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Wie sich das Leben in der Türkei verändert

Bülent Mumay leitete bis Oktober 2015 die Online-Redaktion der Zeitung „Hürriyet“. Aufgrund des politischen Klimas in der Türkei wurde er entlassen und nach dem Putschversuch im Sommer 2016 kurzzeitig festgenommen. Hier schreibt er über die Veränderungen in seiner Heimat.

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  • Recep Tayyip Erdogan spricht am 17. November vor Abgeordneten seiner Partei in Ankara.

    Brief aus Istanbul : Der Winter naht

    Die türkische Lira verfällt, die Inflation steigt, die Heizkosten steigen stark an, und viele Menschen werden frieren. Präsident Erdoğan aber hält sich für einen großen Ökonomen.
  • Osman Kavala am 11.Dezember 2014 auf einer Pressekonferenz im EU-Parlament.

    Brief aus Istanbul : Wann kommt Osman Kavala endlich frei?

    Der Kulturmäzen Osman Kavala ist seit Jahren zu Unrecht in Haft, Syrer werden wegen Bananen ausgewiesen, und Kirschen sind eine gefährliche Sache: neue Nachrichten aus Erdoğans Reich.
  • Nicht nur der Fußball verbindet sie: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Begleitung von Yildirim Demirören (r.) im Juni 2018 im Museum der Republik in Ankara.

    Brief aus Istanbul : Sie plündern den Staat aus

    Die Pandora Papers zeigen, was wir wissen: In der Türkei füllen sich Erdoğan-treue Bosse die Taschen und schaffen ihr Geld in Steueroasen. Wie lange geht das noch?
  • Der übliche Gruß: Recep Tayyip Erdogan bei einer Versammlung der AKP.

    Brief aus Istanbul : Erdoğan hechelt hinterher

    Die wirtschaftliche Lage in der Türkei ist düster, die internationale Kritik an der türkischen Regierung wird lauter. Was macht der Präsident? Er greift zum Basketball.
  • Seite an Seite: Recep Tayyp Erdogan und Ali Erbas bei der Eröffnung einer Moschee in Istanbul im Mai 2019.

    Brief aus Istanbul : Vor Satan geschützte Zonen

    Erdoğan spielt sich als großer Herrscher auf, doch seine Machtbasis erodiert. Er versucht, islamistischen Wählern mit mehr Religion zu kommen. Wenn ihr Kühlschrank leer ist, bringt das nicht viel.
  • Der türkische Präsident Erdogan am 11. September 2021 bei einer Rede in Istanbul

    Brief aus Istanbul : Die ersten Gefolgsleute setzen sich ab

    In der Erdoğan- und AKP-Wählerschaft werden ernsthafte Auflösungserscheinungen sichtbar. Der Zerfall zeigt sich auch in der Bürokratie, selbst in der Partei des türkischen Präsidenten.
  • Flüchtlinge, die zumeist aus Afghanistan stammen, in einem türkischen  Abschiebezentrum an der Grenze zu Iran

    Brief aus Istanbul : Wir sitzen auf einem Pulverfass

    Um sich Europa und den Vereinigten Staaten anzudienen, bietet Recep Tayyip Erdogan die Türkei als Aufnahmeland für Flüchtlinge aus Afghanistan. Dabei sitzt er auf einem Pulverfass. Und warum bekommt er vom Europarat Geld?
  • Hand in der Tasche, Hände zur Raute: Recep Tayyip Erdogan und Angela Merkel beim Nato-Gipfel Mitte Juni in Brüssel.

