https://www.faz.net/-gqz-7b6hr

Georg Büchners Zeichner : Als Porträtist war er eher unbeholfen

  • -Aktualisiert am

Der anonyme Büchner-Holzstich aus der „Neuen Welt“ (links) neben dem Stahlstich A. Limbachs mit dem Hinweis auf „A. Hoffmann“ Bild: F.A.Z.

Durch einen Zufallsfund im Jubiläumsjahr ist uns Georg Büchner wieder ein Stück näher gerückt. Wer war sein Zeichner August Hoffmann, der ihn eingehender als die meisten seiner Zeitgenossen betrachtet hat - und wie gut mag er Büchner getroffen haben?

          9 Min.

          Welches Bild können wir uns heute von Georg Büchner machen? Im Zeitalter von Facebook, Google-Bildersuche und Gesichtserkennung im Internet wird oft vergessen, wie wenig gesichert unser Wissen über das Aussehen historischer Persönlichkeiten ist. Das zeigen bei näherer Betrachtung auch die wenigen Darstellungen, die wir von Georg Büchner kennen. Kurz vor seinem zweihundertstem Geburtstag ist zufällig ein mögliches neues Porträt entdeckt worden, das in Fachkreisen gerade heftig diskutiert wird. Eine Bestandsaufnahme des Büchner-Forschers Jan-Christoph Hauschild.

          * * *

          Verfolgen wir zunächst die Spuren der ältesten Büchner-Abbildungen bis zu ihrem Urheber zurück. Das erste veröffentlichte Büchner-Porträt findet sich im Januarheft der sozialdemokratischen Zeitschrift „Die Neue Welt“ aus dem Jahr 1876: ein anonymer Holzstich, der auf einer Fotografie aus dem Atelier des Darmstädters Wilhelm Rudolph beruht. Er trägt die Unterschrift: „nach einer im Besitz der überlebenden Geschwister befindlichen Zeichnung“. Deren Urheber konnten Zeitgenossen nur über den Umweg des Frontispiz-Porträts ausmachen, das der von Karl Emil Franzos besorgten Ausgabe der „Sämtlichen Werke“ Georg Büchners von 1879 voransteht: Der dort abgedruckte, mit „A. Limbach“ signierte Stahlstich nennt „A. Hoffmann“ als Schöpfer der Vorlage, wobei auch der Frankfurter Anton Limbach offensichtlich nach der Fotografie von 1875 gearbeitet hatte.

          Detail des Stahlstichs von A. Limbach

          Weitere Verbreitung fand eine Aufnahme des hinter Glas gerahmten Originals der Hoffmann-Zeichnung mit Büchners Haarlocken in den oberen Ecken. Sie wurde 1930 in der von Paul Elbogen im Rowohlt-Verlag herausgegebenen Sammlung „Geliebter Sohn. Elternbriefe an berühmte Deutsche“ als Kupfertiefdruck veröffentlicht. Die fotografische Vorlage kam aus dem „Historischen Bildarchiv“ des Kunsthistorikers Hermann Handke und muss als verloren gelten. Von derselben Aufnahme leitet sich wahrscheinlich auch eine Reproduktion her, mit der bereits im Jahr zuvor Paul Wiegler den Büchner-Abschnitt seiner 1930 im Ullstein-Verlag erschienenen „Geschichte der deutschen Literatur“ hatte illustrieren können. Dort findet sich auch die erste Reproduktion des Porträts von Büchners Straßburger Verlobter Wilhelmine Jaeglé, ebenfalls eine Bleistiftzeichnung. Das Original war zuletzt im Besitz des Neffen Georg Büchner (1862-1944).

