https://www.faz.net/-gqz-p6kl

Bayreuth : Schlingensief streitet mit Wagner

  • Aktualisiert am

Doch kein Frieden in Bayreuth: Schlingensief Bild: dpa/dpaweb

Der „Parsifal“ blieb skandalfrei, nun aber schlagen in Bayreuth die Wogen hoch: Christoph Schlingensief ist mit Festspielchef Wagner aneinandergeraten. Zugleich eskaliert der Streit mit „Parsifal“-Sänger Wottrich.

          1 Min.

          Nach der erfolgreichen „Parsifal“-Neuinszenierung von Christoph Schlingensief haben sich der Regisseur und Bayreuths Festspielchef Wolfgang Wagner heftig gestritten. Schlingensief warf Wagner wegen der Technik im Festspielhaus am Dienstag vor, von Video keine Ahnung zu haben. Der Leiter der Bayreuther Festspiele reagierte erregt. Er habe Schlingensief alle Möglichkeiten gegeben und lasse sich nicht beleidigen, sagte Wagner.

          „Wir hätten 20.000 Euro gebraucht, dann hätten wir eine bessere Videotechnik anschaffen können“, sagte Schlingensief auf der Versammlung der Mäzenatengesellschaft „Freunde von Bayreuth“. Er forderte Wagner auf, das Geld zur Verfügung zu stellen. Wagner nannte die Vorwürfe „unerhört“. „Jeder darf sagen, was er will, aber es gibt Grenzen.“

          Später schwächte Schlingensief seine Kritik ab. Es handle sich um ärgerliche Kleinigkeiten. Er sei sehr dankbar, daß er in Bayreuth habe arbeiten dürfen. Der Regisseur sprach sich auch für Wagners Tochter Katharina Wagner als künftige Festspielchefin aus: „Sie ist eine wunderbare Frau, superintelligent, sie wäre sicher die Richtige für Bayreuth.“

          Streit mit dem Sänger eskaliert

          Unterdessen eskalierte der Streit zwischen Schlingensief und dem Sänger der Titelpartie, Endrik Wottrich. Wottrich warf Schlingensief in der Bayreuther Tageszeitung „Nordbayerischer Kurier“ (Dienstag) vor, ein „Rassist“ und „Nazi“ zu sein. Zuvor hatte Schlingensief erklärt, er habe Wottrich übel genommen, daß er „ein Deutschland vertritt, das rein bleiben muß. Und daß er plötzlich nicht mehr spielen konnte, weil ein Neger auf einer Leinwand zu sehen war. Das war ein Satz, der - nicht nur mir - durchgegangen ist.“ Wottrich habe „einen Reinheitsbegriff von Deutschland, den ich nicht teilen kann“.

          Wottrich nannte es im „Nordbayerischen Kurier“ „für Deutschland ausgesprochen peinlich, daß so eine Inszenierung überhaupt möglich ist“. Dies habe aber nichts mit dem Auftritt schwarzer Statisten zu tun, die er ausgesprochen nett finde. Die Bezeichnung „Neger“ lasse er sich von „so einem Hampelmann wie Herrn Schlingensief“ nicht verbieten. Es sei auffällig, daß Schlingensief Schwarze immer dann als Statisten einsetze, wenn es um Hilfsdienste gehe. Wottrich: „Den Rassisten sehe ich in ihm.“ Der Sänger bekräftigte, daß er die Rolle des Parsifal im kommenden Jahr nicht mehr übernehmen werde. Die Inszenierung sei „Dreck“ und „Müll“.

          Weitere Themen

          „El Camino“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „El Camino“

          „El Camino“ setzt die Geschichte um den Drogendealer Jesse Pinkman aus „Breaking Bad“ fort. Der Film ist seit dem 11. Oktober auf Netflix verfügbar.

          Single, mit Käse überbacken

          „Dinner Date“ auf ZDFneo : Single, mit Käse überbacken

          Lasagne-Mann sucht Zwiebeltreter mit Pfiff: Bei der Datingsendung „Dinner Date“ auf ZDFneo geht es um die Wurst. Denn nur die Kandidaten, die das richtige Menü anbieten, dürfen den Single bekochen.

          Topmeldungen

          Durs Grünbein, 1989 vor dem Reichstag

          Durs Grünbein im Gespräch : Ohne Mauer keine DDR

          Ist Freiheit eine körperliche Erfahrung? Und was geschah im Oktober vor dreißig Jahren in der DDR? Eine Fragestunde mit Durs Grünbein.
          Atemschutzmasken gehörten für viele Chinesen lange zum Alltag.

          Weniger Schadstoffe : China macht ernst mit der sauberen Luft

          Peking macht ernst mit der Luftreinhaltepolitik: Wenn es stimmt, was Forscher berichten, hat die Belastung mit Schadstoffen schon massiv abgenommen – und schneller als geplant.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.