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Nobelpreis für Literatur : Reich-Ranicki: Vargas Llosa „eine sehr gute Entscheidung“

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Der peruanische Autor, Politiker und engagierte Weltbürger Mario Vargas Llosa erhält den diesjährigen Nobelpreis für Literatur. Vargas Llosa habe „sehr gerührt und begeistert“ auf die Zuerkennung des Preises reagiert, berichtete der Chef der schwedischen Nobel-Jury.

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          Der peruanische Autor Mario Vargas Llosa hat „sehr gerührt und begeistert“ auf die Zuerkennung des Literaturnobelpreises reagiert. Das berichtete der Chef der schwedischen Nobel-Jury, Peter Englund, nach der Bekanntgabe der Entscheidung am Donnerstag. Llosa hält sich in New York auf, wo er an der Princeton-Universität lehrt.

          „Er war schon um fünf Uhr aufgestanden, um sich auf eine Vorlesung vorzubereiten. Unseren Anruf bekam er um viertel vor sieben und war schon kräftig am Arbeiten“, berichtete Englund. Llosa habe angekündigt, dass er zur Preisverleihung am 10. Dezember nach Stockholm kommen wolle. In einer ersten öffentlichen Redaktion wertete Vargas Llosa seine Auszeichnung als Anerkennung für die gesamte lateinamerikanische
          und spanischsprachige Literatur. „Und darüber sollten wir uns alle auf jeden Fall freuen“, sagte er in einem Telefonat mit dem kolumbianischen Radiosender RCN.

          Die Begründung der Akademie

          Der Nobelpreis für Literatur gilt als wichtigste literarische Auszeichnung der Welt. Er wird seit 1901 fast jährlich vergeben. Der schwedische Preisstifter Alfred Nobel (1833 bis 1896) hatte in seinem Testament bestimmt, dass derjenige den Preis erhält, „der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealistischer Richtung hervorgebracht hat“. Das Werk soll von sehr hohem literarischen Rang sein und dem Wohle der Menschheit dienen. Nobel selbst gilt als literarisch sehr interessiert.

          Der von der Schwedischen Akademie vergebene Nobelpreis ist inzwischen mit zehn Millionen Schwedischen Kronen - etwa einer Million Euro - dotiert. Er wird jeweils am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in Stockholm überreicht. Die Akademie würdigte seine „Kartographie von Machtstrukturen und seine scharf gezeichneten Bilder vom Widerstand, der Revolte und dem Scheitern des Individuums“. Akademie-Sekretär Peter Englund rühmte den Autor als Meister der großen Erzählkunst: „Man kann an seiner literarischen Produktion sehen, was für ein leidenschaftlicher Mensch hier am Werk ist“, meinte Englund.

          Lob von Reich-Ranicki, Freude bei den Verlagen

          Marcel Reich-Ranicki hält die Wahl Vargas Llosas für „eine sehr gute Entscheidung“. „Vargas Llosa ist ein Schriftsteller mit Fantasie und Realismus, mit Gefühl für die Figuren. Und er ist sehr gut lesbar.“ Die Nachricht habe ihn „sehr erfreut“, sagte Reich-Ranicki. Im Gegensatz zu früheren Jahren sei dieses Votum der Stockholmer Jury „gar nicht so dumm“. Häufig sei in den vergangen Jahren der Preis an Autoren verliehen worden, die diese Ehre gar nicht verdienten. In diesem Jahr sei das anders: „Vargas Llosa ist ein guter Schriftsteller, ein sehr guter.“

          In Deutschland freut sich auch der Suhrkamp Verlag, der die Werke von Vargas Llosa seit Jahrzehnten verlegt. „Wir sind alle im Glück“ hat Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz: „Es ist eine wunderbare Entscheidung“, sagte sie am Suhrkamp-Stand auf der Frankfurter Buchmesse.

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