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Mit dem Stoffbären: Bora Altas, der Star des Gewinnerfilms „Bal”

Berlinale: Die Bilanz : Immerhin ein plausibler Gewinner

Begeistert bevölkerte das Publikum die verschiedenen Sektionen der diesjährigen Berlinale. Filmgeschichte aber wurde nicht geschrieben. Das liegt an der Politik, die der pragmatische Festivalleiter Dieter Kosslick bei den Wettbewerbsfilmen verfolgt. Der Film „Bal“ aber siegte verdient.
Nicht nur Medienkontakte werden auf den Partys gepflegt - auch Beziehungen innerhalb der Branche

Berlinale-Partys : „Kommunikation ist alles“

Jede Berlinale ist nur so gut wie ihre Partys. Dabei geht es um mehr als Prominenz und Ziegenkäse mit Artischocken: Auf Galas und Filmfeiern werden Kontakte gepflegt, Projekte vorgestellt, Geschäfte gemacht. Eine Woche feiern zwischen Pflicht und Kür.
Wer wird ihn in den Händen halten?

Berlinale : Cineasten blicken auf den Bären

An diesem Samstag werden in Berlin die Preise der 60. Internationalen Filmfestspiele verliehen. Die goldenen und silbernen Bären sind begehrt. Aber wer produziert sie? Und aus welchem Material sind sie? Ein Blick auf die Bären-Herstellung.

Kultur des Baseballs : Spiel des Lebens

Wer etwas über Amerika erfahren will, muss Baseball schauen. Das geht stundenlang und beruhigt. Und war bislang – Männersache. Doch jetzt gab es eine Revolution.

Medien und Katastrophenschutz : Fehler im System

Eine RTL-Reporterin beschmiert sich mit Schlamm. Dann entschuldigt sie sich. WDR und SWR werden wegen fehlender Warnungen kritisiert. Welche Lehren ziehen Medien aus der Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft?

Berlin streicht Loerke-Grab : Berliner Unkenntnis

Berlin will das Ehrengrab für den Lyriker Oskar Loerke nicht verlängern. Damit entfällt künftig die staatliche Grabpflege für die letzte Ruhestätte des 1941 gestorbenen Schriftstellers. Das kann nur aus Unkenntnis erfolgt sein.

Nachmittagtage auf dem Ponton : Pontonisten sind keine Piraten

Wenn von unten sanft das Wasser gegen die Bohlen schlägt und der Nachbar unerwartet eine Arschbombe macht: Ein Sommernachmittag auf einem Ponton im österreichischen Fuschelsee.

Gaming-Night bei der JU : Wahlkampfspiele

Der JU-Chef Tilman Kuban und der CDU-Politiker Philipp Amthor bitten zum Videospielabend. Sie wollen auch über Politik reden, ohne Politsprech. Chronologie eines Himmelfahrtskommandos.

Kritik an ARD-Reform : Die Grünen, ganz unten

Die Berliner Grünen kritisieren den Plan der ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, das Erste zu verändern. Dabei greifen sie zu persönlichen Unterstellungen. Frauenfeindlich klingt es auch.

Lehren aus der Katastrophe : Auf der Kippe

Wir sind an einem „Kipppunkt“. Das hören wir immer und vergessen es dann auch wieder schnell. Bis zum nächsten Punkt, an dem alle wissen, was man vorher hätte besser machen sollen. Damit fängt man am besten selbst an.

Streit um Restitution : Düsseldorf durfte die „Füchse“ verschenken

Der Herausgabe von Franz Marcs „Füchsen“ steht das Recht nicht mehr im Weg: Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft will nicht wegen des Verdachts der Untreue ermitteln. Legal soll die Übereignung sein, wenn man sie als Schenkung ansieht.

