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Schauspielerinnen : Die Spielwütigen: Deutschlands neue Kinostars

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Schauspielerin und Soziologie-Studentin: Rike Schmid Bild: F.A.Z.-Christian Thiel

Das deutsche Kino lebt: Neue Regisseure finden aufregende Bilder für die Gegenwart. Und dazu gibt es junge Schauspielerinnen, die bald als Stars des neuen deutschen Kinos gelten werden. Wir stellen die drei vielversprechendsten vor.

          8 Min.

          Keine Ideen, keine Haltung, onkeliger Humor, die immergleichen Darsteller - der deutsche Film sah lange ziemlich furchtbar aus. Doch jetzt drängen neue Regisseure in die Kinos und finden aufregende Bilder für die Gegenwart.

          Und dazu gibt es junge Schauspielerinnen, die bald als Stars des neuen deutschen Kinos gelten werden. Vor dem Bayerischen Filmpreis und der Berlinale haben wir die drei vielversprechendsten von ihnen getroffen.

          Die Sanfte: Rike Schmid

          Von Andreas Kilb

          Am Anfang stand der Prinzessinnentraum

          Sie lächelt, als läge ein Rudel Löwen zwischen den Tischen des Cafés, bereit, sich auf sie zu stürzen, wenn ihr ein winziger Fehler unterläuft, ein Schulterzucken, ein ängstlicher Blick. Aber es passiert nichts. Sie hat sich im Griff. Während sie spricht, zittert ihre Stimme unmerklich, wie bei einer Prüfung, die sie bestehen wird. Rike Schmid hat das Gesicht, von dem Mädchen träumen, wenn sie in Märchenbüchern von Prinzessinnen lesen, blonde Haare, grüne Augen, helle Haut. Wenn die Prinzessinnenträume vorbei sind, wollen die Mädchen zum Film.

          Rike Schmid, die auf der Schulbühne Beckett und Dario Fo gespielt hat, ist zum Fernsehen gegangen. Dort, in der Märchenwelt der ZDF-Serie „Der Fürst und das Mädchen“, ist sie ein Star. Vom Kino, dem deutschen, kann sie nach fünf Filmauftritten noch träumen. „Auf ein Roadmovie hätte ich jetzt Lust.“ Sie will sich zwischen den Bildern bewegen, die falsche Sicherheit des Bildschirms hinter sich lassen, um anzukommen: bei sich selbst.

          Rike Schmid ist siebenundzwanzig. Mit siebzehn ging sie zu Castings für Werbespots, mit zwanzig bekam sie eine Hauptrolle als rebellischer Teenager in der Fernsehserie „Aus gutem Haus“, mit zweiundzwanzig wurde sie zur Partnerin Maximilian Schells in „Der Fürst und das Mädchen“. Seither hat sie in zwei Dutzend Episoden die junge Waise Ursula gespielt, die sich der alte Fürst als Gattin in sein Schloss holt, wo sie ihm Kinder gebiert und sich gegen die Intrigen der übrigen Familienmitglieder behauptet.

          Am 17. Januar wird die erste Folge der neuen Staffel ausgestrahlt: „Schatten über dem Glück“. Ein Mädchentraum. Ein Albtraum. In den Jahren am Set der Serie, sagt Rike Schmid, sei sie erwachsen geworden, diszipliniert, professionell. „Ich komme immer pünktlich, ich kann immer meinen Text, und ich mache mir wahnsinnig viele Gedanken.“ Vor fünf Jahren hat sie in Berlin ein Studium begonnen - Soziologie, Psychologie, historische Anthropologie: „Ich habe mich beim Beobachten immer sicherer gefühlt als beim Spielen.“ Ein Glück im Schatten des Vorlesungssaals. Das Thema ihrer Diplomarbeit: „Identität“. Mehr verrät sie nicht.

          Nach ihren Auftritten neben Schell bekam Rike Schmid zahllose Rollenangebote, alle nach demselben Muster. Sie hat sie abgelehnt. Sie möchte raus aus dem Prinzessinnentraum und sich entdecken, im Kino, durch das Kino. Ihre erste Filmrolle, die rätselhafte, schweigsame Petronella in Martin Gypkens' Ensemblefilm „Wir“, war ein Versprechen: Traumbild, Seelentrösterin, Vestalin und Backfisch zugleich.

          In Uwe Jansons Verfilmung von Brechts Drama „Baal“ hat sie die Emilie gespielt, die an dem Kraftkerl Baal zerbricht - aber so, als wäre der Schmerz ihr bester Freund: „Ich wollte, dass sie auch im Untergang eine gewisse Größe hat.“ In Marcus Rosenmüllers Bobfahrerfilm „Schwere Jungs“, demnächst im Kino, ist sie die Ehefrau eines der Helden.

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