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Bildungspolitik : Kultusminister wollen ergänzende Pisa-Studie Ende Juni offenlegen

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Annette Schavan (CDU): "Pisa - ein heilsamer Schock" Bild: Baden-Württembergisches Ministerium für Kultur, Jugend und Sport

Die baden-württembergische Kultusministerin wies die Forderung zurück, die Ergebnisse der ergänzenden Pisa-Studie früher als geplant offenzulegen.

          Die Kultusminister der Länder wollen die ergänzende Pisa-Studie mit Ergebnissen über den Bildungstandard in den einzelnen Bundesländern am 30. Juni veröffentlichen.

          Die baden-württembergische Ressortchefin Annette Schavan (CDU) sagte nach der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin, der geplante Termin zur Veröffentlichung der Ergebnisse solle trotz der im Herbst anstehenden Bundestagswahl nicht verändert werden. Sie wies damit die Forderung zurück, die mit Spannung erwartete Pisa-E-Studie, die Aufschluss über das Bildungsgefälle zwischen den Bundesländern geben solle, früher als bislang geplant offenzulegen.

          Keine voreiligen Schritte

          Die Vorsitzende der KMK, die Thüringer Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski (CDU), verteidigte das Vorgehen der Bundesländer im Umgang mit der Pisa-Studie gegen die Kritik aus Parteien und Verbänden. Die Länder hätten sich unter anderem daran gemacht, die Sprachförderung bei Migrantenkindern, die Lehrerausbildung sowie Förderung bildungsbenachteiligter Schüler zu verbessern. Sie rief die Bildungspolitiker aller Parteien zur Geschlossenheit auf. „Es darf uns nur um die Sache gehen.“ Zugleich warnte sie vor voreiligen Schritten bei der Veränderung der Bildungspolitik. „Das sind Dinge, die nicht direkt von heute auf morgen verändert werden können.“

          Auf der Konferenz stellten Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) und Bayerns Bildungsressortchef Hans Zehetmair (CSU) den Abschlussbericht des Forums Bildung vor, der zwölf Empfehlungen zur Reform der Bildungspolitik in Deutschland enthält.

          Vorwürfe der FDP

          Die Pisa-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte dem Niveau der schulischen Ausbildung in Deutschland im internationalen Vergleich einen relativ schlechten Standard bescheinigt. Im Vorfeld der Kultusministerkonferenz hatten der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft verlangt, deutliche Konsequenzen aus den Ergebnissen der Untersuchung zu ziehen. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle warf der KMK vor, sich stärker mit der Rechtschreibreform zu beschäftigen als etwa mit dem Unterrichtsausfall in den Schulen. Deshalb solle die KMK „entmachtet“ werden.

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