Nach dem Lockdown : Freiraum, den ich meine

Die Einschränkungen fallen und so auch die Hemmungen: Wir können wieder raus, ins Café, ins Restaurant. Menschen treffen. Das hat nicht nur Vorteile.
Widerwillig: Tobias Moretti (li.) als Ferdinand Marian, der an seiner Rolle in „Jud Süß” zerbricht

Berlinale : Des Teufels Schauspieler: „Jud Süß - Film ohne Gewissen“

Das Publikum reagierte mit Buhrufen auf die Vorführung von Oskar Roehlers Wettbewerbsfilm „Jud Süß - Film ohne Gewissen“. Doch, auch wenn der Regisseur wahrscheinlich einen Skandal begrüßen würde - der Film über einen von Joseph Goebbels gebrochenen Schauspieler hat ihn nicht verdient.

Berlinale-Glosse : Freiheit, die sie meinen

Gleichsam eine Retrospektive des Ruhms: Der Kameramann Michael Ballhaus hat seinen 1973 zusammen mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder gedrehten Fernsehfilm „Welt am Draht“ restauriert. Bei Berlinale gab es viel Beifall für diese Zweitpremiere.

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  • Berlinale-Glosse : Ewig währt der Januarschnee

    Alexandr Sokurows filmisches Meisterwerk „Solnze“handelt von der japanischen Kapitulation am 15. August 1945. Bei der Berlinale-Retrospektive wurde das Werk nun von der eisigen Realität eingeholt. Januarschnee währe nicht lang, sagt Japans Kaiser im Film. Was definitiv nicht stimmt.
  • Auch in der liberalen Koranstunde bleibt das Kopftuch Pflicht: Maryam Zaree als Imamstochter in Burhan Qurbanis Spielfilmdebüt

    „Shahada“ im Berlinale-Wettbewerb : Kein Meister vom Himmel

    „Shahada“ ist das Kinodebüt des in Afghanistan geborenen und in Deutschland aufgewachsenen Burhan Qurbani. Es spielt im Umkreis einer Berliner Moschee und packt jede Menge aktueller Probleme an. Aber ein Film, ein ganzer, wird nicht daraus.
  • Politikum auf der Berlinale: die verhinderte Anreise des iranischen Regisseurs Jafar Panahi

    Filmpolitik: Iran brüskiert die Berlinale : Iran brüskiert die Berlinale

    Die verhinderte Anreise des iranischen Regisseurs Jafar Panahi schlägt hohe Wellen. Festivaldirektor Dieter Kosslick begegnet dem Problem auf diplomatische Art. Unter welchen Bedingungen lassen sich in Iran überhaupt noch Filme drehen?
  • Sein ist die Rache: Regisseur Rafi Pitts als sein eigener Hauptdarsteller in „Shekarchi - Zeit des Zorns”

    Berlinale: Filme des Wettbewerbs : Die Kindheit des Jägers

    „Shekarchi -Zeit der Zorns“ ist ein politischer Film von Rafi Pitts, der den Iran als Brutstätte sinnloser und ansteckender Gewalt ins Blickfeld rückt. Der Wettbewerbsbeitrag „Bal“ von Semih Kaplanoglu bietet das landschaftsintensive Porträt einer anatolischen Imkerfamilie.
  • Heimkehr im Handwagen: Leutnant Kurokawa kommt als Held und Versehrter aus dem Krieg zurück

    Berlinale: Filme im Wettbewerb : Was der Krieg vom Menschen übrig lässt

    Koji Wakamatsu Film „Caterpillar“ über das Leben eines versehrten japanischen Kriegsheimkehrers zeigt die Auswüchse von Patriotismus und Heldenverehrung. Er ist eine Zumutung für sensible Gemüter und ein Fest für Liebhaber ausgefuchster Erzählweisen.
  • Die Trailer der Berlinale : Mach uns den Bären!

