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Bewährte Rechtschreibung : Große Koalition für die deutsche Sprache

  • Aktualisiert am

Sie schreiben wieder wie früher Bild: Montage FAZ.NET

Nach dem Spiegel-Verlag und Springer führt auch die „Süddeutsche Zeitung“ die bewährte Rechtschreibung wieder ein. Auch der Bauer-Verlag erwägt, dem Beispiel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu folgen. Die Agenturen dpa und AP wollen ihre Kunden befragen.

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          Nach dem Spiegel-Verlag und der Axel Springer AG führt auch die „Süddeutsche Zeitung“ die bewährte Rechtschreibung wieder ein. Und noch weitere Medien erwägen, dem Beispiel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu folgen.

          „Wir sagen ja, aber intern wird noch über Details gesprochen“, sagte ein Verlagssprecher der „SZ“ am Freitag. Die Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“ sei von Anfang an in die Gespräche mit der Axel Springer AG und dem Spiegel-Verlag eingebunden gewesen. Intern werde derzeit unter anderem diskutiert, von welchen Regelungen man wieder abrücken wolle und von welchen nicht. Offen sei auch der Zeitpunkt für eine Rückkehr zu alten Rechtschreiberegeln.

          Bauer: Wir unterstützen die Initiative

          Der Hamburger Bauer-Verlag hat die Rückkehr der Verlage Springer und Spiegel zur alten Rechtschreibung begrüßt. „Wir halten diese Initiative für positiv und unterstützen sie“, sagte Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter. Man wolle dem Beispiel aber noch nicht sofort folgen. „Voraussetzung für konkrete Schritte hin zur alten Rechtschreibung ist für uns, daß möglichst viele Verlage diesem Beispiel folgen“, betonte der Sprecher.

          dpa: Machen uns ein Meinungsbild

          Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) will nun die Meinung ihrer Kunden erfragen. dpa-Chefredakteur Wilm Herlyn sagte am Freitag, die dpa habe die neue Rechtschreibung nach eindeutiger Absprache mit den Kunden und den anderen deutschsprachigen Agenturen übernommen. dpa als Dienstleister werde sich „jetzt zeitnah ein Meinungsbild bei unseren Kunden machen“. Auf der Grundlage dieser Meinungsbildung werde dpa dann auch in Zusammenarbeit mit den anderen deutschsprachigen Nachrichtenagenturen eine Entscheidung fällen.

          AP: Prüfen Kundenwünsche

          Der deutsche Dienst der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) will zunächst die Reaktion seiner Kunden auf diesen Schritt abwarten. Trotz der Aufforderung beider Verlage an die Nachrichtenagenturen, sich ihnen anzuschließen, sieht AP-Chefredakteur Peter Gehrig keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Die im deutschsprachigen Raum tätigen Agenturen haben sich in einem langen und schwierigen Prozeß auf eine Umsetzung der Rechtschreibreform mit Beibehaltung eigener Schreibweisen geeinigt“, sagte Gehrig am Freitag. „Diese Abweichungen sind letztlich auch im Reformwerk insgesamt berücksichtigt und akzeptiert. Solange nicht eine große Mehrheit unserer Kunden eine Änderung verlangt, sehe ich keine Notwendigkeit zum Handeln.“

          Burda, „FR“, „taz“, „WAZ“: Alles bleibt beim neuen

          Der Burda-Verlag wird sich der Initiative dagegen nicht anschließen. „Wir werden nicht teilnehmen, weil wir der Auffassung sind, daß wir nach sechs Jahren neuer Rechtschreibung nur zur Verunsicherung beitragen würden,“ sagte ein Sprecher in München. Diese Vereinbarung gelte für alle Burda-Zeitschriften, darunter „Focus“, „Bunte“, „Freundin“ und „Superillu“. Die Festlegung sei aber „kein Bekenntnis für die Rechtschreibreform“. Ein Sprecher von „Focus“ betonte, das Magazin schreibe weiter so, wie in der Schule gelehrt werde: „Wir wollen den Kampf um die Rechtschreibreform nicht auf dem Rücken unserer jungen Leser austragen.“

          Die „Frankfurter Rundschau“ bleibt ebenfalls bei der neuen Rechtschreibung. „Millionen haben sich auf die neuen Regeln eingestellt, da ist es nach meiner Meinung nicht an den Verlagen, jetzt Druck aufzubauen“, sagte FR- Geschäftsführer Günter Kamissek am Freitag. Dies führe nur zu „endgültiger Verwirrung“. Die FR werde erst zur alten Rechtschreibung zurückkehren, wenn dies von den Kultusministern beschlossen werde.

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