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Auszeichnung : Erster Deutscher Bücherpreis für Christa Wolf

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Die Schriftstellerin Christa Wolf Bild: dpa

Die Autorin Christa Wolf wird auf der Leipziger Buchmesse mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet, der erstmals verliehen wird.

          Die Schriftstellerin Christa Wolf wird mit dem erstmals verliehenen Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Freistaat Sachsen und die Messestadt Leipzig ehren damit das Lebenswerk der 72-jährigen Autorin, die wie kaum eine andere die Schicksale der Menschen im geteilten Deutschland aufgegegriffen habe, hieß es am Montag zur Begründung in Berlin.

          Der Deutsche Bücherpreis, eine von Günter Grass gestaltete Bronzeplastik „Bücher-Butt“, ist undotiert und wird am 21. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse in einer Fernsehgala vergeben, an der auch der Literatur-Nobelpreisträger teilnehmen wird.

          Prägende Stimme der deutschsprachigen Literatur

          Wolf habe mit ihren Romanen und Erzählungen die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts dauerhaft mitgeprägt und sich mutig in die großen Debatten der DDR sowie des wiedervereinigten Deutschlands eingemischt, lobte die Jury. Die 1929 geborene Autorin wurde mit Büchern wie „Der geteilte Himmel“, „Nachdenken über Christa T.“, „Kindheitsmuster“ und „Kassandra“ bekannt und war 1976 Mitinitiatorin des Protestes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR. Sie wurde bereits unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet.

          Bei der Gala in Leipzig werden auch ein Publikumspreis und die Sieger in sieben weiteren Kategorien bekannt gegeben. Dafür wurden unter anderem Umberto Eco, Sebastian Haffner, John le Carré, Ulla Hahn, Bernhard Schlink, Günter de Bruyn und Elke Heidenreich nominiert. Zur Jury gehören unter anderem die neue Hamburger Kultursenatorin Dana Horakova und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, der früher Direktor der Deutschen Bibliothek war.

          Vom Sockel in die Fernseh-Gala

          1.500 Partnerbuchhandlungen des Börsenvereins erhalten in diesen Tagen Stimmkarten, mit denen der Publikums-Favorit ermittelt werden soll. „Zum ersten Mal hat die Stimme des Publikums, des Marktes wirklich Gewicht“, betonten die Veranstalter unter Hinweis auf die insgesamt 750 existierenden Literaturpreise in Deutschland. Der neue Preis vergebe das Qualitätsurteil „literarisch besonders gut und erfolgreich“. Der Vorsteher des Börsenvereins, Dieter Schormann, meinte: „Das Buch muss runter von seinem Sockel. Es ist nicht nur Kulturgut, sondern auch Kult.“

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