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Bayerischer Fernsehpreis : Helmut Dietl für sein Lebenswerk geehrt

  • Aktualisiert am

Dietl zu Stoiber: Nach zwei Preußen war wieder ein Bayer dran Bild: dpa/dpaweb

Starregisseur Helmut Dietl hat den Bayerischen Fernsehpreis für sein Lebenswerk erhalten. Mit 58 Jahren ein wenig früh, meinte der Geehrte. Einen Sonderpreis gab es für die „Tagesschau“.

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          Als Starregisseur Helmut Dietl den Bayerischen Fernsehpreis für sein Lebenswerk entgegennahm, plagte den Vater von „Kir Royal“ und den „Münchner G'schichten“ ein ganz praktisches Problem: „Wie soll ich das meinem Kind erklären, das in zwei Monaten das weiß-blaue Licht der Welt erblicken wird?“ Der Ehrenpreis mache all seine Pläne zunichte, dem Neugeborenen einen jungen Vater vorzugaukeln, sagte der 58-Jährige Freitagnacht bei der Preisverleihung im Münchner Prinzregententheater.

          21 Fernsehschaffende aus allen Sparten - von Unterhaltung über Film bis zu Dokumentation und Nachrichten - wurden mit dem „Blauen Panther“ ausgezeichnet, dem mit 140.000 Euro höchstdotierten Fernsehpreis in Deutschland.

          Nach zwei Preußen wieder ein Bayer

          Als Laudator dankte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) Dietl für seine Verdienste: „Ihre Filme und Serien haben gezeigt, wie facettenreich der bayerische Charakter ist. Sie stehen für ein wunderschönes Bayern.“ Der Regisseur, Autor und Produzent entgegnete: „Es war aus Gründen des föderalistischen Proporzes einfach notwendig, daß mal wieder ein echter Altbayer den Bayerischen Fernsehpreis erhält.“ Schließlich habe Stoiber in den vergangenen Jahren mit dem Moderator Günther Jauch und dem Komiker Vicco von Bülow alias Loriot zwei Preußen geehrt.

          Dietl, der zuletzt mit Kinofilmen wie „Rossini“ (1997) oder „Late Show“ (1999) Erfolge feierte, bemerkte süffisant, daß seine letzte Arbeit fürs Fernsehen schon 18 Jahre zurückliege. Trotzdem erhalte er den „Blauen Panther“ für sein Lebenswerk zu früh. Die Auszeichnung gebe ihm allerdings Schwung und Kraft, scherzte Dietl, so dass er in 40 Jahren den Preis für sein zweites Lebenswerk erwarte.

          Blauer Panther für „Oberinspektor Derrick“

          Horst Tappert konnte die Freudentränen hinter der dicken Hornbrille nicht unterdrücken. Mit minutenlangem stehenden Applaus feierte die versammelte Fernsehprominenz ihren „Oberinspektor Derrick“. 22 Jahre ermittelte Tappert, der am Montag (26. Mai) seinen 80. Geburtstag feiert, im ZDF. Die Krimiserie wurde rund um den Globus ausgestrahlt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Der Schauspieler bedankte sich bescheiden: „Ich glaube, wir haben keine schlechte Arbeit geleistet.“

          Mit den Moderatoren Michaela May („Polizeiruf 110“) und Udo Wachtveitl vom Münchner „Tatort“ waren zwei weitere Fernsehkommissare in guter Gesellschaft mit „Derrick“ auf der Bühne.

          Preise für Illner, Hoger und Engelke

          Als Geschenk zum 50. Geburtstag erhielt die „Tagesschau“ einen Sonderpreis. Das „Nachrichten-Flaggschiff der ARD“ sei ein „zentraler Fixpunkt umfassender Information“, urteilte die Jury. „Tagesschau“-Chefredakteur Bernhard Wabnitz lobte seine „selbstbewußte Redaktion“, die sich Pressefreiheit und journalistische Unabhängigkeit erkämpft habe. „Die Tagesschau ist ein Stück Geschichte unseres Landes“, sagte Wabnitz.

          Weitere Fernsehpreise bekamen die ZDF-Moderatorin Maybrit Illner („Berlin Mitte“), der Produzent Jan Mojto für seinen Vierteiler „Napoleon“, der Regisseur Matti Geschonneck für seinen Film „Die Mutter“, die Schauspielerin Hannelore Hoger als ZDF-Kommissarin „Bella Block“, die Komiker Anke Engelke und Olli Dittrich („Blind Date“) sowie RTL-Mann Peter Kloeppel für die Dokumentation „Kanzler, Krisen, Koalitionen“.

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