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Luxbooks : Von Haus aus Lyrik

Es werde Licht: Christian Lux und Annette Kühn haben den Verlag Luxbooks ins Leben gerufen Bild: Wonge Bergmann

Sie haben keinen Stand auf der Buchmesse und verlegen ihre Bücher im Wiesbadener Wohnzimmer. Aber Christian Lux und Annette Kühn fangen auch gerade erst an. Mit Konzept, Kopf und einem Faible für amerikanische Lyrik.

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          Robert Frost war der Meinung, das erste Opfer von Übersetzungen sei die Dichtung selbst. In ihrer Wiesbadener Wohnung arbeiten Christian Lux und Annette Kühn daran, den amerikanischen Dichter zu widerlegen. In diesem Frühjahr haben sie begonnen, in ihrem Verlag Luxbooks Lyrik aus den Vereinigten Staaten auf Deutsch herauszubringen. Ihre Bücher haben sie so selbstsicher lanciert, dass der kaum bekannte Verlag sich schon vor der Veröffentlichung seines zweiten Programms einen Namen gemacht hat.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was sie tun, haben Lux und Kühn lange geplant. Angemeldet wurde der Verlag schon im Jahr 2001, als Lux gerade mit der Schule fertig war. Kennengelernt haben er und Kühn sich im Studium der Buchwissenschaft und Literaturwissenschaft in Mainz. Seit drei Jahren leben sie in einer Altbauwohnung über dem Wiesbadener Bismarckring, dort, wo die stark befahrene Gründerzeitstraße viel von ihrem Pomp verloren hat und gleich neben dem Laden für Babyausstattungen ein Sex-Shop lockt. Es ist eine Zusammenstellung, die gut ins Werk des einen oder anderen von Luxbooks verlegten Dichters passen würde. Lux liegt die amerikanische Lyrik des zwanzigsten Jahrhunderts: „Bei aller Avantgarde fließt häufig viel mehr ganz gewöhnliche Lebenswelt mit hinein.“ Wenn man nach spannender Literatur sucht, die in Deutschland bislang unverlegt geblieben ist, bietet die amerikanische Nachkriegsdichtung Stoff für viele Jahre und Verlagsprogramme. Bis auf die Beat Poetry ist sie in Mitteleuropa nie wirklich angekommen. Bei Luxbooks soll das in den nächsten Jahren Stück für Stück anders werden, von den Klassikern der Moderne bis zur unüberschaubaren Szene von heute. „Wir wollen die Vielfalt verschiedener Stimmen“, sagt Lux.

          Arbeit, Kind, Verlag

          Im Frühjahr hat er Auswahlbände der Klassiker Hart Crane und Amy Lowell herausgebracht, dazu Zeitgenossen wie Del Ray Cross, Timothy Donnelly, Jennifer L. Knox und Jeni Olin. „Wir haben frech begonnen, die interessanten jungen Autoren anzuschreiben.“ Alle Bände erscheinen zweisprachig im Paperback und in fast quadratischem Format. Die breiten Seiten bieten Platz für die gelungene graphische Gestaltung jedes Bandes. „Wir sind interessiert am Zusammenspiel von visueller und Wortkunst.“ Hier übernimmt Kühn die Führung. Über den Lowell-Band hat sie digital verfremdete Ausschnitte schwarzweißer Blumenfotos verstreut. Nun begleiten Davidslilie und Trompetenwein Lowells Verse vom „Kamelienbaum von Matsue“ und sagen mit reduzierter Üppigkeit einiges über die Kürze und Fülle von deren Lyrik aus.

          Gestaltet wird in der Freizeit. Lux und Kühn haben nicht nur den Verlag, sondern auch ein Kind und Arbeit. Kühn tritt im November eine Stelle bei einem Wiesbadener Verlag an, Lux ist seit 2005 Mitherausgeber des Insel-Almanachs. Zu Hause haben sie daher in den vergangenen zwei Jahren zwischen Esstisch und Schreibtisch Schritt für Schritt entschieden, was sie als Nächstes tun. Weil sie ihren Verlagsplan im Haus am Bismarckring verwirklichen konnten, haben sie den gehörnten Satyr, der neben dem Balkon ihrer Wohnung aus der Hauswand wächst, zum Signet des Verlags gemacht.

          Schon fragen die Dichter

          Vom Satyrhaus aus bleiben Lux und Kühn in Verbindung mit Autoren, Übersetzern und Illustratoren. Alles geht per E-Mail, telefoniert wird kaum. Gesetzt wird am Computer, danach geht das Buch zur Korrektur an alle Beteiligten. Gedruckt wird außer Haus, bei einer schwäbischen Druckerei, die preiswert, zuverlässig und schnell ist. Um den Vertrieb kümmern sich Lux und Kühn von Wiesbaden aus. Sie haben für die Gründung des Verlags jahrelang gespart, müssen im Augenblick aber viel Geld für Werbung ausgeben. Es lohnt sich: Die Reaktionen und Verkaufszahlen haben sie überrascht. „Wir haben gedacht, wir würden ins Leere publizieren.“

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