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Berliner Stadtschloss : Italienischer Architekt mit Wiederaufbau betraut

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Auferstehen aus Ruinen: Ein historisches Modell des Berliner Stadtschloss Bild: dpa

Auferstehen aus Ruinen: Der italienische Stararchitekt Francesco Stella wird das vom SED-Regime gesprengte Berliner Stadtschloss wiederaufbauen. Die Jury aus Architekten und Politikern lobte Stella: Er habe eine „architektonische Herausforderung hervorragend gelöst“.

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          Der italienische Architekt Francesco Stella hat mit seinem Entwurf den Wettbewerb um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses gewonnen. Die Jury sei zu einem „guten und einstimmigen Ergebnis“ gekommen, sagte Jurymitglied und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Freitag in Berlin.

          Stella habe eine „große architektonische Herausforderung“ mit seinem Entwurf „hervorragend gelöst“. Der Jury-Vorsitzende Vittorio Lampugnani lobte den Entwurf als ein „sehr schönes, sehr starkes und sehr mutiges Konzept“. Das Ergebniss sei kein Kompromiss sondern ein „moderner und spannender Ansatz“, der die historische Tradition des Gebäudes fortsetze.

          Berlin Mitte erhält sein Herzstück zurück

          Gemäß den Vorgaben des Wettbewerbs werden drei Fassaden des Gebäudes sowie der Schlüterhof rekonstruiert. Außerdem soll ein neuer Durchgang zwischen dem Ost- und dem Westflügel geschaffen werden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßte die Entscheidung. Der Entwurf verspreche eine „spannende Synthese zwischen äußerer Gestalt und künftiger Nutzung“, erklärte Wowereit in Berlin.

          Damit erhält die Berliner Mitte nach jahrelangen Debatten und nach dem Abriss des Palastes der Republik wieder ihr städtebauliches Herzstück zurück. Für die letzte Runde des Wettbewerbs hatten sich 30 Architekturbüros qualifiziert. Der Bundestag hatte bereits 2002 den Wiederaufbau des Schlosses mit den Originalfassaden beschlossen. Lediglich an der Ostseite ist eine freie Gestaltung möglich.

          Schaufenster für Kultur und Wissenschaft

          In dem Schlossgebäude mit 40.000 Quadratmetern Nutzfläche wird das sogenannte Humboldt-Forum als ein Schaufenster für Kultur und Wissenschaft errichtet. Dort sollen die außereuropäischen Sammlungen der Berliner Museen sowie eine Auswahl aus den wissenschaftlichen Archiven der Humboldt-Universität und Bestände der Landesbibliothek gezeigt werden.

          Der Jury gehörten unter anderem Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Architekten wie David Chipperfield, Vittorio Lampugnani, Hans-Günter Merz und Gesine Weinmiller an. Das um 1700 von Andreas Schlüter erbaute Stadtschloss war über Jahrhunderte Residenz der Preußen- Könige. 1950 wurde die im Krieg schwer beschädigte Ruine vom SED- Regime gesprengt.

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