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Mit dem Stoffbären: Bora Altas, der Star des Gewinnerfilms „Bal”

Berlinale: Die Bilanz : Immerhin ein plausibler Gewinner

Begeistert bevölkerte das Publikum die verschiedenen Sektionen der diesjährigen Berlinale. Filmgeschichte aber wurde nicht geschrieben. Das liegt an der Politik, die der pragmatische Festivalleiter Dieter Kosslick bei den Wettbewerbsfilmen verfolgt. Der Film „Bal“ aber siegte verdient.
Nicht nur Medienkontakte werden auf den Partys gepflegt - auch Beziehungen innerhalb der Branche

Berlinale-Partys : „Kommunikation ist alles“

Jede Berlinale ist nur so gut wie ihre Partys. Dabei geht es um mehr als Prominenz und Ziegenkäse mit Artischocken: Auf Galas und Filmfeiern werden Kontakte gepflegt, Projekte vorgestellt, Geschäfte gemacht. Eine Woche feiern zwischen Pflicht und Kür.
Wer wird ihn in den Händen halten?

Berlinale : Cineasten blicken auf den Bären

An diesem Samstag werden in Berlin die Preise der 60. Internationalen Filmfestspiele verliehen. Die goldenen und silbernen Bären sind begehrt. Aber wer produziert sie? Und aus welchem Material sind sie? Ein Blick auf die Bären-Herstellung.

Alles außer Fußball : Früher war mehr WM-Klimbim

Früher war mehr Lametta – oder zumindest mehr Merchandise. In diesem Jahr stehen nur noch traurige Reste von Fanartikeln in hinteren Ecken der Supermärkte herum.

Franzosen bei der WM : Keine Politik!

Ob sich der DFB bei den Franzosen etwas abschauen sollte? „Les Bleus“ lassen sich von der Politik nicht mehr instrumentalisieren – und haben Erfolg. Im Gegensatz zu den Deutschen.

Umfrage unter Kritikern : Der beste aller Filme

Alle zehn Jahre ermittelt eine britische Zeitschrift den besten Film der Geschichte – nach Ansicht der Kritiker. Zum ersten Mal hat eine Frau gewonnen: Chantal Akerman, mit „Jeanne Dielman, 23 quai du Commerce, 1080 Bruxelles“

Altarstreit in Naumburg : Steine im Rollen

Falsche Argumente, falsche Sichtweisen: Aber die internationale Denkmalschutzbehörde Icomos droht mit dem Entzug des Welterbetitels für den Naumburger Dom.

Fußball-WM : Stinkstiefel

Die Fußballer von 1982 gelten als die hässlichen Deutschen. Ein Dokumentarfilm animiert zum Umdenken: So verkehrt waren die Spieler gar nicht.

Alles außer Fußball : Das Traumfinale des Denksports

Die Fußball-WM in Qatar ist für die Deutschen vorbei. Da verlegen wir uns auf die WM des Denksports. Bei der tritt Slavoj Žižek gegen Werner Herzog an. Wer da wohl gewinnt?

Ehre den Japanern : Sayonara gaijin

Oh, was waren die Deutschen schlecht gegen Japan! Und erst die Spanier! Wer so jammert, der hat nicht verstanden, wie gut die Japaner bei dieser Fußball-WM bislang sind.

Alles außer Fußball : Am Rio de la Plata

Uruguay ist eine große Fußballnation. Doch sie lebt von der Erinnerung an vergangene, glanzvolle Zeiten. Mit denen könnte es vorbei sein. Dann bleibt nur der Blick aufs Meer.

Reform der Preußenstiftung : Dieses Konzept ist eine Luftnummer

Am Montag will der Stiftungsrat der Preußenstiftung ein Eckpunktepapier zur Neuaufstellung der wichtigsten deutschen Kulturinstitution machen. Das Papier macht aus der groß angekündigten Reform ein Reförmchen.