          Der Dachbodenfund hat den vermuteten Urheber bestätigt: August Hoffmanns Büchner-Porträt (Fotografie)

          Die Originale beider Porträts wurden in der Nacht vom 11. auf den 12. September 1944 vernichtet, als Darmstadt durch einen knapp dreißigminütigen Bombenangriff der Royal Air Force zu 78 Prozent zerstört wurde, über elftausend Menschen starben und Zehntausende obdachlos wurden. Ludwig Büchners Urenkelin Susanne Soeder, hatte das Büchnerporträt, wie sie mir am 12. Juni 1986 erzählte, noch aus ihrem brennenden Elternhaus retten können. Mit dem Bild unter dem Arm lief die damals Einundzwanzigjährige, zum Schutz gegen die enorme Hitze in eine nasse Wolldecke gehüllt, auf den Platz vor dem Neuen Palais. Doch im Sog des Feuersturms blähte sich die Decke wie ein Segel auf, das Bild fiel zu Boden, die Verglasung platzte, und der Sog der aufsteigenden heißen Luft riss das Blatt in die Höhe, wo es sich in der Luft entzündete und verglühte. Was blieb, waren mehr oder weniger geglückte Reproduktionen.

          Lange Zeit sah es so aus, als könnten wir uns, abgesehen von den Berichten und Erinnerungen seiner Zeit- und Weggenossen, kein anderes Bild von Büchner machen. Doch Ende der 1960er Jahre entdeckte Heinz Fischer in einem französischen Familienarchiv den Nachlass von Büchners Straßburger Studienfreund Alexis Muston (1810-1888). Er hat Büchner im Oktober 1833 auf einer gemeinsamen Wanderung im Odenwälder „Felsenmeer“ flüchtig porträtiert: Eine winzige Ganzfigur zeigt Büchner sitzend auf einem großen Felsbrocken, darüber ist eine separate Porträtstudie eingefügt. Eine weitere Zeichnung ist als Ausschnitt eines Briefs oder Tagebuchs überliefert.

          Sensationsfund aus den sechziger Jahren: Alexis Mustons Büchner-Skizzen

          1979 kamen Mustons frisch und unmittelbar wirkende Spontanskizzen dem Büchnerforscher Thomas Michael Mayer gerade recht, um das von ihm entworfene neue Büchner-Bild eines libertären Frühkommunisten von sinnlicher Ausstrahlung zu unterstützen. Ausführlich widmete sich Mayer Büchners Frisur. Im Vergleich der Porträts von Hoffmann und Muston schien ihm letzterer das authentischere Konterfei zu bieten: „krause Locken, zuweilen annäherungsweise wohl auch in Zotteln abstehend“, „über den Ohren etwas wirr struppig“, während das Haar bei jenem allzu „wohlfrisiert“ anmute. Für Mayer handelte es sich bei dem Hoffmannschen Porträt eindeutig um einen Elternauftrag; zeige es den Sohn doch „idealisch domestiziert“.

          Ein angeheirateter Onkel

          Bei Recherchen zu den Darmstädter Festlichkeiten anlässlich der Vermählung von Erbgroßherzog Ludwig mit Prinzessin Mathilde von Bayern, von denen sich Büchner für den dritten Akt von „Leonce und Lena“ inspirieren ließ, stieß ich 1992 in der 1834 erschienenen „Chronik der Feierlichkeiten“ auf einen Künstler namens Hoffmann, der für die festliche Dekoration und Illumination ausgewählter Gebäude der Innenstadt am Abend des 10. Januar 1834 mitverantwortlich gewesen war. Nach Recherchen beim Stadt- und Staatsarchiv in Darmstadt, der Akademie der bildenden Künste München, dem Institut für Zeitgeschichte in Frankfurt am Main und dem Reiss-Museum in Mannheim glaubte ich, diesen Hoffmann als den Theatermaler August Hoffmann (Mannheim 1807 bis Frankfurt am Main 1883) identifizieren zu können. Der im Mai dieses Jahres aufgefundene künstlerische Restnachlass von August Hoffmann hat daraus Gewissheit werden lassen: eines der dort überlieferten Porträts, Hoffmanns spätere Frau Christiane Clotz darstellend, ist exakt in gleicher Weise wie das Büchner-Porträt mit „A. H.“ in lateinischen Buchstaben signiert.

          A. H.: Detail aus Hoffmanns Porträt seiner Verlobten Christiane Clotz

          August Hoffmann wuchs in Darmstadt auf, wo sein Vater Franz Hoffmann am Theater als Hofsänger und Hofschauspieler wirkte. Seine Mutter Carolina, geborene Marconi war in erster Ehe mit Wilhelm Meyer verheiratet. Ihre Tochter aus dieser Ehe, die 1796 geborene Magdalene Meyer, heiratete 1832 Büchners Patenonkel Georg Reuß, wodurch sich eine Verwandtschaftsbeziehung zwischen den Familien Hoffmann und Büchner ergab: Als Halbbruder dieser Magdalena Reuß war Hoffmann für Büchner ein angeheirateter Onkel.

