Franz-Xaver Kaufmann interessiert sich weniger dafür, was andere in das Zweite Vatikanische Konzil hineininterpretieren. Ihn interessieren die Fakten.

Franz-Xaver Kaufmann :
Bewegter Beweger

Lesezeit: 2 Min.

Wann immer dieser Soziologe im globalen Maßstab forschte, tat er es als Religionssoziologe. Der Katholizismus mit seinem Konfliktpotential von überzeitlichem Anspruch und ge­schichtlichem Gewordensein hat Franz-Xaver Kaufmann immer wieder die Gabe der Unterscheidung ab­verlangt. Also just jenes Vermögen, das der amtierende Papst bei anderen anmahnt, ohne es nach Ansicht Kaufmanns selbst hinreichend unter Beweis zu stellen.

Bei Franziskus, versteht man Kaufmann recht, ziele der Klerikalismus-Vorwurf auf alles und nichts. Es handele sich um ein päpstliches Ausweichmanöver. Er überziehe die Kritik am Klerikalen als Einstellungs- und Verhaltensproblem, um nicht den klerikalen Charakter kirchlicher Herrschaft infrage stellen zu müssen, schrieb Kaufmann in dieser Zeitung (F.A.Z. vom 1. Juli 2019).

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