Ruangrupa an der Spitze : Machtfrage

Jedes Jahr kürt die Zeitschrift „ArtReview“ die einflussreichsten Persönlichkeiten der Kunstwelt. Diesmal an der Spitze: Ruangrupa. Nach all den Skandalen und Peinlichkeiten um die Documenta.
Widerwillig: Tobias Moretti (li.) als Ferdinand Marian, der an seiner Rolle in „Jud Süß” zerbricht

Berlinale : Des Teufels Schauspieler: „Jud Süß - Film ohne Gewissen“

Das Publikum reagierte mit Buhrufen auf die Vorführung von Oskar Roehlers Wettbewerbsfilm „Jud Süß - Film ohne Gewissen“. Doch, auch wenn der Regisseur wahrscheinlich einen Skandal begrüßen würde - der Film über einen von Joseph Goebbels gebrochenen Schauspieler hat ihn nicht verdient.

Berlinale-Glosse : Freiheit, die sie meinen

Gleichsam eine Retrospektive des Ruhms: Der Kameramann Michael Ballhaus hat seinen 1973 zusammen mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder gedrehten Fernsehfilm „Welt am Draht“ restauriert. Bei Berlinale gab es viel Beifall für diese Zweitpremiere.

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  • Berlinale-Glosse : Ewig währt der Januarschnee

    Alexandr Sokurows filmisches Meisterwerk „Solnze“handelt von der japanischen Kapitulation am 15. August 1945. Bei der Berlinale-Retrospektive wurde das Werk nun von der eisigen Realität eingeholt. Januarschnee währe nicht lang, sagt Japans Kaiser im Film. Was definitiv nicht stimmt.
  • Auch in der liberalen Koranstunde bleibt das Kopftuch Pflicht: Maryam Zaree als Imamstochter in Burhan Qurbanis Spielfilmdebüt

    „Shahada“ im Berlinale-Wettbewerb : Kein Meister vom Himmel

    „Shahada“ ist das Kinodebüt des in Afghanistan geborenen und in Deutschland aufgewachsenen Burhan Qurbani. Es spielt im Umkreis einer Berliner Moschee und packt jede Menge aktueller Probleme an. Aber ein Film, ein ganzer, wird nicht daraus.
  • Politikum auf der Berlinale: die verhinderte Anreise des iranischen Regisseurs Jafar Panahi

    Filmpolitik: Iran brüskiert die Berlinale : Iran brüskiert die Berlinale

    Die verhinderte Anreise des iranischen Regisseurs Jafar Panahi schlägt hohe Wellen. Festivaldirektor Dieter Kosslick begegnet dem Problem auf diplomatische Art. Unter welchen Bedingungen lassen sich in Iran überhaupt noch Filme drehen?
  • Sein ist die Rache: Regisseur Rafi Pitts als sein eigener Hauptdarsteller in „Shekarchi - Zeit des Zorns”

    Berlinale: Filme des Wettbewerbs : Die Kindheit des Jägers

    „Shekarchi -Zeit der Zorns“ ist ein politischer Film von Rafi Pitts, der den Iran als Brutstätte sinnloser und ansteckender Gewalt ins Blickfeld rückt. Der Wettbewerbsbeitrag „Bal“ von Semih Kaplanoglu bietet das landschaftsintensive Porträt einer anatolischen Imkerfamilie.
  • Heimkehr im Handwagen: Leutnant Kurokawa kommt als Held und Versehrter aus dem Krieg zurück

    Berlinale: Filme im Wettbewerb : Was der Krieg vom Menschen übrig lässt

    Koji Wakamatsu Film „Caterpillar“ über das Leben eines versehrten japanischen Kriegsheimkehrers zeigt die Auswüchse von Patriotismus und Heldenverehrung. Er ist eine Zumutung für sensible Gemüter und ein Fest für Liebhaber ausgefuchster Erzählweisen.
  • Die Trailer der Berlinale : Mach uns den Bären!