          Zusammen mit seinen beiden jüngeren Brüdern Adolph und Ludwig wirkte August Hoffmann in den 1820er Jahren am Darmstädter Theater in Kinderrollen. Von 1824 bis 1827 lernte er in Darmstadt bei Galeriedirektor Franz Hubert Müller zeichnen und malen; anschließend studierte er an der Münchner Kunstakademie Theatermalerei. Spätestens Ende 1833, vielleicht auch schon weit eher, kehrte er zu seiner Familie nach Darmstadt zurück. Am 15. August 1834 wurde er in Frankfurt als Theatermaler angestellt, ein Jahr später heiratete er die sechs Jahre jüngere Pfarrertochter Christiane Clotz aus Sickenhofen.

          Möglicherweise August Hoffmann (rechts) im Kreis der Familie Clotz

          Aber wann hat Hoffmann Büchner porträtiert? Seine Zeichnung trägt kein Datum. Ein Brief, den Büchner Anfang März 1834 aus Gießen an seine Straßburger Freundin schrieb, liefert ein Indiz. Dort heißt es: „Und doch bin ich gestraft, ich fürchte mich vor meiner Stimme und – vor meinem Spiegel. Ich hätte Herrn Callot-Hoffmann sitzen können, nicht wahr, meine Liebe? Für das Modellieren hätte ich Reisegeld bekommen.“ Bereits die Erwähnung vom „jemanden ‚sitzen’“ lässt aufhorchen; in Verbindung mit dem Namen Hoffmann ergibt sich daraus ein Hinweis auf das Porträtiertwordensein: Wie du weißt, lautet die Mitteilung umformuliert, habe ich mich kürzlich von August Hoffmann zeichnen lassen; angesichts meiner derzeitigen psychischen Verfassung hätte ich als Modell für die unheimlichen Geschichten von Callot-Hoffmann getaugt (für das populäre Pseudonym hatte E.T.A. Hoffmann, dessen Figuren mitunter vor ihrer Stimme und ihrem Spiegelbild erschrecken, mit seinen anonym erschienenen „Fantasiestücken in Callot’s Manier“ selbst gesorgt). Das Spiel mit der Namensgleichheit setzt nicht nur beiderseitige E.T.A. Hoffmann-Lektüre voraus; zugleich muss Büchner gegenüber Jaeglé bereits früher vom Porträtsitzen berichtet haben. Es dürfte vor dem 8./9. März 1834 stattgefunden haben.

          Große Leidenschaften und Gemütsbewegungen

          Ohne genauere Kenntnis der künstlerischen Fähigkeiten von August Hoffmann hatte ich 1993 gemutmaßt, dass Büchner Hoffmann im Auftrag der Eltern hatte sitzen müssen und dass eine Kopie des Porträts, nach Straßburg gesandt, die Gegengabe für Jaeglés Porträt gewesen sein könnte. Hatte er doch seiner Freundin Mitte März versichert, dass er halbe Tage „eingeschlossen“ mit ihrem Bild verbringe. Nachdem ich kürzlich durch das Entgegenkommen des Instituts Mathildenhöhe in Darmstadt eine Reihe von Zeichnungen und Skizzen Hoffmanns aus Gießener Familienbesitz in Augenschein nehmen konnte, halte ich es nunmehr für wenig wahrscheinlich, dass Büchners Eltern den als Porträtist eher unbeholfen wirkenden Theatermaler beauftragt haben könnten. Plausibler scheint mir, dass Büchner selbst es war, der den sechs Jahre Älteren um den Gefallen bat; vielleicht gab sich der Verwandte mit einer geldlosen Gegenleistung zufrieden oder verzichtete auf eine Honorierung. Dieses Porträt dürfte für Jaeglé bestimmt gewesen sein und wenig später in Straßburg angekommen sein. Weil das uns bekannte Bildnis aber aus Büchnerschem Familienbesitz stammt und eine entsprechende Beisteuer Jaeglés nicht nachzuweisen ist, gehe ich davon aus, dass Büchner Hoffmann zugleich eine Kopie herstellen ließ. Nach einer Veranlassung für diese Zweitfertigung muss man im Kalender nicht lange suchen: Am 22. März 1834 feierte seine Großmutter Louise Reuß einen runden, nämlich ihren 70. Geburtstag.

