https://www.faz.net/-gqz-3fl6

Auszeichnung : „Nirgendwo in Afrika“ großer Sieger beim Deutschen Filmpreis

  • -Aktualisiert am

"Heiss auf neue Projekte": Preisträger Daniel Brühl im F.A.Z. Business-Radio Bild: dpa

"Nirgendwo in Afrika", die Geschichte einer jungen deutschen Exilanten-Familie im Afrika der 30er Jahre, erhielt fünf Auszeichnungen.

          2 Min.

          Die Regisseurin Caroline Link und ihre Familiensaga „Nirgendwo in Afrika“ sind die großen Sieger beim 52. Deutschen Filmpreis. Das Drama einer in den 30er Jahren nach Kenia emigrierten deutsch-jüdischen Familie wurde am Freitagabend in Berlin mit fünf goldenen Lolas gekrönt. „Ich wollte einen Film drehen, der weniger versöhnlich und wohl erwachsener ist als meine früheren Filme“, sagte die hochschwangere Regisseurin auf der Filmgala im Berliner Zirkusbau Tempodrom.

          Neben dem mit 500.000 Euro dotierten Preis für den besten Film wurde Link auch mit der goldenen Lola (10.000 Euro) für die beste Regie ausgezeichnet. Gold ging außerdem an Matthias Habich als bester Nebendarsteller sowie Niki Reiser für die Musik und Gernot Roll für die Kameraarbeit. Link hatte schon 1997 einen Preis in Silber für ihren Film „Jenseits der Stille“ bekommen, der auch für den Oscar nominiert wurde.

          Matte Show mit vielen Pannen

          Silberne Lolas (je 400.000 Euro) gingen an die ostdeutsche Milieu-Studie „Halbe Treppe“ von Andreas Dresen sowie an „Heaven“ von Tom Tykwer, der die Liebesbeziehung einer Attentäterin zu einem Polizisten erzählt. Mit Preisgeldern von 2,8 Millionen Euro wurden 14 goldene und zwei silberne Lolas für Kinoproduktionen des vergangenen Jahres vergeben.

          Geschafft: Caroline Link, Regisseurin von „Nirgendwo in Afrika”, und ihre goldene „Lola”
          Geschafft: Caroline Link, Regisseurin von „Nirgendwo in Afrika”, und ihre goldene „Lola” : Bild: dpa

          Moderiert wurde die von vielen Pannen begleitete und eher matte Show von Comedy-Star Dirk Bach und der fahrig wirkenden Caroline Beil. Humor bewies indes Bundeskanzler Gerhard Schröder. In einer Anspielung auf seinen Schnitzer bei der Filmgala im vergangenen Jahr, rezitierte er auswendig das Gedicht „Der Panther“ seines Lieblingsdichters Rainer Maria Rilke. Damals hatte Schröder den Regisseur Rainer Werner Fassbinder als „Rainer Maria Fassbinder“ bezeichnet.

          Schröder: „Deutscher Film auf Überholspur“

          Schröder sprach der Kinoindustrie auch Mut zu. Der deutsche Film sei „auf der Erfolgsspur“. Der Kanzler wies darauf hin, dass deutsche Filme im vergangenen Jahr ihren Marktanteil im einheimischen Kino auf 19 Prozent gesteigert hätten, so viel wie seit Mitte der 70er Jahre nicht mehr.

          Bester Hauptdarsteller wurde Daniel Brühl, der an diesem Tag seinen 24. Geburtstag feierte. „Es ist das schönste Geschenk, das ich mir vorstellen konnte“, sagte Brühl, der für seine Rollen unter anderem in der Komödie „Vaya con dios“ geehrt wurde. Als beste Schauspielerin wurde Martina Gedeck für ihren Auftritt in der Kochkomödie „Bella Martha“ ausgezeichnet.

          Lindenberg: „Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“

          Großen Applaus erntete Michael „Bully“ Herbig, der für seinen Kassenknüller „Der Schuh des Manitu“ einen Sonderpreis sowie den undotierten Publikumspreis mit nach Hause tragen konnte. Mit „Der Sams“ von Ben Verbon wurde erstmals der beste Kinder- und Jugendfilm ausgezeichnet. Der Ehrenpreis für ein Lebenswerk ging an den Filmproduzenten Ottokar Runze.

          Zur Gala war zahlreiche Prominenz in das Tempodrom gekommen. Unter den mehr als 2.000 Ehrengästen waren Kulturstaatsminister Julian Nida- Rümelin sowie die Schauspieler Senta Berger, Horst Buchholz, Hannelore Elsner, Günter Lamprecht, Corinna Harfouch und Til Schweiger. Auch Modemacher Wolfgang Joop und die Eiskunstläuferin Katharina Witt nahmen auf den Holzsitzen unter dem Zeltbau Platz.

          Stargast des Abends war die amerikanische Rocksängerin Sheryl Crow. Udo Lindenberg erinnerte mit dem Friedrich-Hollaender-Song „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ an verstorbene Filmgrößen wie Marlene Dietrich, Billy Wilder und Hildegard Knef.

          Weitere Themen

          Querdenker aus der Nähe

          „Schlafschafe“ bei ZDFneo : Querdenker aus der Nähe

          ZDFneo weckt die „Schlafschafe“ auf. So nennen Querdenker Menschen, die in der Corona-Pandemie angeblich mit dem „Mainstream“ schwimmen. Daraus ist eine ganz muntere Serie geworden.

          Die Klage der Kraniche

          Dantes Verse : Die Klage der Kraniche

          Stöhnensgemeinschaft zwischen Mensch und Tier: In Dantes Hölle finden nicht einmal die Tiere ihren Frieden.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.