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Biogramm : Harrison, der scheue Aushilfsgitarrist

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George Harrison ist tot - ein Porträt in Bildern Bild:

Ex-Beatle George Harrison ist tot. Der ehemalige Gitarrist der „Fab Four“ erlag einem Krebsleiden. Ein Biogramm.

          George Harrison wurde am 25. Februar 1943 in Liverpool geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, hatte drei Geschwister, der Vater war Busfahrer. Mit 13 Jahren kaufte er seine erste Gitarre, auf der Schule lernte er McCartney kennen, der ihn später mit Lennon bekannt machte.

          1958 schloss er sich der Band The Quarrymen an, bei denen er zunächst aber nur Aushilfsgitarrist war. Der scheue und wohl auch wegen seiner abstehenden Ohren gehemmte Elektrikerlehrling passte nicht so recht in den Clan der musizierenden Kunstschüler um Lennon und McCartney.

          Durchbruch mit „Please Please Me“

          1959 gründeten Harrison, Lennon, McCartney und Stuart Sutcliffe eine Band namens Silver Beatles. Ein Jahr später ging die Gruppe, die sich inzwischen nur noch The Beatles nannte, zu sporadischen Gastspielen nach Hamburg. Im Mai 1962 unterschrieb die Band ihren ersten Plattenvertrag, fünf Monate später erreichte die Single „Please Please Me“ die Spitze der britischen Charts - der erste große Erfolg einer bahnbrechenden Bandkarriere.

          Mit 15 Jahren wurde George Harrison von seinem Freund Paul McCartney bei der von John Lennon gegründeten Liverpooler Band THE QUARRYMEN eingeführt und zunächst als Ersatzmann aufgenommen. Im Juni 1960 traten die drei zusammen mit dem Bassisten Stuart Sutcliffe und dem Schlagzeuger Pete Best zum ersten Mal als THE BEATLES auf. Sutcliffe schied aus, Best wurde durch Ringo Starr ersetzt.

          Harrison heiratete 1966 das Modell Patricia Anne Boyd, das ihn knapp zehn Jahre später wegen Eric Clapton verließ. Clapton hatte Boyd in seinem Song „Layla“ angeschmachtet und schließlich für sich gewonnen. Harrison war auf der Hochzeit der beiden und gab später zusammen mit Clapton auch einige Konzerte.

          Nach der Beatles-Zeit hatte Harrison mit „My Sweet Lord“ seinen ersten eigenen Superhit - überschattet jedoch durch ein US-Gerichtsurteil, das darin ein Plagiat von „He's So Fine“ von den Chiffons sah. Die Richter verurteilten Harrison zur Zurückzahlung der Tantiemen.

          Rückzug nach der Ermordung Lennons

          Nach der Ermordung John Lennons in New York im Dezember 1980 hatte sich Harrison völlig in sein gigantisches, schlossartiges Haus bei London zurückgezigen. Seine eigene Angst vor einem Mordanschlag wuchs - zumal er viele Drohungen bekommen hatte. Er ließ den Landsitz mit elektronischen Anlagen wie eine Festung sichern. In der Nachbarschaft zahlreicher Popstars lebte er dort mit seiner mexikanischen Frau, Olivia Arias, die er 1978 geheiratet hatte. Der gemeinsame Sohn, Dahni, war fünf Wochen vor der Hochzeit geboren worden.

          Am 30. Dezember 1999 wurden die schlimmsten Befürchtungen Harrisons wahr. Der geistesgestörte Brite Michael Abram drang nachts in die Villa ein und verletzte ihn mit Messerstichen schwer. Seine Frau rettete ihm das Leben. Sie schlug Abram mit einem
          Schürhaken und dann mit einer Lampe auf den Kopf. Abram, der in den Beatles „Hexen“ sah und glaubte, im „Auftrag Gottes“ zu handeln, wurde vor Gericht für unschuldig erklärt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

          Dann kam der nächste Schlag. Im Juli 2001 wurde Harrison in der Schweiz wegen eines Hirntumors behandelt. Drei Monate zuvor war bei einer Vorsorge-Untersuchung in den USA ein Tumor in der Lunge entdeckt worden. Die Leidensgeschichte Harrisons hatte 1997 mit Kehlkopfkrebs begonnen, den er auf sein jahrelanges Kettenrauchen zurückführte. „Angewidert“ zeigte sich Harrison über Berichte von seinem angeblich bevorstehenden Tod. „Ich hatte ein wenig Kehlkopfkrebs. Es wurde mir ein Teil der Lunge entfernt. Und dann wurde ich fast ermordet. Aber ich fühle mich stärker als je“, hatte er noch im Juli gesagt.

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