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Pierre Bokma und Jenny Schily in einer Szene des Films „Schlafkrankheit”

„Schlafkrankheit“ im Wettbewerb : Von außen gesehen

Der Titel von Ulrich Köhlers Wettbewerbsfilm ist riskant, weil er zu Kalauern nachgerade einlädt. Erzählt wird eine afrikanische Ärzte-Geschichte, genauer: Puzzleteile davon. Die Ratlosigkeit, die „Schlafkrankheit“ ausmacht, überträgt sich in der Tat auf die Zuschauer.
Des Kutschers Tochter (Erika Bók) bei Wasserholen in kärglicher Gegend

Béla Tarr im Berlinale-Wettbewerb : Neues von Nietzsches Pferd

Der 1955 geborene ungarische Regisseur Béla Tarr hat angekündigt, „A torinói ló“, das Pferd aus Turin, werde sein letzter Film sein. Er drehte ihn in Schwarzweiß. Herausgekommen ist ein kunstvolles Kino-Exerzitium, das durchzustehen allerdings starke Nerven braucht.

Leitartikel zur Berlinale : Unberührt

Verblasst scheint die Leidenschaft für ein Kino, das die Welt bewegen könnte. Ein Zeichen setzen gegen die Unterdrückung im Iran - das wollte die Berlinale in diesem Jahr. Aber warum war die Stimmung dann so uninspiriert, desinteressiert und unberührt?

Politiker im Fernsehen : Parcours

Nach der Wahl wird klar: Die Kanzlerkandidaten mussten sich vor den Kameras in allen möglichen Disziplinen beweisen. Mit Politik hatte das oft weniger zu tun.

Netflix kauft Roald Dahl : Wagniskapital

Netflix hat das Potenzial von Roald Dahls Geschichten erkannt. Der rassistisch und anderweitig enthemmte britische Bestsellerautor kommt dem Streamingdienst gerade recht.

Stimmung im Wahlkampf : Umschwünge

Wer hat wie zur Stimmung im Wahlkampf beigetragen? Wie hat sich der schmutzige Wahlkampf im Netz ausgewirkt? Das Umfrageinstitut Forsa weiß mehr.

Grüne Geschlechterpolitik : Ich bin dann mal Frau

Bei den Grünen darf jeder eine Frau sein, der sich selbst so sieht. Über die Konsequenzen redet man lieber nicht. Ein Fallbeispiel.

Contra Trigger-Warnungen : Die Helikopter-Uni

An der Universität Bonn sollen Studenten vor potentiell unangenehmen Seminarinhalten gewarnt werden. Doch Verletzt- oder Beleidigtsein ist noch kein Grund für die Flucht vor der Wirklichkeit.

Pro Trigger-Warnungen : Traumata sind real

Die Universität Bonn weist ihre Lehrkräfte darauf hin, wie sie Studenten mit potentiell traumatisierendem Lehrstoff konfrontieren sollen. Das ist sinnvoll und schützt Studenten mit seelischen Leidensgeschichten.

Briten kehren zu Pfund zurück : 0,45359237

Immer schon haben sich die Briten gegen den Euro gewehrt. Doch gegen das europäische Dezimalsystem konnten auch sie sich nicht durchsetzen. Bis jetzt endlich der Brexit ihnen die Chance gibt, den Einschränkungen Brüssels zu entgehen.

Dmitry Glukhovsky geehrt : Im Land der Lügner

Der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky wurde vom Magazin GQ zum Autor des Jahres gekürt. Er findet, dass der Titel eher George Orwell und Gianni Rodari gebührt: In ihren Büchern werde Russlands Gegenwart geschildert.

Aufruf zu Nemi El-Hassan : Das ist keine Cancel Culture

Mehr als vierhundert Unterstützer aus Medien und Kultur fordern den WDR auf, Nemi El-Hassan als Moderatorin für die Sendung „Quarks“ zu engagieren. Sie wittern „rechte Hetze“. Das ist zu einfach.
In „Unknown” lernt Liam Neeson Berlin von seiner harten Seite kennen

Berlinale-Wettbewerb : Das Kino vergisst seine Lieben nicht

Actionbilder aus Berlin und Szenen einer albanischen Blutrache zum Abschluss der Berlinale. Der Film „Unknown“ zeigt, wie einen Mann in Berlin das Gedächtnis anhanden kommt, in „The Forgiveness of Blood“ verliert ein Junge in Albanien seine Freiheit.
Zwei versehrte Seelen, die sich finden: Lena Lauzemis und August Diehl in Andreas Veiels Film

RAF-Film im Berlinale-Wettbewerb : Energie gleich Erfahrung mal Hass im Quadrat

In „Wer wenn nicht wir“ erzählt Andres Veiel die Vorgeschichte des deutschen Terrorismus am Beispiel von Bernward Vesper und Gudrun Ensslin. Die Charaktere sind zwei aus der Kindheit Verstoßene, die aneinander geraten: Vesper kommt nicht ins Reine mit seinem Vater, Ensslin nicht mit ihrem Körper.

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  • Er zahlt seine naive Vorstellung von der russischen Justiz mit jahrelanger Haft: der Oligarch und Regimegegner Michail Chodorkowskij

    Dokumentarfilm über Chodorkowskij : Zwei Angeklagte von Weltruf

    Die Berlinale zeigt zwei hervorragende Dokumentarfilme: Einen über den spanischen Richter Baltasar Garzón, der die Grenzen der Justiz testete, den anderen über den inhaftierten russischen Oligarchen Michail Chodorkowskij, der sich mit seinem Präsidenten anlegte.
  • Berlinale-Glosse : Kinder, wo ist euer Kinoplatz?

