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Nach langer Krankheit : Autorin und Zeitzeugin Ruth Klüger ist gestorben

  • Aktualisiert am

Ihre Stimme wird fehlen: Ruth Klüger Bild: dpa

Sie überlebte den Holocaust und lobte die deutsche Flüchtlingspolitik. Nun ist die Literaturwissenschaftlerin und Autorin Ruth Klüger im Alter von achtundachtzig Jahren gestorben.

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          Die österreichisch-amerikanische Autorin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger ist in der Nacht auf Dienstag im Alter von achtundachtzig Jahren nach langer Krankheit in Kalifornien gestorben. Das teilte der Zsolnay Verlag am Mittwoch mit. Die 1931 in Wien geborene Holocaust-Überlebende lehrte nach ihrer Emigration Germanistik an der University of Virginia, in Princeton sowie an der University of California in Irvine. Auch an der Universität Göttingen war sie Gastprofessorin.

          Als Festrednerin im Deutschen Bundestag zum 71. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau schilderte sie im Januar 2016 nicht nur ihr Leid von damals, sondern verbeugte sich auch vor gegenüber Flüchtlingen herrschenden deutschen Willkommenskultur: „Dieses Land, das vor achtzig Jahren für die schlimmsten Verbrechen des Jahrhunderts verantwortlich war, hat heute den Beifall der Welt gewonnen dank seiner geöffneten Grenzen und der Großzügigkeit, mit der Sie syrische und andere Flüchtlinge aufgenommen haben und noch aufnehmen.“

          Zahlreiche Auszeichnungen

          „Mit Ruth Klüger geht eine wichtige Zeitzeugin von uns. Ihre reflektierte und mutige Stimme wird fehlen“, teilte der Göttinger Wallstein Verlag am Mittwoch mit. Als Doktorand am Institut für Germanistik der Uni Göttingen hatte Verleger Thedel von Wallmoden die Gastprofessorin Klüger kennengelernt. Als der Suhrkamp Verlag die Veröffentlichung ihrer Autobiografie „Weiter leben“ ablehnte, bekam der junge Wallstein Verlag 1992 den Zuschlag.

          Die Autorin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik (1997), die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen (2003), den Lessing-Preis (2007) und den Theodor-Kramer-Preis (2011).

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