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Wagner-Transkription : Brandfackeln in Walhall, vierhändig

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Das Klavierduo Yaara Tal & Andreas Groethuysen hat die Klavier-Transkriptionen von Alfred Pringsheim erstmals eingespielt. Bild: Sony

Von zwei Szenen der „Götterdämmerung“ fertigte Alfred Pringsheim Klavier-Transkriptionen an. Vor drei Jahren entdeckte sie der Musikwissenschaftler Egon Voss wieder. Jetzt wurden sie eingespielt.

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          Das Vermögen von Alfred Pringsheim war legendär. Märchenhaft auch sein mit Kunstschätzen angefülltes Palais in München und die Großzügigkeit, mit der das Haus der Münchner Gesellschaft offen stand. Außerdem war Pringsheim ein Wagnerianer der ersten Stunde. Dass er Wagners Musik liebte, hielt ihn allerdings nicht davon ab, sie auch zu kritisieren - und so üppig, wie er das Unternehmen Bayreuth förderte, so leidenschaftlich trat er dafür ein: Als er einmal im Streit einem Antiwagnerianer in einer Bayreuther Gastwirtschaft ein Bierglas an den Kopf warf, wurde er fortan von den Freunden nur noch der „Schoppenhauer“ genannt.

          Eine Anekdote, die in mehreren Varianten kursiert. Weniger bekannt ist, dass dieser kluge, witzige und multipel begabte Bayreuth-Patron auch selbst als Musiker aktiv war. Alfred Pringsheim komponierte, auch als Pianist war er außerordentlich brillant, jedenfalls muss er sehr viel besser Klavier gespielt haben als Wagner selbst.

          Das ist abzulesen an den virtuosen, machtvoll farbigen Klavier-Transkriptionen, die er von zwei Szenen der „Götterdämmerung“ anfertigte. Sie wurden von dem Musikwissenschaftler Egon Voss vor drei Jahren wiederentdeckt und jetzt erstmals eingespielt von dem famosen Klavierduo Yaara Tal& Andreas Groethuysen: das fast zwanzigminütige Finale der „Ring“-Tetralogie, mit den donnernd anrollenden Walhall-Erschütterungen, dem Aufbrennen der Götterburg und dem aufgipfelnden Erlösungsmotiv am Schluss - sowie die „Musik beim Tode Siegfrieds“. Und das ist nur erst ein Zipfel des Schatzes: Mehr als vierzig solcher Bearbeitungen von wagnerscher Musik, für zwei Klaviere, vier Hände, soll Pringsheim komponiert haben, die meisten sind überliefert im Nachlass von Katia Manns Zwillingsbruder Klaus - und sie warten nur darauf, endlich wieder aufgeführt zu werden.

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