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Bedrohungen im Netz : Wohin nur mit dem ganzen Hass?

Man muss sich an den Hass gewöhnen, denn er ist nun mal da. Bild: Picture-Alliance

Wer sich im Internet bewegt, muss das Kunststück lernen, mit Beleidigungen und Drohungen umzugehen. Der Rechtsweg ist dabei meist nicht die beste Option.

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          Um die Aggression fremder Menschen auf sich zu ziehen, muss man sich nicht mal politisch äußern. Das zeigte jüngst ein Twitter-Thread, in dem Frauen berichteten, wofür sie auf dem sozialen Netzwerk heftig beleidigt oder mit Vergewaltigung oder Mord bedroht wurden. Eine kleine Auswahl: Für einen Tweet, in dem eine Frau erzählte, sie habe Milch rosa eingefärbt, um ihren Mann zu vergackeiern. Für die Ankündigung, in einem Kampf zwischen den Boxern McGregor und Mayweather keinen der beiden anfeuern zu wollen. Für den Hinweis, mit Künstlicher Intelligenz müsse man vorsichtig sein. Für das Foto einer selbstgefertigten Patchworkdecke, auf der „Women’s Rights Are Human Rights“ steht.

          Der Hass im Netz ist groß, und er wendet sich gegen alle – gegen Frauen noch stärker als gegen Männer. Um ihm zu entgehen, reicht es nicht, sich nur zu harmlosen Themen zu äußern. Wer sichergehen will, muss offline bleiben – oder zumindest versteckt in anonymen Profilen, zu deren Seiten nur Freunde Zutritt haben. Mit der Anmeldung bei einem sozialen Netzwerk tritt man automatisch eine Abenteuerreise durch die menschlichen Abgründe von Fremden an. Alle Versuche, diese verbalen Übergriffe einzudämmen, haben daran nicht viel geändert; weder diverse Initiativen für mehr Rücksichtnahme noch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das die Betreiber sozialer Netzwerke dazu zwingt, gegen Hasskriminalität härter durchzugreifen. Man muss sich an den Hass gewöhnen, denn er ist nun mal da, und die Angst davor sollte nicht das Verhalten der Nutzer bestimmen.

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