    Vor jedem Film, den die Berlinale zeigt, gibt es für das Publikum animierte Trailer des Festivals selbst, die sich am Ende jeweils zum Berlinale-Bären formen. Zum sechzigsten Jubeljahr hat man sich nun auch hier etwas Neues und sehr Selbstironisches einfallen lassen.
  • Berlinale: Deutsche Filme : Der Warteraum der Wahrheit

    Mit ihren neuen Filmen „Orly“, „Im Schatten“ „Der Räuber“ sorgen drei deutschen Regisseure bei der Berlinale für Aufsehen: Angela Schanelec, Thomas Arslan und Benjamin Heisenberg verbindet die Neigung zum französischen Kino und die Vorliebe für lange Einstellungen.
  • Kino als Erlebnis: Der Zoo-Palast in Berlin

    Zukunft des Kinos : Kein Wort von Untergang

    Auf der Berlinale debattiert man über die Zukunft des Kinos, richtet den Blick aber vor allem auf die glanzvollen Kinopaläste der Vergangenheit. Beruhigung findet man in der Vision, dass die Kinos die Städte retten werden - und ein bisschen auch umgekehrt.
  • Umsorgen ihr Brüderchen: Szene aus dem Film „Submarino”

    Berlinale: Wettbewerbsfilme : Die Strategie der Nudelsuppe

    Ein Problem der Berlinale besteht darin, dass sie, wenn sie nach neuen Bewegungen im Kino sucht, vom Allerneuesten oft nur das Zweitbeste bekommt. Filme von Thomas Vinterberg, Zhang Yimou und Noah Baumbach im Wettbewerb.
  • Berlinale-Splitter : Auf der Suche nach den Weltstars

    Um den internationalen Filmgrößen in der Hauptstadt zu begegnen, braucht es mehr als eine der hart umkämpften Einladungen zu den offiziellen Premierenpartys. Deutsche Stars und Sternchen trifft man dagegen überall.
  • Herbert Kloiber sitzt in seinem Büro und spricht über Fernsehen, das Kino und die Macht in Berlin

    Filmförderung : Ich mache für Herrn Neumann nicht die Mickymaus

    Auf der Berlinale feiert sich das deutsche Kino. Derweil sitzt in München der Inhaber des „Kinosenders“ Tele 5, Herbert Kloiber, dem die nationale Filmförderung aus Berlin nicht passt. Er würde sie am liebsten auflösen.
  • Berlinale-Eröffnung : Dieter Kosslicks kulinarisches Kino

    Ehe Festivalleiter Dieter Kosslick bei der Berlinale-Eröffnung seinem üblichen Wirrsinn verfallen konnte, nahm die moderierende Anke Engelke die Sache selbst in die Hand. Sie stieß auf Renée Zellweger, die nicht gerade wie jemand wirkte, der eine Jurysitzung mit Werner Herzog unbeschadet übersteht.
  • Berlinale : Ein Autor im Regen: Polanskis „Ghostwriter“

    Dieser Film wurde mit Neugier erwartet: Es ist der erste Film Polanskis seit „Chinatown“, der in den Vereinigten Staaten spielt. Die Vorlage stammt von Robert Harris, der auch das Drehbuch schrieb. Zu sehen war dann ein gut abgehangenes Stück Mainstreamkino.
  • Renée Zellweger: Ihr ist jede Entschuldigung recht, um nach Berlin zu kommen

    Berlinale : Straßenfeger im Eis

    Berlinale-Auftakt: Renée Zellweger war jede Entschuldigung recht, um nach Berlin zu kommen. Mario Adorf wollte keine Filme hören. Und Til Schweiger hat nur aus Tradition die SPD gewählt und verrät, was es beim nächsten Mal sein wird.
  • Eine besondere Open-Air-Erfahrung: So stellt sich die Künstlerin Christina Kim die Freiluftvorführung von „Metropolis” zur Berlinale-Eröffnung vor

    Zur Eröffnung der Berlinale : Vorhang auf

    Scorsese hin und Polanski her: In ihrer filmästhetischen Bedeutung kann es die Berlinale nicht mit dem Festival in Cannes aufnehmen. Zur sechzigsten Auflage sucht sie ihr Profil in einem Programm, das sich eher über die politische Relevanz definiert.
  • Berlinale : Die zwei Seelen des „International“

    Gina hatte kurzes krauses Haar. Sie war so etwas wie die Seele des Kino International, des sozialistischen Klotzbaus an der Karl-Marx-Allee in Berlin. Heute ist es ein Schauplatz der Berlinale.