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Fragen an zwei Generationen : Ich wünschte, ich hätte Locken

  • Aktualisiert am

Paulina von Ondarza und Karl-Günther von Hase Bild: Jens Gyarmaty, Edgar Schoepal

Was für ein Glück so ein Urgroßvater doch ist: Karl-Günther von Hase und seine Urenkelin Paulina von Ondarza. Zwei Generationen antworten auf dieselben Fragen.

          6 Min.

          Was siehst du, wenn du aus deinem Fenster schaust?

          Paulina von Ondarza: Ein blaues und ein rotes Haus mit vielen Blumen auf den Balkons. Wir wohnen im 1. Stock. Wenn ich meinen Kopf weit rausstrecke, sehe ich den Himmel. Ich frage mich, warum das Restaurant gegenüber „Seeblick“ heißt. Hier ist ja gar kein See.

          Was haben Sie gesehen, wenn Sie als Kind aus dem Fenster geschaut haben?

          Karl-Günther von Hase: Einen Berliner Hinterhof, wo ich mit Nachbarn Ball spielte. Meine Eltern hatten eine Wohnung in einem typischen Mietshaus, einfach und bescheiden.

          Wo ist dein Lieblingsplatz?

          Paulina von Ondarza: An meinem Schreibtisch direkt am Fenster, dort habe ich meine Ruhe, denn meine drei kleinen Geschwister wissen, dass sie mich da nicht stören dürfen. Außerdem habe ich einen guten Überblick über unsere Wohnung und kann beobachten, was auf der Straße passiert.

          Wo war als Kind Ihr Lieblingsplatz?

          Karl-Günther von Hase: An Wochenenden und in den Ferien auf dem Gutshof meines Großvaters in Niederschlesien. Wir sind geritten, Fahrrad und Traktor gefahren. In Berlin hatte ich ein ofenbeheiztes Zimmer, am liebsten saß ich auf der Bank zwischen Ofen und Fenster mit guter Sicht auf das Treiben im Hinterhof.

          Was machst du am liebsten?

          Paulina von Ondarza: Im See schwimmen, am liebsten mit Picknick. Ich liebe es, in unser kleines Haus nach Rumpshagen zu fahren. Da kann ich den ganzen Tag draußen spielen. Und ich liebe es, wenn Mami mir abends mit dem Finger Bilder auf den Rücken malt.

          Was haben Sie als Kind am liebsten gemacht?

          Karl-Günther von Hase: In Berlin: Lesen, Klavierspielen, Freunde besuchen. Draußen auf dem Land: mit den „Hofkindern“ Räuber und Gendarmen spielen.

          Was ist dein größter Traum?

          Paulina von Ondarza: In ferne Länder zu reisen, vielleicht nach Russland oder nach New York. Und ich möchte Modedesignerin werden wie meine Mutter und Kleider für Kinder entwerfen. Manchmal nähe ich Taschen und Beutel auf Mamis Nähmaschine.

          Was war als Kind Ihr größter Traum?

          Karl-Günther von Hase: Wir hatten keine großen Träume damals. Ich war froh, wenn ich mich auf dem Land frei bewegen konnte.

          Was macht dich wütend?

          Paulina von Ondarza: Wenn mich andere Kinder ärgern. Manchmal schließen mich Mädchen aus und sagen doofe Sachen zu mir. Und wenn mir jemand etwas verspricht und es dann nicht hält. Kriege machen mich sehr wütend, besonders die, die damit angefangen haben. Und ich bin wütend, wenn Wilderer Nashörner und Elefanten jagen.

          Was hat Sie als Kind wütend gemacht?

          Karl-Günther von Hase: In der Schule lief alles glatt, da gab es keinen Anlass zu Ärger. Überhaupt war meine Kindheit äußerst harmonisch.

          Was würdest du gerne an dir ändern?

          Paulina von Ondarza: Ich hätte gerne Locken. Und dass mein Gehirn ganz toll Mathematik versteht.

          Was hätten Sie gerne an sich geändert?

          Karl-Günther von Hase: Ich wäre gerne sportlicher gewesen. Wettrennen habe ich trotz gehörigem Ehrgeiz nie gewonnen.

          Was würdest du gerne an deinen Eltern ändern?

          Paulina von Ondarza: Papi sollte aufhören, sich so viel komisches Gel in die Haare zu schmieren. Und ich mag es nicht, wenn Mami lange telefoniert.

          Was hätten Sie gerne an Ihren Eltern geändert?

          Karl-Günther von Hase: Meine Eltern waren sehr fürsorglich und interessiert. Ich habe nie ein böses Wort meiner Eltern untereinander oder uns gegenüber gehört. Sie lehrten mich Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen.

          An deinen Lehrern?

          Paulina von Ondarza: Meine Klassenlehrerin ist total nett.

          An Ihren Lehrern?

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