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Thailand : Auf der Wunderinsel

Thitirat Uraisin, geboren 1994, studiert im 2. Jahr Deutsch an der Chulalongkorn Universität in Bangkok, Thailand. Bild: privat

Er sah sich auf dem Schiff um und fand einen Mann in bunter Kleidung, der vorne saß. Der Mann sah sehr ernst aus. Er war besorgt und verwirrt über etwas. Marko kannte diesen Mann!

          Phra Apai Mani ist ein sehr berühmtes Märchen in Thailand. Es wurde von dem Dichter Sunthon Phu im 19. Jahrhundert geschrieben. Die Geschichte handelt von dem Abenteuer und der Liebesgeschichte des Prinzen Phra Apai Mani. Der Prinz und sein Bruder Sri Su Wan haben das Königreich ihres Vaters verlassen.
          Phra Apai Mani war gut darin, die thailändische Flöte, die Pi heißt, zu spielen. Wer den Klang seiner Zauberflöte hörte, schlief sofort ein. Eines Tages wurde er von einer Meeresriesin entführt. Sie wollte ihn als ihren Mann haben.
          Später entkam Phra Apai Mani mit seinem Sohn Sin Samut seiner Riesin-Frau auf die Insel Kokaew Phitsadan (Wunderinsel).

          Das ist der Moment, wo er auf den Flötenspieler und die deutschen Kinder, Marko und Sofie, trifft …

          Marko, ein zwölf Jahre alter Junge, war auf einem großen Schiff auf dem Meer, wo, wusste er nicht. Er war sehr verwirrt. Er wusste auch nicht, warum er und die anderen hundertneunundzwanzig Kinder aus seiner Heimatstadt Hameln hier waren. Sofie, seine acht Jahre alte Schwester, saß neben ihm und weinte.

          „Wo sind wir, Bruder?“, fragte sie mit ihrem Gesicht voller Tränen „Warum sind wir hier? Ich möchte nach Hause. Ich möchte Mama sehen!“
          Warum waren sie beide hier? Er wollte das auch wissen. Er erinnerte sich nur, dass er mit seinen Freunden auf dem Markt spielte, bevor er die Musik von irgendwoher hörte und sein Bewusstsein verlor …
          Er sah sich auf dem Schiff um und fand einen Mann in bunter Kleidung, der vorne saß. Der Mann sah sehr ernst aus. Er war besorgt und verwirrt über etwas. Marko kannte diesen Mann! Er war nach Hameln gekommen und hatte die Stadt nur mit seiner Flöte von Ratten und Mäusen befreit. Marko war sicher, dass er sie alle auch mit seiner Flöte hierhergebracht hatte. Zuerst hatte er Angst vor dem Mann. Dann begann er, böse zu sein. Es gab viele Kinder, die laut weinten und nach Hause zu ihren Eltern wollten.
          „Bring uns nach Hause!“, schrie Marko den Rattenfänger an.
          „Das geht aber nicht!“, antwortete dieser ärgerlich. „Eure Eltern gaben mir kein Geld. Ich habe die Ratten und Mäuse in eurer Stadt weg gemacht. Dafür möchte ich meine Belohnung bekommen.“
          „Aber unsere Stadt ist arm und hat kein Geld mehr.“
          „Der Bürgermeister versprach, mich zu belohnen. Und was ist die große schwarze Wolke da?“, der Mann sah in den Himmel.





          Plötzlich kam lautes Donnergeräusch. Der Himmel verdunkelte sich und der Regen begann zu fallen. Die Matrosen liefen auf dem ganzen Schiff herum.
          „Bereitet Euch auf den Sturm vor!“, schrie der Kapitän.
          Die Kinder waren in Panik. „Hilf mir! Hilf mir!“ „Papa!“ „Mama!“
          „Ich habe Angst, Bruder!“, Sofie umarmte ihren Bruder.
          Die starken Wellen schlugen auf das Schiff, und das Schiff zerbrach in zwei Stücke. Die beiden Kinder fielen ins Wasser. Und Marko wusste nichts mehr …



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