          Büchners Verlobte Wilhelmine Jäglé

          Wie gut mag August Hoffmann Büchner in seinem Porträt getroffen haben? Aus den Erinnerungen seiner Freunde wissen wir, dass Büchner ein munterer Unterhalter sein konnte, witzig und erfindungsreich; Muston erlebte ihn sogar als recht ausgelassen. Andere beschrieben sein Verhalten als ablehnend, spröde und schroff, warfen ihm Spottsucht und Hochmut vor – eine große Bandbreite der Gefühle also, von der Hoffmanns Porträt nichts verrät. Tatsächlich war er zu großen Leidenschaften und Gemütsbewegungen imstande, insbesondere gegenüber der Sache, der er sich verschworen hatte. Ebenso wenig kokettiert Büchner auf dem Bild mit seinem geradezu vornehmen und aristokratischen, beinahe prinzlichen Aussehen, das sein Freund Wilhelm Schulz betonte. Ein Bewusstsein für vornehme Schicklichkeit ist ihm nicht leicht abzusprechen: Als Erstsemester in Straßburg kleidete er sich nach Meinung seines Bruders Wilhelm wie ein „sehr eleganter Herr“, „den Hut unter dem Arm, eine Krawatte bis über die Ohren, Sporen an den Stiefeln“, wegen der Kurzsichtigkeit mit einem Augenglas an der Weste; als Gießener Student war er sogar im Hochsommer mit Zylinderhut unterwegs. Die Sehnsucht nach Gleichheit verband sich bei ihm augenscheinlich mit einem ausgeprägten Sinn für Distinktion. Bei Hoffmann präsentiert er sich als bürgerlich bescheiden, ernsthaft und konzentriert; der nach innen gerichtete Blick lässt ihn zugleich als Melancholiker erscheinen.

          Inszenierung als Herzensbrecher

          Auf der Zeichnung trägt Büchner übrigens nicht jenen studentischen „Polen-Rock“, in dem er nach Erinnerung seines Bruders Wilhelm „stolz (...) durch die Strassen der Residenz“ zu schreiten pflegte und der auch im behördeninternen Steckbrief vom 4. August 1834 zusammen mit Hut und Stiefeln als „wahrscheinliche Kleidung“ des mutmaßlichen Hochverräters beschrieben wird, „eine Art Polonaise mit Schnüren auf Brust und Rücken, sog. [P]lattlitzen“. Diese der Pekesche nachempfundene taillierte Jacke galt nach der blutigen Niederschlagung der polnischen Erhebung gegen die russische Oberherrschaft (1831) als Signal politischer Solidarität. Für die Sitzung bei Hoffmann wählte Büchner zu Hemd und Weste ein Modell mit schlichterem Besatz und weichem Kragen.

          Büchner im Operettenkostüm? Der Gießener Dachbodenfund

          Seit dem 25. Mai 2013 wird nun noch ein weiteres Bild als Büchner-Porträt diskutiert. Es stammt aus dem Nachlass von August Hoffmann, ist von diesem signiert und auf 1833 datiert und zeigt einen versonnen dreinschauenden jungen Mann schätzungsweise Anfang zwanzig. Sein sorgfältig frisiertes, stark gelocktes Haar ist links streng gescheitelt, zwischen der Nase und dem zierlichen Mund sprießt ein schwaches Bärtchen. Über dem lässig geöffneten, an den Ärmeln gebauschten Hemd mit breitem Kragen trägt der Jüngling eine dunkle Weste; quer über der Brust verläuft ein schmaler, mit Metallplättchen oder Schmucksteinen besetzter Gurt. Sein linker Unterarm ruht auf einer Tischplatte; in der Hand hält er ein Notenheft, das als Klavierauszug der Cavatine des Zampa aus der komischen Oper „Zampa oder Die Marmorbraut“ von Ferdinand Hérold (1831) zu identifizieren ist. Bei der Kleidung könnte es sich also um ein Theater- oder Opernkostüm handeln.

