

          Auf jeden Fall.

          Kennen Sie Gottfried Honnefelder?

          Nein.

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