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Ein Brief von Kafka : Liebesgrüße von Dr. F.

  • -Aktualisiert am

Diesen Briefumschlag bekam das Deutsche Literaturarchiv Marbach geschenkt. Sein Inhalt war einst brisant. Bild: DLA Marbach

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat den Umschlag eines Kafka-Briefs geschenkt bekommen. Darin befand sich einst ein denkbar heikles Schreiben.

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          Neulich bekam das Deutsche Literaturarchiv in Marbach per Post einen Briefumschlag zugeschickt. Die Sendung bestand nicht etwa aus einem leeren Kuvert, dieses selbst war der wohlverpackte Inhalt eines Einschreibebriefs. Das sind verkehrte Verhältnisse, denn selbstverständlich ist es Sinn eines Briefumschlags, einen Brief zu umhüllen, nicht aber, selbst umhüllt zu werden. In diesem Fall aber erklären die Aufschriften auf dem Umschlag das Kuriosum: „Fräulein Felice Bauer“ steht da als Adressatin und „Dr. F. Kafka“ als Absender.

          Der Aufmerksamkeit eines fünfzehnjährigen Schülers ist es zu verdanken, dass dieses ikonische Kuvert aus einer ihm geschenkten Briefmarkensammlung zutage kam; in der Tat trägt es zwei der zuerst 1908 ausgegebenen Zehn-Heller-Briefmarken der Kaiserlich-Königlich Österreichischen Post, denn seinen ersten Weg in einen Briefkasten fand es am 1. Juli 1913 in Prag, damals zur österreich-ungarischen Monarchie gehörig. Das Bildnis des greisen Kaisers Franz auf der Briefmarke, von Koloman Moser zum sechzigjährigen Regierungsjubiläum entworfen, verblasst jedoch trotz der roten Hintergrundfarbe gegenüber den charakteristischen Schriftzügen seines gleichnamigen Prager Untertanen, der ihn – Sissi hin oder her – an Weltruhm bald überflügeln sollte.

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