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Wie sich das Leben in der Türkei verändert

Bülent Mumay leitete bis Oktober 2015 die Online-Redaktion der Zeitung „Hürriyet“. Aufgrund des politischen Klimas in der Türkei wurde er entlassen und nach dem Putschversuch im Sommer 2016 kurzzeitig festgenommen. Hier schreibt er über die Veränderungen in seiner Heimat.

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  • Früher wurde viel gelacht. Heute ist es still in Istanbul geworden.

    Brief aus Istanbul : Niemand traut dem anderen noch über den Weg

    Ist der Ausnahmezustand schon zum Normalzustand geworden? Getrieben von Paranoia und Furcht, drehen wir wegen eines Magazincovers durch, und ein Polizist greift zur Waffe. Spaltet die Gülen-Bewegung das Land?
  • Zu tausend Jahren Gefängnis sollte er verurteilt werden: Der türkische Journalist Cetin Altan im Jahre 1975.

    Brief aus Istanbul : Kein Halten, die Jagd geht weiter

    1971 verhaftete die türkische Militärjunta den Journalisten Çetin Altan: Er habe einen Putsch geplant. Tausend Jahre sollte er in Haft. Das Regime Erdogan ergreift nun seine Söhne.
  • Die alte Militärakademie in Istanbul ist aufgrund von Massenentlassungen nicht mehr funktionsfähig. Alles Gülenisten? Wohl kaum.

    Brief aus Istanbul : Die Rückkehr der Sippenhaft

    Schuld, so will es das universelle Recht, ist immer individuell. Das gilt in Erdogans Türkei aber nur dann, wenn der Angehörige Mitglied der AKP ist, wie das Beispiel eines führenden Putschisten zeigt.
  • Man wollte schon immer schnell weg aus Ankara, der Beamtenstadt. Seit dem Putsch will man es noch schneller.

    Brief aus Istanbul : Alle Wege führen fort von Ankara

    In der Hauptstadt der Türkei sind die Spuren des Putsches allgegenwärtig. Sie finden sich am ausgebombten Parlament und bei jedem Auftritt des Staatspräsidenten Erdogan.
  • Und die neue Bosporusbrücke benennen wir nach dem glühendsten Alevitenhasser der türkischen Geschichte – im Namen des inneren Friedens. So geht Demokratie!

    Brief aus Istanbul : Muslimisch für sich selbst

    Muslimisch und demokratisch wollte die AKP sein, und vielen galt das immer als unmöglich. Nun zeigt sich, dass die Erdogan-Partei eine sehr eigene Auffassung vom Prinzip Demokratie pflegt.
  • Salz und Pfeffer: Einige türkische Polizisten sahen sich angesichts der Gewürzspender an den PKK-Chef Abdullah Öcalan erinnert.

    Brief aus Istanbul : Die Festnahme von zwölf Salzstreuern

    Die ständigen Nachrichten vom Terror, von Krieg und Zerstörung zerreißen uns das Herz, wir wollen uns nicht an sie gewöhnen. Bisweilen hilft nur bitterer Humor.
  • Brief aus Istanbul : Das Leid nimmt kein Ende

    Die Türkei ist die Heimat der Erbarmungslosigkeit. Nun hat die Gewalt die Stadt Gaziantep im Osten des Landes ergriffen. Es gibt kein Entrinnen.
  • Sie reiht sich nicht ein in den Chor der Erdogan-Jubler: Die Sängerin Sila Gencoglu.

    Brief aus Istanbul : Du gehörst der finsteren Erde

    Präsident Erdogan lädt zur Massenkundgebung, und alle folgen seinem Ruf. Nur die berühmte Sängerin Sila nicht. Daraufhin wird sie mit Hass und Häme überschüttet: Ein Lehrstück aus der neuen Türkei.
  • Im Mai 2014 rastete Yusuf Yerkel, damals noch ein Berater Erdogans, gegenüber einem Demonstranten aus.

    Brief aus Istanbul : Eine Ausrede wie aus dem Kindermund

    Das Minenunglück von Soma, der Abschuss eines russischen Kampfjets: Gleichgültig, um welchen Skandal oder um welches Verbrechen es gerade in der Türkei geht, der Schuldige ist nun immer die Fethullah-Gülen-Organisation.
  • Hand in Hand für Erdogan: Der Geistliche Ahmet Mahmut Ünlü, genannt Ahmet Hodscha, kann Generalstabschef Hulusi Akar nicht schnell genug die Hand geben

    Brief aus Istanbul : Das ist das Bild der neuen Türkei

    Auf der Kundgebung „für Demokratie und Märtyrer“ in Istanbul zeigt sich, wer im türkischen Staat, wie ihn Recep Tayyip Erdogan beschwört, mit wem gemeinsame Sache macht.
  • Bülent Mumay bei seiner Verhaftung am 29. Juli

    Brief aus Istanbul : Eines Nachts, unvermutet

    Vergangene Woche wurde ich in Istanbul verhaftet. Man warf mir vor, die Putschisten zu unterstützen. Jetzt bin ich wieder auf freiem Fuß – und noch entsetzter über mein Land als zuvor.