    Mit der Schließung des Zoo Palastes im vergangenen Jahr hat die Berlinale ihre Seele verloren. Das „Haus der Kulturen der Welt“ ist nun als Ersatz-Spielstätte angetreten. Es hat zwar die freundlichsten Mitarbeiter des Festivals, der Kinozauber aber fehlt.
  • Belanglosigkeiten einer Beziehung

    Korea bei der Berlinale : Eine Zwiebel für die Tränen der Yuppies

    Der koreanische Film ist auf der Berlinale 2011 äußerst gut vertreten. Gleich zehn Filme sind dabei, darunter einer im Wettbewerb: Lee Yon-ki zeigt porträtiert eine Beziehung, wie sie westlicher nicht sein könnte.
  • Iran-Diskussion auf der Berlinale : Die Zensur ist unberechenbar

    Wie funktioniert die Zensur in Iran? Willkürlich und gesetzlos. Darüber waren sich die Teilnehmer bei der Diskussion über das Land auf der Berlinale einig. Das abwesende, weil zu Hause inhaftierte Jury-Mitglied Jafar Panahi ist das Leitthema des Festivals.
  • Rolf Eden : Berlin braucht einen wie ihn

    Die Berlinale-Partys sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Es fehlt jemand wie der junge Rolf Eden, den Peter Dörfler in dem Dokumentarfilm „The Big Eden“ porträtiert.
  • Persisches Paar in der Krise: Peyman Moadi und Leila Hatami spielen „Nader und Simin”

    Berlinale-Wettbewerb : Scheidung auf Persisch

    Auf der Berlinale 2009 hatte Asghar Farhadi den Silbernen Bären gewonnen. In diesem Jahr ist sein Film „Nader und Simin“ der einzige Wettbewerbsbeitrag aus Iran. Während sein Kollege und Berlinale-Juror Jafar Panahi im Gefängnis sitzt, lastete viel Erwartung auf ihm.
  • Schwedens Meisterregisseur : Bergmans zwei Gesichter

    Harriett Andersson war die vierte, Liv Ullmann die fünfte Lebensgefährtin des Regisseurs Ingmar Bergman, dem die Berlinale ihre diesjährige Retrospektive widmet. Beide Schauspielerinnen erzählten nun auf sorgsam getrennten Terminen von ihrem Leben mit ihm.
  • Waleri (Anton Schagin, l.) findet keine Worte für das Undenkbare

    Berlinale-Wettbewerb : Strahlen und Blut

    Die Katastrophe von Tschernobyl und das von Ralph Fiennes inszenierte Shakespeare-Drama „Coriolanus“ trafen gestern im Berlinale-Wettbewerb aufeinander. Aber wo bleibt diesmal eigentlich die aktuelle Politik?
  • Berlinale-Perspektive : Seid doch politisch!

    Von Hollywood selbst ganz zu schweigen: Auch die unabhängigen amerikanischen Filmemacher zieht es weit weniger nach Berlin als nach Cannes. Das aber spielt keine Rolle. Die Zukunft des Festivals braucht eine klare Perspektive: Hin zu einer politischen Filmkunst.
  • Dokumentarfilm-Preis : Verzweifelte Liebe

    Der Dokumentarfilm auf der Berlinale hat jetzt einen eigenen Preis. Und schon gibt es einen heißen Kandidaten: Den litauischen Regisseur Mantas Kvedaravicius. Er hat einen atemberaubenden Film über Tschetschenien gedreht, den aber nicht jeder verstanden hat.
  • Dieter Kosslick und Jury-Präsidentin Isabella Rossellini eröffnen das Festival

    Berlinale-Auftakt : Glamour und Verbrechen

    Zu feiern gibt es noch nicht allzu viel, zu kämpfen umso mehr auf der Berlinale 2011: Jafar Panahis Botschaft aus dem iranischen Gefängnis und die Bedrohung Cyril Tuschis prägen die ersten Tage des Festivals.
  • Sie will den Tod ihres Vaters rächen, er will das Kopfgeld, das sie ihm versprochen hat: Hailee Steinfeld und Jeff Bridges

    Berlinale-Eröffnung: „True Grit“ : Alice im Wilden Westen

    Die Internationalen Filmfestspiele Berlin haben am Donnerstagabend mit dem Oscar-nominierten Western „True Grit“ der Brüder Coen eröffnet. Wer jetzt mäkelt, das sei ja nur ein Remake und außerdem auch keine Weltpremiere, dem ist nicht zu helfen.
  • Berlinale-Glosse : Eröffnungsfeier: Kein Platz für Cowboys

    Dieter Kosslick war aus Anlass seines zehnten Festivals zum „Mr Berlinale“ ernannt worden, Klaus Wowereit plauderte bei der Eröffnungsfeier mal wieder arg provinziell drauflos. Durchweg angemessen aber war, wie des abwesenden iranischen Jurors Jafar Panahi gedacht wurde.
  • Der Kommentar : Grüne Revolution in Berlin

    Was die Berlinale unter Nachhaltigkeit versteht, muss nicht mit Leinwanderlebnissen zu tun haben. Das Festival gibt sich als Inbegriff des ökologisch Korrekten. Seine Schadstoffbilanz muss es nicht fürchten.
  • Ein Farbtupfer im Einheitsgrau des deutschen Fernsehens: Dominik Grafs zehnteilige Serie „Im Angesicht des Verbrechens”

    Deutscher Film : Das System

    Woran liegt es, dass das deutsche Kino so reich ist an Talenten und Könnern? Und so arm an guten Filmen? Kurz vor der Berlinale haben wir mit denen gesprochen, die es wissen sollten. Und die das womöglich ändern können.