          Signatur August Hoffmanns unter der Zampa-Zeichnung

          Durch die vom Betrachter mit bloßem Auge zu entziffernde schlüpfrige Arie, in der sich der Korsar Zampa mit seinen Eroberungen brüstet („Wenn ein Mädchen mir gefällt dann hilft kein Widerstreben, hat mein Herz einmal gewählt, so muss sie sich ergeben“), inszeniert sich der Dargestellte als Herzensbrecher – entweder seiner Bühnenrolle entsprechend oder, in Anspielung darauf, gegenüber einer realen beziehungsweise imaginären Geliebten.

          Von hier führt kein Weg zu Georg Büchner. Der litt, eigenem Bekunden nach, schrecklich darunter, wenn „Frauenzimmer in einer Soiree oder einem Konzerte einige Töne totschreien oder winseln.“ Möglicherweise konnte er selbst keinen geraden Ton singen; sein Straßburger Verwandter Edouard Reuss erinnerte sich an eine gemeinsame Wanderung zusammen mit vier Freunden, deren Höhepunkt die Besteigung des Grand Ballon mit anschließender Übernachtung auf einer Sennhütte war. „Die halbe Nacht hindurch“, so Reuss, hätten ihre Mitwanderer die Hirten mit „norddeutschen Quartetten“ erfreut; „Büchner und ich allein mussten schweigen“.

          Körperhaltung und Gesichtsform des Zampa-Darstellers ähneln dem bekannten Büchner-Porträt auf verblüffende Weise. Ähnlichkeit allerdings war noch nie ein hinreichendes Kriterium für eine sichere Identitätsfeststellung. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich markante biometrische Unterschiede: die Form des Ohrläppchens, der Abstand zwischen Lid und Augenbrauen, vor allem die Farbe der Iris: Der als Korsar posierende junge Mann hat dunkle, vielleicht braune Augen, das Büchner-Porträt zeigt jedoch eine hellere Farbe, damit der Beschreibung des Steckbriefs entsprechend: „Augen: graue“. Bei genauer Betrachtung beruht die Ähnlichkeit auf der schematischen Darstellung von Gesichtsmerkmalen. Kunststück: Hoffmann war spezialisiert auf Bühnenbilder und Dekorationen, nicht auf menschliche Bildnisse.

          Der Theatermaler August Hoffmann

          Vermutlich handelt es sich bei dem Dargestellten um ein Mitglied der Familie des Künstlers. Dafür spricht sowohl die Überlieferung im Nachlass von August Hoffmann als auch die Tatsache, dass das Bild, wie an den Faltungen abzulesen ist, ursprünglich gerahmt aufbewahrt wurde, der Familie mithin als Wandschmuck (zur liebevollen Erinnerung?) diente. Ein Selbstbildnis des 1833 fünfundzwanzig-, sechsundzwanzigjährigen August Hoffmann kommt dabei weit weniger in Betracht als ein Konterfei seines jüngeren Bruders Ludwig, der als Schauspieler und Sänger in die Fußstapfen seines Vaters trat und als „Zögling“ noch bis 1833 am Darmstädter Theater nachzuweisen ist. Danach verliert sich seine Spur.

          Um den erhofften „Jahrhundertfund“ handelt es sich also nicht; die Zahl der authentischen Porträts Georg Büchners ist nicht erhöht worden. Immerhin konnte August Hoffmann aufgrund seines jetzt aufgetauchten Nachlasses zuverlässig als Urheber des nur mit A. H. signierten Porträts identifiziert werden. Eine Antwort auf eine bis dahin offene Frage wurde gefunden, die – wie jede neue Erkenntnis – wiederum neue Fragen aufwerfen wird.

          Weitere Themen

          Tortenkunst mal anders Video-Seite öffnen

          „The Bakeking“ : Tortenkunst mal anders

          Eine Schimpansentorte in Lebensgröße - das ist die neue Kreation von Ben Cullen, der als „The Bakeking“ mit seinen Backkreationen begeistert. Auf der „Cake International“ trifft er die besten Tortenkünstler der Welt.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.