https://www.faz.net/-gsp-y1qy

Nobelpreisverlag Suhrkamp : Da waren’s nur noch vier

  • -Aktualisiert am

Aus dem Frankfurter Häuschen: Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz Bild: ©Helmut Fricke

Suhrkamp im Nobelpreisglück und in Nöten: Nur vier Bücher vom Hausautor und neuen Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa waren am Stand nach der Verkündigung aufzutreiben - in der Taschenbuchausgabe. Bestellt wurde anschließend ein Vielfaches.

          Das hat der Teufel koordiniert. Exakt als Norbert Gstrein um 13 Uhr im Agora-Lesezelt seine ganze Wahrheit des Suhrkamp Verlags vorzulesen beginnt, bricht bei selbigem frenetischer Jubel aus: Mario Vargas Llosa erhält den Nobelpreis! Auf einen Preisträger hatte man natürlich gehofft (Uwe Tellkamp vielleicht?), die Geschäftsleitung war also vor Ort. Was die Verlegerin Ulla Berkéwicz aber doch verlegen machte: Von Vargas Llosa hatte man nur vier Bücher im Gepäck, und zwar physisch verstanden, nämlich vier Taschenbuchausgaben des letzten übersetzten Titels des Autors aus dem Jahre 2006.

          Für diese wurde auf der Stelle Personenschutz abgestellt: Zwei resolute Damen rempelten alle Langfinger weg. Nachdem es Helmut Fricke, dem heldenhaften Fotografen der F.A.Z., dann doch gelang, den Wächterinnen die Bücher zu entreißen, posierte schließlich die Suhrkampchefin vor den Kameras der Welt mit dem Werk über eine Heiratsschwindlerin, das – ausgerechnet – „Das böse Mädchen“ heißt.

          Währenddessen brach in einer anderen Ecke des Standes schwere Hektik aus. „Eins nach dem anderen“, brüllte jemand. „Das Wichtigste ist jetzt, die Nachauflagen festzulegen, dann alles andere.“ Bestellt wurden schließlich fünfzigtausend Exemplare der acht Bestsellertitel des Autors – fürs Erste. Akut mussten Bücher des Nobelpreisträgers organisiert werden, bevor die Kameras wieder abziehen würden – und plötzlich schien es doch einen Grund zu geben, der gegen den Umzug nach Berlin gesprochen hätte. Vielleicht findet sich ja was von Llosa bei Zweitausendeins.

          Weitere Themen

          Rezo kritisiert die Medien

          Youtuber vs. Print : Rezo kritisiert die Medien

          Drei Tage vor der Europawahl wurde der Youtuber Rezo mit einem Video bekannt, in dem er harte Kritik an der CDU übte. Jetzt nimmt er sich die Zeitungen vor.

          Hoffnung im Ansicht der Apokalypse Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Endzeit“ : Hoffnung im Ansicht der Apokalypse

          Blutverschmierte Münder, abgehackte Gliedmaßen und non-stop Action – so kennt man als geneigter Zuschauer das Zombiefilm-Genre. Wie sich der deutsche Film „Endzeit“ dagegen abhebt, und warum man gerade als Nicht-Zombie-Fan den Gang ins Kino wagen sollte erklärt FAZ-Redakteur Andreas Platthaus.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.