    Vor jedem Film, den die Berlinale zeigt, gibt es für das Publikum animierte Trailer des Festivals selbst, die sich am Ende jeweils zum Berlinale-Bären formen. Zum sechzigsten Jubeljahr hat man sich nun auch hier etwas Neues und sehr Selbstironisches einfallen lassen.
  • Berlinale: Deutsche Filme : Der Warteraum der Wahrheit

    Mit ihren neuen Filmen „Orly“, „Im Schatten“ „Der Räuber“ sorgen drei deutschen Regisseure bei der Berlinale für Aufsehen: Angela Schanelec, Thomas Arslan und Benjamin Heisenberg verbindet die Neigung zum französischen Kino und die Vorliebe für lange Einstellungen.
  • Kino als Erlebnis: Der Zoo-Palast in Berlin

    Zukunft des Kinos : Kein Wort von Untergang

    Auf der Berlinale debattiert man über die Zukunft des Kinos, richtet den Blick aber vor allem auf die glanzvollen Kinopaläste der Vergangenheit. Beruhigung findet man in der Vision, dass die Kinos die Städte retten werden - und ein bisschen auch umgekehrt.
  • Umsorgen ihr Brüderchen: Szene aus dem Film „Submarino”

    Berlinale: Wettbewerbsfilme : Die Strategie der Nudelsuppe

    Ein Problem der Berlinale besteht darin, dass sie, wenn sie nach neuen Bewegungen im Kino sucht, vom Allerneuesten oft nur das Zweitbeste bekommt. Filme von Thomas Vinterberg, Zhang Yimou und Noah Baumbach im Wettbewerb.
  • Berlinale-Splitter : Auf der Suche nach den Weltstars

    Um den internationalen Filmgrößen in der Hauptstadt zu begegnen, braucht es mehr als eine der hart umkämpften Einladungen zu den offiziellen Premierenpartys. Deutsche Stars und Sternchen trifft man dagegen überall.
  • Herbert Kloiber sitzt in seinem Büro und spricht über Fernsehen, das Kino und die Macht in Berlin

    Filmförderung : Ich mache für Herrn Neumann nicht die Mickymaus

    Auf der Berlinale feiert sich das deutsche Kino. Derweil sitzt in München der Inhaber des „Kinosenders“ Tele 5, Herbert Kloiber, dem die nationale Filmförderung aus Berlin nicht passt. Er würde sie am liebsten auflösen.
  • Berlinale-Eröffnung : Dieter Kosslicks kulinarisches Kino

    Ehe Festivalleiter Dieter Kosslick bei der Berlinale-Eröffnung seinem üblichen Wirrsinn verfallen konnte, nahm die moderierende Anke Engelke die Sache selbst in die Hand. Sie stieß auf Renée Zellweger, die nicht gerade wie jemand wirkte, der eine Jurysitzung mit Werner Herzog unbeschadet übersteht.
  • Berlinale : Ein Autor im Regen: Polanskis „Ghostwriter“

    Dieser Film wurde mit Neugier erwartet: Es ist der erste Film Polanskis seit „Chinatown“, der in den Vereinigten Staaten spielt. Die Vorlage stammt von Robert Harris, der auch das Drehbuch schrieb. Zu sehen war dann ein gut abgehangenes Stück Mainstreamkino.
  • Renée Zellweger: Ihr ist jede Entschuldigung recht, um nach Berlin zu kommen

    Berlinale : Straßenfeger im Eis

    Berlinale-Auftakt: Renée Zellweger war jede Entschuldigung recht, um nach Berlin zu kommen. Mario Adorf wollte keine Filme hören. Und Til Schweiger hat nur aus Tradition die SPD gewählt und verrät, was es beim nächsten Mal sein wird.
  • Eine besondere Open-Air-Erfahrung: So stellt sich die Künstlerin Christina Kim die Freiluftvorführung von „Metropolis” zur Berlinale-Eröffnung vor

    Zur Eröffnung der Berlinale : Vorhang auf

    Scorsese hin und Polanski her: In ihrer filmästhetischen Bedeutung kann es die Berlinale nicht mit dem Festival in Cannes aufnehmen. Zur sechzigsten Auflage sucht sie ihr Profil in einem Programm, das sich eher über die politische Relevanz definiert.
  • Berlinale : Die zwei Seelen des „International“

    Gina hatte kurzes krauses Haar. Sie war so etwas wie die Seele des Kino International, des sozialistischen Klotzbaus an der Karl-Marx-Allee in Berlin. Heute ist es ein Schauplatz der Berlinale.