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„Bella Australia“ im ZDF : Alter ist eine Frage der Einstellung

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Nicht so bescheiden: Bella (Andrea Sawatzki) steht, anders als sie denkt, hoch im Kurs Bild: ZDF

In „Bella Australia“ spielt Andrea Sawatzki eine Frau, die mit ihren besten Jahren noch etwas anfangen will. Also geht es ab nach „down under“. Das ergibt eine sehr passable Komödie.

          Je nachdem, auf welcher Seite der Sicherheitskontrolle man steht, lassen sich an Flughäfen ganz unterschiedliche Gefühlsregungen beobachten. Da winken etwa auf der einen Seite frischgebackene Abiturienten, die dem Traum der Selbstverwirklichung entgegenfliegen, und auf der anderen Seite verzweifelte Familien, die nicht loslassen wollen.

          „Bella Australia“ handelt solche Szene undramatisch ab. Die junge Lena (Lotte Flack) steht da, mit viel Gepäck und ihrem Ticket nach Australien. Ihre Eltern sind ganz ergriffen. Vater Martin (Thomas Sarbacher) fängt sich, nach einem Stoßseufzer, schnell wieder. Mutter Bella aber will ihre Tochter nicht gehen lassen und fasst einen Plan. „Ich wünschte, du würdest mit nach Australien kommen“, hatte Lena gesagt, es aber garantiert nicht so gemeint. Ihre Mutter nimmt sie beim Wort.

          Die Pläne sind gemacht

          In „Bella Australia“ hat die von Andrea Sawatzki gespielte Frau in den besten Jahren, ähnlich wie bei dem Vorgängerfilm „Bella Vita“ (2010), es mit den kleinen und großen Problemen ihrer Generation zu tun. Die Kinder gehen aus dem Haus, die Eltern gehen getrennte Wege. Bellas Mann will die Scheidung. Weil er, wie er sagt, sich selbständig machen und seine Frau nicht „in irgendetwas mit reinziehen möchte“. Von wegen. Er hat seinen Plan schon gemacht. Bellas geplante Flucht nach down under wiederum droht aus demographischen Gründen zu scheitern. Das erfährt sie von ihrer Schwester und der Jobvermittlerin der australischen Botschaft. Die braucht nur drei Worte: „Viel zu alt.“

          Von wegen Magie verloren: Mit ein bisschen Übung massiert Bella wie in jungen Jahren

          Nun hätten wir es nicht mit einer Komödie (Buch: Melanie Brügel, Regie: Vivian Naefe) zu tun, wenn die Geschichte hier zu Ende wäre. Bella will es natürlich allen beweisen, der Tochter weniger, eher schon ihrem abtrünnigen Mann und auch sonst allen. Wer ein Arbeitsvisum für Australien erlangen möchte, muss allerdings mehr vorweisen können als faltenlose Oberarme. Wie wäre es mit gefälschten Arbeitszeugnissen und einem erkauften Englischzertifikat?

          Damit landet Bella freilich nicht auf dem Melbourner Flughafen, sondern im Gefängnis. Was den angenehmen Nebeneffekt hat, dass sich plötzlich zwei Herren darum streiten, sie in die Freiheit zu geleiten. Ihre Freundinnen hat Bella derweil mit der Frauenkrankheit namens „Altern“ angesteckt, und so wird im Szenentakt eine „Anti-Aging-Liste“ abgearbeitet, junge Liebhaber inklusive. Von der Physiotherapeutin (Sarah Brandner), bei der sie anheuern will, bekommt Bella allerdings wieder das alte Verdikt zu hören: Ihren Händen fehle die Magie aus jungen Jahren. Doch auch die lässt sich wiedererlangen.

          Man spürt, dass die Regisseurin Vivian Naefe und die Hauptdarstellerin Andrea Sawatzki mit Lust an diese Frauengeschichte herangehen. Buch und Regie treiben es mit den Irrungen und Wirrungen immer so weit, dass die Komödie glückt und nicht zum Klamauk wird. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir etwas von dieser Bella zu sehen bekommen.

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