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Brasilien unter Bolsonaro : Das Virus namens Bozid-17

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Mit Phantasie gegen die Aushöhlung der Demokratie, gegen Bolsonaro und Rassismus: Anhänger der Protestbewegung auf der Avenida Paulista in São Paulo Bild: Imago

Als wäre die Pandemie nicht genug: Präsident Bolsonaro untergräbt das Fundament des brasilianischen Kulturbetriebs. Ein unerschöpflicher Pool williger Amateure, die er in Ämter hievt, hilft ihm dabei.

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          Überall auf der Welt haben Kulturschaffende mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. In Brasilien wütet noch ein zweites Virus namens Bozid-17, das die Kulturwelt nicht minder heftig trifft. Die Bezeichnung spielt auf Bozo an, den amerikanischen Clown (der in den achtziger Jahren im brasilianischen Fernsehen populär war), dessen Name von Oppositionellen als Kürzel für Bolsonaro verwendet wird. Die Zahl 17 bezieht sich darauf, dass Bolsonaro bei den Präsidentschaftswahlen 2018 auf der Wahlliste als Nummer 17 verzeichnet war. Die These, derzufolge Bozid-17 von Ratten (über Schweine oder vielleicht auch Tapire) auf den Menschen übertragen wird, ist nach wie vor unbewiesen. Der Ursprung des Virus ist zwar noch immer nicht eindeutig geklärt, aber die Symptome sind allgemein bekannt.

          Im Anfangsstadium wirkt sich das Virus auf die Fähigkeit des Infizierten aus, den Präsidenten in kritischem Licht zu sehen. Konfrontiert mit den unzähligen öffentlichen Stellungnahmen Bolsonaros, in denen er sich lobend über Diktatur, Folter und Tötungen oder all jene geäußert hat, die den Klimawandel leugnen, Menschenrechte ablehnen und die Gefährlichkeit der Corona-Pandemie in Abrede stellen, meint der Patient nur: „Das hat er nie gesagt.“ Und wenn man ihm Dokumente zeigt, die genau das belegen, erklärt er: „Ja, aber er hat es nicht so gemeint.“

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