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ARD-Fußball-Experte bleibt : Schweinsteigers Uhr

Corpus Delicti: Im Rahmen der Berichterstattung der ARD am vergangenen Samstag war die fragliche Uhr mehrfach prominent positioniert. Bild: EPA

Die ARD hält an ihrem Fußball-Experten Bastian Schweinsteiger fest. Trotz Schleichwerbung für einen Luxus-Chronometer. Im Ersten laufen die Uhren eben anders.

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          Hatte wirklich jemand damit gerechnet, die Zeit von Bastian Schweinsteiger als Fußballexperte der ARD sei abgelaufen? Nur, weil er bei der Europameisterschaft in der Halbzeitpause des Viertelfinals England gegen Ukraine Schleichwerbung für einen Luxus-Chronometer betrieb?

          Eben noch das Mikrofon in der Linken, damit die Uhr auch ins Bild rückte, tauchte auf seinem Twitteraccount eine Nahaufnahme des Prachtstücks (Kostenpunkt 1700 Euro) auf, ein Link des Herstellers, dem Schweinsteiger als Werbeträger verbunden ist, und der sachdienliche Hinweis: „Time for the 2nd half“. Ein solch plumpes Manöver hätten wir dem Weltmeister und Finalkämpferhelden gar nicht zugetraut.

          Das anschließende Rumgeeier von ARD und WDR hatten wir indes sehr wohl auf der Uhr. Man wolle den Fall „vertraulich“ behandeln, hieß es. Und am Freitag dann: „ARD setzt Zusammenarbeit mit dem Fußball-Experten Bastian Schweinsteiger fort“. Ihm tue es leid, „dass durch seine Social-Media-Aktivitäten“ während der Halbzeitpause besagten Spiels „der Eindruck entstanden ist, er vermische seine Tätigkeit als ARD-Experte mit Werbung für Sponsoren. Dies ist so von ihm nicht beabsichtigt gewesen.“ Beide Seiten seien sich einig, dass Schweinsteiger „alles dafür tun wird, damit sich ein solcher Vorfall nicht mehr wiederholt“. Auf dieser Grundlage setze man die „vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit“ fort – bis Ende 2022.

          Bei der WM in Qatar im November und Dezember des kommenden Jahres werden wir Schwein-steiger also im Ersten wiedersehen. Potentielle Schleichwerbung dürfte dort angesichts der skandalösen Umstände, unter denen die WM nach Qatar ging, noch das kleinste Problem sein.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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