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Im Gespräch: Ralf Hennig : Wie wird man Trainer der Clintons?

  • -Aktualisiert am

Bild: Burkhard Neie / xix

Mit dem für ihn typischen Arbeitsgerät in der Hand, seinem „Performance Ball“, begrüßt uns Ralf Hennig in den Räumen eines Stuttgarter Verlags. Auf Fitness und Körperbewusstsein angesprochen, sprudelt er in charmant amerikanisiertem Deutsch stundenlang los.

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          Sie sind ein später Vertreter des amerikanischen Traums: Als Self-Made-Man standen Ihnen schnell alle Türen offen. Schon als Koch haben Sie es in die Edelhotels aus aller Herren Länder geschafft. Wie geht das?

          Das war ein glückliches Zusammenspiel von Können, harter Arbeit, Networking, Zielstrebigkeit und dem Glück, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute zu treffen und mit ihnen zu sprechen.

          Wie wurden Sie überhaupt Koch?

          Als ich in Frankfurt und im Taunus aufwuchs, wollte ich weder Koch noch Trainer werden. Zumal für Fitness damals keine eigene Branche existierte; es gab nur Fußballtrainer. Mein Vater hatte mir aber zur Auflage gemacht, einen Beruf zu erlernen, um unabhängig zu werden und Geld zu verdienen. Mein Ziel war es zu reisen, die Welt zu sehen. Weil ich immer mit meiner Mutter gekocht hatte, schien Koch da die naheliegendste Berufswahl. Drei Jahre lang lernte ich also Kochen beim Höchst-Konzern in Frankfurt, um danach dann in die Schweiz zu gehen.

          Das Ehepaar Cinton zeigt sich in sportlicher Pose - 1997 beim Golfen

          Wie kam es dazu?

          Als erster Schritt, um mich abzunabeln und anzufangen, die Welt zu sehen. Mein Interesse bei der Länderwahl galt in erster Linie dem Skifahren. Deshalb bewarb ich mich bei einem Sporthotel im bekannten Engelberg bei Trübsee. Ich war noch nie Ski gefahren, wollte es aber unbedingt lernen.

          Koch und Fitness-Trainer, wie passt das zusammen?

          Stimmt, bis vor einigen Jahren waren das zwei Bereiche, die nicht zusammenzupassen schienen. Beim Koch drängt sich noch immer das Bild eines wohlgenährten Topfrührers auf. Und gegenüber der asketisch-sehnige Trainer. Inzwischen sind die beiden Berufskonzepte aber einander nähergekommen. Heute wissen wir, dass gesunde Ernährung und Fitness einander bedingen. Ich habe meinem Sport-Hobby vor und nach dem Job als Koch mit Leidenschaft gefrönt. Es war wie Erholung. Ja, und dann wollte ich in die Wärme.

          Und wie haben Sie das schon wieder hingekriegt?

          Ich hatte mitbekommen, dass König Fahd gerade ein Hotel für eine seiner Frauen in Jetta gebaut und eine Schweizer Firma angeheuert hatte, um dieses Haus zu verwalten. Die suchten nach jungen Köchen, also bewarb ich mich. Mein primäres Interesse waren diesmal Windsurfen und Scuba Diving im Roten Meer. Ein Jahr lebte ich dann so, bevor ich wieder in die Kälte wollte . . .

          Ganz schön unstet.

          Na ja, dieser Wechsel zwischen warmen und kalten Gefilden machte schließlich etwa sechs Jahre meines Lebens aus. Als Koch konnte ich während dieser Zeit viele Kontakte knüpfen. Wie ich waren all diese Personen mehr oder weniger unterwegs in der Welt. Diese Kontakte habe ich gepflegt. Nach der Rückkehr in die Schweiz bin ich dann als Koch an den Gardasee gegangen, um - Sie ahnen es schon - ein Hobby zu perfektionieren, nämlich das Windsurfen. Nach einer Saison am Gardasee hat es mich dann nach Amerika verschlagen, genauer in die Karibik auf die Bermudas. Schon in Saudi-Arabien und den zurückliegenden Jahren hatte ich viel Selbstverteidigungssport betrieben. Das war auf den Bermudas das sportliche Hauptprogramm, aber natürlich auch Tauchen, insbesondere Wreck Diving, also das Tauchen nach Wracks. Im Bermudadreieck liegen viele auf Grund. Danach kamen nochmals die Schweiz und dann die Cayman-Inseln.

          Standen Ihre sportlichen Ambitionen Ihrer Karriere als Koch nicht mal im Wege?

          Ganz und gar nicht. Als Koch habe ich mich immer weiter entwickelt, verschiedene Kochrichtungen gelernt. Aber natürlich habe ich auch an meinen verschiedenen Sportarten weitergearbeitet, mich auch mit der Anatomie des menschlichen Körpers und mit Kinesiologie auseinandergesetzt. Kurzum: Ich habe die verschiedensten Kochrichtungen erlernt, machte ein eigenes Cateringgeschäft auf, war Küchenchef in einigen angesagten New Yorker Restaurants und machte in New York schließlich zusammen mit einem Österreicher ein eigenes Restaurant auf. Aber meine eigentliche Leidenschaft blieb die Fitness. Der Wunsch, diesen Bereich zum Hauptberuf zu machen, wurde immer stärker.

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