    Brief aus Istanbul : Flüchtlingserpressung geht immer

    Der türkische Präsident weiß, wie er den Westen packt: Nun nutzt Erdoğan das Versagen Europas und der USA in Afghanistan aus. Damit er in der Türkei weiter machen kann, was er will.
  • Recep Tayyip Erdogan am 9. Juli in Diyarbakir

    Brief aus Istanbul : Feinster Sand für den Sultan

    In der Türkei grassiert die Armut, fast die Hälfte der Jüngeren ist arbeitslos. Fotos der Sommerresidenz von Erdogan an der Ägäis zeigen, welche Rechnung das zum Sparen genötigte Volk bezahlt.
  • Trügerische Siegespose: Die deutsch-bulgarische Sängerin Liana Georgi setzt Ende Juni auf einer verbotenen LGBTQ+-Demonstration Zeichen

    Brief aus Istanbul : Worum wir Liana beneiden

    Türkischer Sommer: Angriffe auf Journalisten und Oppositionelle bleiben ungeahndet. Eine Deutsche demonstriert unbehelligt beim Pride-Marsch. Und der Westen, der sich rühmt, Wiege der Demokratie zu sein, mischt sich nicht ein.
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt: Präsident Recep Tayyip Erdoğan versprach der Türkei 2021 als „Jahr der Reformen“.

    Brief aus Istanbul : Für einen IS-Killer nur Hausarrest

    Für 2021 rief der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan das „Jahr der Reformen“ aus und versprach mehr Freiheit. Davon profitieren nun allerdings vor allem Terroristen und andere Straftäter.
  • Teilt aus: der geflüchtete Mafiaboss Sedat Peker

    Brief aus Istanbul : Die Mafia spricht

    Die Medien in der Türkei hat Erdogan zum Schweigen gebracht. Wer sagt uns nun, an wen Waffen in Syrien gingen? Ein Krimineller, dessen Videos dem Präsidenten zu schaffen machen.
  • Erdogan gibt nach einer Kabinettsversammlung im Mai 2021 eine Stellungnahme ab.

    Brief aus Istanbul : Du gehörst mir oder der schwarzen Erde

    Auf diese Politik der „schwarzen Erde“ lautet die Formel der De-facto-Diktatur in der Türkei: Wen Präsident Erdogan nicht auf seine Seite ziehen kann, den versucht er zu vernichten.
  • Erdogan im Mai 2021 bei einer Ansprache in Ankara

    Brief aus Istanbul : Im schlimmsten Fall bleibt er in der Türkei

    Präsident Erdogan spricht nicht nur absurde Verbote aus. Er leistet sich dabei schöne Versprecher. Bei Korruption und Polizeigewalt versteht er keinen Spaß: Man darf sie nicht dokumentieren.
  • Der Staatspräsident grüßt: Recep Tayyip Erdogan am vergangenen Mittwoch in der türkischen Nationalversammlung

    Brief aus Istanbul : Frag nie, nie, nie nach 128!

    Ein Wort, ein Vorgang: Sultan Abdulhamid II. verbot Wörter wie „Gerechtigkeit“ und „Freiheit“. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verbietet nun eine Zahl.
  • Um den Besuch des chinesischen Außenministers bei Präsident Erdogan nicht durch Proteste zu stören, wurde ein Oppositionspolitiker per Corona-App zum Infizierten erklärt und unter Hausarrest gestellt.

    Brief aus Istanbul : Putschparanoia

    Während ein Sachbearbeiter der AKP in seinem SUV natürlich nur mit Puderzucker hantiert, lebt die Hälfte des Landes vom Mindestlohn, und mahnende Admiräle werden verhaftet: Die Türkei im falschen Film.
  • Präsident Erdogan am Mittwoch auf dem Kongress seiner AKP in Ankara

    Brief aus Istanbul : Erdogan pokert hoch: Palast oder Türkei

    Die Lira fällt und fällt und fällt, der türkische Präsident entlässt den Zentralbankchef. Dass er sein Glücksspiel gleichzeitig für sich selbst und für sein Land gewinnen kann, ist unwahrscheinlich.
  • Der türkische Präsident Erdogan bei der Ankündigung wirtschaftlicher Reformen am Freitag in Istanbul

    Brief aus Istanbul : Kauft Erdogan seine „Reformen“ nicht ab!

    Glaubt man dem türkischen Präsidenten, wird 2021 „das Jahr der Reformen“. Doch dass sein Reformpaket die von ihm persönlich ausgesetzten Grundrechte enthält, zeigt nur eines: Im Land herrscht die Willkür.