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Berlinale 2005 : Silberne Bären für „Sophie Scholl“ - Gold für Carmen-Verfilmung

  • Aktualisiert am

Beste Hauptdarstellerin: Julia Jentsch mit ihrem Silbernen Bären Bild: REUTERS

Der südafrikanische Film „Carmen in Khayelitsha“ hat bei der Berlinale überraschend den Golden Bären gewonnen. Zwei Silberne Bären gingen an den deutschen Beitrag „Sophie Scholl - Die letzten Tage“.

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          Erstmals hat ein Film aus Afrika den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen: Südafrika ist der große Überraschungssieger der 55. Internationalen Filmfestspiele mit der „Carmen“-Verfilmung „Carmen in Khayelitsha“ von dem in Südafrika lebenden britischen Regisseur Mark Dornford-May.

          Die internationale Jury mit ihrem Präsidenten Roland Emmerich gab ihr Votum am Samstag unter starkem Beifall bekannt. „Die Entscheidung ist überhaupt nicht schwer gefallen, wir waren uns mehr oder weniger einig bei allem“, sagte Emmerich. Die Wahl der Carmen-Verfilmung sei einstimmig gewesen.

          Jentsch beste Haupdarstellerin

          Zwei Silberne Bären gingen an den deutschen Wettbewerbsbeitrag „Sophie Scholl - Die letzten Tage“: Julia Jentsch (26) wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, Marc Rothemund erhielt den Preis für die beste Regie. Mit der Filmadaption der Bizet-Oper „Carmen“, die in einem südafrikanischen Township spielt, setzte sich bei den Goldenen Bären ein absoluter Außenseiter durch. Insgesamt wurde der diesjährige Wettbewerb von Publikum und Kritik einhellig als mittelmäßig eingestuft.

          Julia Jentsch als Sophie Scholl

          In dem Film „Sophie Scholl“ des deutschen Regisseurs Rothemund, der bereits an diesem Donnerstag in die Kinos kommt, geht es um die letzten Tage im Leben der 1943 hingerichteten Widerstandskämpferin und Mitbegründerin der „Weißen Rose“. Während der Filmfestspiele hatte Jentsch („Die fetten Jahre sind vorbei“) bereits viel Lob für ihre Darstellung bekommen.

          Verlegen und aufgeregt

          „Überglücklich“, aber auch sichtlich verlegen und aufgeregt reagierte Jentsch, als Jury-Mitglied Franka Potente den Preis bekannt gab. Jentsch bedankte sich für „die wunderbaren Reaktionen nach der Premiere des Films“ auf der Berlinale. Der große Preis der Jury ging an den chinesischen Beitrag „Peacock“, der den Alltag einer Familie in einer kleinen Provinzstadt von Mitte der 70er Jahre bis Mitte der 80er Jahre in China schildert.

          Als bester Hauptdarsteller wurde der 19 Jahre alte Amerikaner Lou Taylor Pucci in seiner ersten Kinorolle ausgezeichnet („Thumbsucker“). Einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung erhielt der chinesische Regisseur Tsai Ming-Liang (Taiwan) für seinen Film „The Wayward Cloud“, der mit seinen bizarren pornografischen Szenen provozierte. Er hatte bereits 1997 mit seinem Film „Der Fluß“ in Berlin einen Silbernen Bären gewonnen.

          Der „Blaue Engel“ für den besten europäischen Film (25 000 Euro) ging an den Film „Paradise Now“ von Hany Abu-Assad (Palästina) über zwei palästinensische Selbstmordattentäter. Der Film wurde auch mit dem Preis der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ausgezeichnet und galt als ein großer Favorit für den Goldenen Bären. Am Samstagabend stand die Verleihung der Preise im Berlinale- Palast auf dem Programm, als Abschluß lief außer Konkurrenz der Film „Kinsey“ mit Liam Neeson. Am Sonntag endet die Berlinale mit dem Publikumstag.

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