Belgien als Vorbild : Kinderwunder nebenan

Warum bekommen Frauen im belgischen Eupen und Malmedy mehr Babys als ihre deutschen Nachbarinnen? Eine Studie zeigt, dass die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs von ganz handfesten Faktoren abhängt.
Wer in Deutschland arbeitet und Kinder hat, weiß, dass die Zeit nicht linear, sondern am späten Nachmittag verflixt ungünstig gekrümmt verläuft. Anders ist nicht zu erklären, wieso man am Arbeitsplatz skandalös früh und unter Gemurmel und Kopfschütteln der KollegInnen aufbricht – Sie müssen schon gehen? – und nach größter Eile im Kindergarten oder Hort ebenso skandalös spät eintrifft: Alle Stühle auf den Tischen, ein stummer Vorwurf im Raum: das Kind so besonders klein und als letztes abgeholt. Man macht sich im Kopf schon eine Notiz für die später sicher nötigen Therapiestunden des armen Kindes. Kinderbetreuung in Westdeutschland ist immer noch eine heroische Aufgabe der individuellen Organisation, es ist, als wäre man der Erste, der vor diesem Problem steht.





